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Esra · 1919-01-01 · Heft 3 · p. 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 3
Article
Artur Ruppin
Date
1919-01-01
Page
95 (sequence 2)
Language
German
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dem ansehen Palastinamann natuigemäß fehlen muß, sieht er es unter;enem Gesichtswinkel, der seine Möglichkeiten am besten überoheken läßt. Nur von diesem Standpunkt der Liebe aus ist es möglich, ein Buch hinauszustellen, wie es das vor kurzem im Jüdischen Verlag, Berlin erschienene „Der Aufbau des Landes Israel4* ist. Man mag sich zu Ruppins Anschauungen stellen wie man will, stets wird man es als eine wertvolle Tat anerkennen 'müssen und Jeder, ob er nun Bodentheoretiker, Finanzmann oder Hygieniker ist oder irgendeinen andern Zusammenhang mit dem Lande hat, wird ein Kapitel finden, das für ihn geschrieben ist. Es ist eben das Palästinabuch. Unendlich sympatisch berührt mich Ruppins Stellung zur Araberfrage. Von dieser Seite gesehen scheint mir sein Buch wie eine Insel der Hilfe im Meere der Unüberlegtheit. Wenige sind wir, die wir tagtäglich neu unsere Forderung anmelden nach einem brüderlichen Ausgleich und einem engen Bündnis mit den Arabern, die wir tagtäglich die ungeheure Wichtigkeit dieser Forderung proklamieren. Von den offiziellen Vertretern des Zionismus hörten wir bisnun wenig, das uns befriedigen könnte; (später, wenn die Wolken sich von den pariser Akten erhoben haben werden, werden wir wieder anfragen) umsomehr ist Ruppin zu begrüßen, der die Wichtigkeit der Angelegenheit praktisch kennt, weit besser als Jene, die für uns verhandeln. (Ruppin aber ist in Deutschland geboren und das ist ein Geburtsfehler,) Seine Stellung in der Araberfrage ist axiomatisch; da gibt es nichts zu rütteln. Anders ist es bei andern Teilen seines Buches. Jenes Kapitel fum Beispiel, das vom sozialen Aufbau spricht, wird wohl nicht widerspruchslos hingenommen werden. Jenem Kapitalismus, dem Palästina Gelegenheit scheint, sich ungefährdet auszuleben, wenden Ruppins Forderungen Enttäuschung sein, Andern, darunter auch meiner Wenigkeit wieder werden sie durchaus zu wenig weitgehend sein. Ich kann z. B, die Furcht vor dem Ausbleiben des Kapitals in einem sozialistischen Palästina nicht mit Ruppin teilen. Und Andere mit mir. (Nicht Jene meine ich, ,die Sozialismus mit Sozialdemokratie verwechseln, nicht Jene, die von einer Internationale zur andern um Zion herumgaukeln, sondern Jene, denen Sozialismus die Basis echten Judentums ist.) Ruppins Buch wird den Gründern des jüdischen Staatswesens in Palästina (des Staatswesens sage ich und meine dabei nicht die Gemeinschaft), ein ungeheuer wertvoller Behelf sein, denrl es ist meines Wissens die einzige umfassende Darstellung palästinensischer Wirtschaft und ihrer Möglichkeiten") *) In diesem Zusammenhang sei auf eine in der letzten Zeit, ebenfalls im berliner Jüdischen Verlag, erschienene Broschüre „Wirtschaftsgeographie von Syrien", von Dr. Hans Fischer hingewiesen, die manches Wichtige in -einer für Laien leicht faßlichen Form aus der vorhandenen Palästina- resp. Syrienliteratur zusammenträgt. 95

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