Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der asiatische Kurs
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 52 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2828641-2828642-2828644-2828750--092-2828787- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ob wir uns für diesen Beruf auch entsprechend vorbereitet haben.) Es gibt gewaltige Umstände, die das Fehlen politischen Scharfblickes und politischer Voraussicht entschuldigen^ nichts* destoweniger darf keine Gelegenheit unbenützt gelassen werden, ohne dem jüdischen Volk mit aller Deutlichkeit aufzuzeigen, daß ein so ungeheurer Plan, wie der unserige in allen seinen Einzelheiten und Zusammenhängen durchaus klar durchleuchtet werden muß. Eines steht fest: Eine bewußt jüdische Gemeinschaft, die sich in Asien als Vertreter Europas gibt, ist widersinnig. Die Idee, eben in Asien angelangt, die Millionen der dort sitzenden Völker sofort geistig vergewaltigen und in unserem Sinne ummodeln zu können, ist einfach unsinnig. Nicht mit einer friedlichen Auseinandersetzung mit den Arabern allein ist es abgetan, die das Nationalgefühl der Nachbarn noch völlig unbefriedigt läßt, sondern soweit müssen wir es bringen, daß dem Juden der geringste Araber näher steht, als jeder Europäer und daß alle unsere Einrichtungen, insbesondere unsere Wirtschaftspolitik ebenso unseren Wünschen, wie dem alU gemeinen Zustand Asiens, dessen Palästina nur ein Teil ist und den feinen Schwingungen der Seele Asiens Rechnung trage. Hierin sei uns Japan leuchtendes Beispiel, das in meisten hafter Weise es verstanden hat, seine alte Kultur mit europäischer Zivilisation zu verquicken, ohne aber deshalb der verächtliche exotische Hausknecht der Westmächte zu werden. Die Diaspora hatv gewiß tiefgehenden Einfluß auf alles Jüdische gehabt^ deshalb aber darf sich das jüdische Volk nicht als Ganzes assimilieren) wir sind Semiten und Asiaten und bei Semiten und Asiaten ist unser Platz. EL1JAHU RAPPEPORT JESCHUALEGENDEN Jeschua sagte dies zum Gleichnis: „Rabbi Gamliel diente Gott mit seinem innersten Herzen und suchte in seiner Seele den Maschiach* Er wandte aber den Scharfsinn seiner Gelehrsamkeit daran» daß er aus den Büchern derer, die vordem predigten, die Zeit erforsche für den Maschiach und wandte seine Blicke in alle fernen Tage. Aber er konnte 52