Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der asiatische Kurs
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 48 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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arabischer Seite den Boden entzogen zu haben) denn in erster Linie und hauptsächlich wird uns aus nationalen Gründen Unwille und Empörung in Asien empfangen und werden uns genau dieselben Vorwürfe und Anschuldigungen entgegengehalten werden, die wir hier täglich zum Überfluß hören müssen. Genau wie z. B. der alpenländische Bauer im Juden den „Zugereisten" sieht, ja noch in erhöhtem Maße wird für den Araber der Jude der verhaßte Eindringling bleiben und sollte es uns durch unermüdliche Arbeit gelingen, ihn tatsächlich in diesem Widerwillen schwankend-zu machen, so werden mächtige, unserem Einfluß entrückte Drahtzieher ganz sicher (ebenso wie hier) Mittel und Wege finden, ihn von dieser verräterischen Schwäche gründlich zu befreien und ihn erfolgreich gegen uns aufzuhetzen. Kommt es also ohne unser Verschulden zu einem solchen Konflikt, so ist, so meinen gewisse Kreise, unser Heil, der Schutz Englands^ wie steht es nun aber mit den Aussichten auf diesen Schutz, die also tatsächlich die Basis unseres politischen Kalküls bilden und auf denen eigentlich die Zukunft eines jüdischen Palästina beruht? Hoeflich weist mit Recht darauf hin, daß die leiseste Schwankung der englischen Außenpolitik das für uns nieder* schmetternde Resultat haben kann, daß die englische Regierung uns fallen läßtj was für Mittel stehen uns auch zu Gebote, dies zu verhindern? Und nicht nur eine für London notwendig werdende Berücksichtigung nationaler Wünsche der Araber kann diese Folgen nach sich ziehen, sondern ebenso auch Ent* täuschungen, die England mit uns erleben kann. Gehen wir nicht achtlos darüber hinweg, daß es sehr möglich ist, daß dieses für uns so wichtige Land ganz ander Wünsche insbesondere in Bezug auf die Fragen unserer Verfassung und Wirtschaftspolitik: haben dürfte, als sie in unserem Programm stehen, wWe can sympathise with the wish of the Jews to reestablish a Jewish kingdom in Palestine", schrieb z. B* schon 1913 Sir Harry Johnston*), ein Mann, der dem Zionismus so freundlich gegen» übersteht, daß er wünscht: „the new Jewish kingdom should exstend from Hermon on the nord to the land of Midian and the Red Sea on the south." Ob also gerade die maßgebenden englischen Kreise nicht manches im jüdischen Gemeinwesen lieber ganz anders sehen würden, als es vorläufig geplant wird, ist *) Common Sense in Foreign Policy: London, Smith, Eider & Co. 48