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Esra · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 1
Article
Paris, Arabien und Jerusalem
Date
1919-01-01
Page
Seite 8 (sequence 7)
Language
German
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(Nachdem diefer Auffatz gefchrieben war, kamen einige fpärliche Nachritten über Palaftina aus Paris zu uns. Wie immer aber auch die Befchlüffe find, tut es not, daß wir arbeiten, nichts anders als arbeiten, daß wir unfer Judentum kennen lernen, ihm in allem unferen Tun dienen und erkennen, daß nur wir es find, die es groß und frei machen können. Alles andere ift Nebenfache*) DR. OSKAR ROSENFELD (WIEN) DAS PROBLEM EINER JÜDISCHEN KUNST Man mag ein Kulturproblem anfaffen wo man will, immer behält man die Empfindung, es höchft einfeitig getan zu haben. Ganz befonders, wenn man es mit den Mitteln der Logik, des fchlüffeziehenden Verftandes verfucht hat, alfo von feiner Außen* feite her. Denn hier bedeutet es nichts anders als fo lange und fo viel von der Lebendigkeit der Eindrücke abftrahieren, bis man fich ein Syftem zurückgelegt hat und fich dann in bequemfter übereinftimmung mit einer möglichft großen Gefellfchaft befindet} oder anders ausgedrückt: anftatt einer Ganzheit einer Lebens^ äußerung ein Stückwerk zu erlangen, daß fich im Wort fixieren, praktifch ficher handhaben und überblicken läßt. Diese Darftellungs* weife ift notgedrungen eine verftofflichende, entfeelende und wie könnte man fie auf ein Problem anwenden, das nur individuell zu erleben ift Darum muß man vor einer geiftigen Erfcheinung wie der jüdifchen Kunft die Methode anwenden, die der Künftler dem Leben gegenüber anwendet: man muß die Methode wechfeln. Sonft beginnt die exakte Betrachtungsweife der Dinge — wie oft hat es die Erfahrung beftätigt—fich felbft als einfeitig zu betrachten. Sobald fich das zu erforfchende Material über unfere Sinne ins Unkontrollierbare verliert, noch nicht fanktioniert durch die menfehliche Konvention, durch die Gefd^ichte der Kunft, müffen wir das Sinnbildhafte, worauf fdilicßlich alle Geiftesfchilderung angewiefen bleibt, als ein Symbol nehmen, obwohl es uranfänglich bloß ein Bild fürs Auge war. Wir müffen Einficht nehmen in Verhältniffe des Stofflichen, in die phyfifche Struktur des Ju der geiftige Werte gefchaffen, wir müffen Ehrfurcht haben 8

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