Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rußafcßoff, Erftttnge 117 wird. Es ist der Anfang zu den förmlichen besonderen Statuten* der Zeitschrift gemacht worden. In der Unterrichtsanstalt haben in dem verflossenen Semester, zwölf Schüler bei neun Lehrern unentgeltlichen Unterricht genossen,, und zwar im Lateinischen, Griechischen, Deutschen, Hebräischen, Französischen, in der Geschichte, Geographie, in der Geometrie und Arithmetik. In den meisten Gegenständen sind nur zwei Klassen zu bilden notwendig gewesen. Was uns mit wahrer Freude erfüllen kann, sind die Fortschritte, die manche auch von- Natur wohlbegabte Zöglinge in der kurzen Zeit dieses Semesters gemacht haben. Dank aber sind wir vor allen Dingen der Pünkt* lichkeit und der Tätigkeit schuldig, mit der Herr Dr. Zunz, ein um den Verein in jeder Hinsicht so hochverdienter Mann, der Ordnung des Ganzen vorgestanden. Die Unterrichtsanstalt hat übrigens in diesem Semester ihre besonderen Statuten erhalten. Das Archiv für die Correspondenz, dem auch erst in diesem halben Jahre seine innere Einrichtung geworden ist, hat ebenfallseine Bereicherung durch manche interessante Aktenstücke erhalten,, deren genaue Aufzählung hier aber zu nichts führen würde. Der Pflicht, über die jüdischen Angelegenheiten seiner Provinz Bericht abzustatten, ist am gewissenhaftesten und pünktlichsten Herr L. Hellwitz in Werl nachgekommen, dem ich im Namen des Vereins hiermit öffentlich Dank abzustatten nicht ermangele. Zu den eben genannten Instituten des Vereins sind indessen in diesem halben Jahre noch zwei andere, meist lokaler Art, hinzugekommen. Das eine ist der Beschluß wegen allmählicher Sammlung und Begründung einer Bibliothek für die Wissenschaft des Judentums, dessen nähere Bestimmungen dem künftigen Semester vorbehalten bleiben. Einige nicht sehr bedeutende Schenkungen an Büchern sind indessen bereits gemacht worden. Das andere Institut ist meistens durch ein am hiesigen Orte laut gewordenes Bedürfnis erzeugt. Die Wohltätigkeit der jüdischen Einwohner Berlins erstreckt sich auch auf die Unterstützung jüdischer Studierender der hiesigen LIniversität. Diese Unterstützung also zu leiten, daß nicht der Unwürdige und Unwissende vor dem Hoffnungsvollen und wissenschaftlich Ausgebildeten begünstigt werde, hat sich aus der Mitte des Vereins eine Prüfungskommission aus den Herren Stadtrat Friedländer, Dr. Rubo, Dr. Zunz, Moser und Dr. Gans gebildet, die bereits unter Beitritt vieler der angesehensten Hausväter der hiesigen Stadt ihre Arbeiten begonnen hat. Während so jedes der einzelnen Institute Ihres Vereins seiner abgesonderten Tätigkeit gelebt hat, ist das Plenum desselben, berufen über alle diese Ausflüsse zu wachen und ihren allgemeinen Begriff festzuhalten, nicht minder in voller Wirksamkeit gewesen. Dreiuod* zwanzig ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen waren derselben gewidmet. Außerdem sind in denselben folgende Zusätze: zu den allgemeinen Statuten beschlossen worden.