Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 5 (1.5.1934)
- Date
- 1934-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 J üdisehe Schulzeitung Nummer 5 Hier werden unsere Gemeindemitglieder erwartet u Wfiicltoaci Wildbad ist als Heilbad nachweislich selr Uber 600 Jahren besucht. Seine Erfolge gegen Rheuma, Oicht, Ischias und sonstige Nervenleiden, sowie als Verjüngungsbad, sind unübertroffen. Die Heilquellen unterscheiden sich vorteilhaft von denjenigen anderer Bader dadurch, daß ihr Wasser in einer der menschlichen Körperwärme, gleichkommenden Temperatur unmittelbar aus dem Urgestein ohne längere Zuleitung und deshalb ohne Verlust an Edelgasen und ohne abgekühlt oder erwärmt werden zu müssen, in die Badebassins gelang!. Rund 90% der Wlldbader Markung besteht aus Wald. Kein Wunder, daß Wildbad auch als Luftkurort immer größeren Namen erhält. Auf die bewaldete Sommerberghochebene führt aus der Mitte der Stadt in wenigen Minuten eine Bergbahn -@fl.OE-©!. JPO&t FamilienhoteU. Ranges, zeitgemäß. gegenüber den Badem. 1136 Man verlange Prospekt. Tel. 209- Waldtioiel Sommerberg 1137 das ganze.Jatir eeöffnet. Pension von 6.50 Mk. an, alle Zimmer mit «varm. Wasser. Catc, Terrasse. 7"0 m 0. u. M ©iC>i I--c Thermalbäder im Hause, Zimmer ~ mit Verpflegung von Mk. 10.— an. Literarisches jabibuch der Synagogengemeinde K<"»ln 1934. Herausgeber I)r. Siegfried Braun. Verhig P. Fink-Köln. Geb. 1.75 M. Die jüdische Welt ist jüdischen Dingen gegenüber aufgeschlossener; die fast einzige, man könnte sagen, staatliche Zelle, von der jüdisches Leben in allen seinen Verzwe gimgen ausstiahkn kann, ist die 0 e in e i n d e. Aber, und insbesondere in der Großstadt, wer kennt ihre Einrichtungen, wer weiß 'etwas von ihrem Wirken und von ihren Werten? Und neben der Gemcimde bestehen überall zwar private, aber doch der ,C zsamtheit dienende Vereine, die zu ihr gehören, die sie ergänzen. Da ist es ein Verdienst, was als Faktor des jüdischen Gemeintielebens zu betrachten ist, schön geordnet zusammengestellt zu haben, und es ist nicht nur eine nackte Aufzählung alles dessen, „was zur Gemeinde gehört", die wichtigsten Einrichtungen der Gemeinde werden in ihrem Werden und Wachsen von .berufener Seite im Jahrbuch dargestellt. Und jede einzelne Darstellung atmet nicht den Geist ressortmäßiger Enge und Beschränktheit, sondern es spricht zu uns das Große und Ganze, das. Leben und Wirken der Gesamtgemeinde. Das gilt vor allem für den Aufsatz des Herausgebers über die Richtungen der deutschen Judenheit, eine klare, fein geschliffene Arbeit, objektiv und leidenschaftslos, lebenswarm und innerlich tief erfaßt. Es ist hier nicht der Ort, jede Arbeit der ersten 66 Seiten einzeln zu beurteilen., aber als Gesamturteil darf freudig ausgesprochen werden: das Buch hat seinen Zweck erreicht, das Interesse für die jüdische Gemeinde zu wecken und zu fördern, das Wissen über sie ui\d von ihr zu mehren und zu vertiefen. Abr. Reinhardt, Köln. Cohn: Neuhebräisch, schnell gelernt. Teil II. Verlag Siegfried Scholem-Berlin. (1,90 RM.) Wir wollen die strittige Frage übergehen, ob der I. Teil des Crohnschen Buches allein ausreichend ist als Grundlegung für eine'sichere Beherrschung der Sprache. Die in dem Vorwort zum II. Teil' hierzu geäußerte Meinung des Verfassers kann nicht überzeugen. Der Wert des neuen Teiles liegt unbestreitbar in folgernden wichtigen Hinweisen: Die Einführung und Behandlung des unpunktierten Textes wird gezeigt. Eine gedrängte Uebersicht über die Entwickelung der Nomina und Adjektive bis in die jüngsten Sprachformen erleichtert wesentlich das Ordnen der neuen Sprachbilder. Die Lektüre — für welche im i. Teile Gespräche eingesetzt waren — wird hier im II- Teile in gut gewählten Beispielen nachgeholt. Dabei werden Zeitungsberichte. Anzeigen, Redewendungen aus den Geb'cten des Wirtschaftslebens, der Rechtsprechung, des Parlamentarismus geschickt verwendet. Ueber den „eigenartigen", Versuch des Verfassers, durch ins Hebräische übertragene bekannte Heinesche Lieder und Romanzen, den ' hebräischen Sprachschatz zu erweitern und das Verständnis für hebräische Satzbildungzu fördern soll heute noch nicht geurteilt werden. Der Kenner und Lehrer des Hebräischen sollte sich allerdings zu dem Fundamentalsatz .bekennen: Hebräisches- Sprachgefühl k a n ir n it r an den besten P r o b e u der eigenen hebräischen Literatur (niemals an U e b e r s e t z u n g e n) entwickelt und geformt werden. Finge gut gewählte Sätze aus dem wertvollen hebräischen Schrifttun) der verschiedensten Stilperioden — in eingehender .methodischer Behandlung zum Eigentum des Schülers gemacht — ebnen den Weg zur Redegewandtheit auf der Grundlage natürlicher Gedankenzusammenhänge. - Mit besonderer Freude firdet man im Anhang ein hebräisch-deutsches Lexikon, dessen Benutzung wichtiger und fördernder ist als eine deutseh-kebräisehe Uebersicht der wichtigsten Be- Kriiie. Beide Teile des Cohnschen Buches verraten sehr stark i die Eile, mit der sie fertiggestellt werden sollten. Eine erneuto Bearbeitung beider Teile zu einem Band, in welchem das bisher mehr Gelegentliche stofflich und methodisch an den richtigen Platz rückt, und in welchem biblisches und rabbinisches Schrifttum berücksichtigt werden — dürfte diesem Werke einen bleibenden Wert geben. Bacher-Kassel. ♦ Zur Besprechung liegen vor: Hugo Herr mann: Palästinakunde, I. Teil, Fiba-Verlag, Wien. Dr. A. Michalski: Whigad* to V wincho, Hagodoh schel Pessach. I. Kauitmann-Verlag. Frankfurt a. M. 1934. Brosch. 2 M, geb. 3 M. Joachim Prinz: Jüdische Geschichte. Branduß-Verlag, Berlin. Marmorosch: Alte und neue Stätten in Palästina und Südsyr'en. Jerusalem, 1934. E. Bräudo: Kedem Taschen-Wörterbuch. Verlag Kedem, Berlin, 1934. , \ Für die Anzeigen verantwortllch: .Curt Brflmet» Ludwlgshafen a.Rh. — D.-A. I. Vj. 1087 Exemplare.