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Jüdische Schulzeitung · 1934-02-01 · 2 (1.2.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
2 (1.2.1934)
Date
1934-02-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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&&^^&rCi?*^:'? " '"' "'~ "'■■-*' - 10. Jahrgang CERMANIA JUDA1CA I Nummer 2 Schulzeitung Monatsschrift für Erziehung, Unterricht und Schulpolitik Organ des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine (Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin C 15, Kaiserstraße 29) Die „Jüdische Schulzeitung" erscheint am 1. eines jeden Monats. PcHtbezuflspreis: i,— pro Quartal. Mannheim, den 1. Februar 1934 Druck und Verlag: Gebrüder Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. S. Braun, Köln, Lütsowstr.39 Aus d.em Inhalt dieser Nummer: Die Richtlinien der Reichsvertretung. Jakob Wassermann. Wendepunkte in der judischen Geschichte von M. Abraham-Beilin (Schluß). Zur Frage der jüdischen Lehrerbildung. Vereinigung Isr. Lehrer und Lehrerinnen Frankfurts. Von der Verbandsleitung Der Verbands Vorsitzende teilt mit: Der Geschäftsführer des Verbandes, Herr Kollege Abraham, hat sich im Hinblick auf seinen Gesundheitszustand zu unserem Bedauern benötigt gesehen, die Geschäftsführung des Verbandes vorläufig niederzulegen. Sein Vertreter ist Herr Kollege Max Reschke, Leiter der Knabenvolksschule der jüdischen Gemeinde Berl'n, C 25, Kaiserstraße 29. (Fernsprecher: Kupfergraben 0767.) Alle Zuschriften in Verbandsangelegenheiten wollen die Kollegen von jetzt ab an die oben angegebene Stelle richten. Nur die Kassengeschäfte vjer waltet Kollege Abraham bis auf weiteres. _ . Dr. Stern. Die gesamte Kollegenschaft wird, des sind wir gewiß, mit tiefem Bedauern von dieser Mitteilung Kenntnis nehmen. Sie wünscht aufs herzlichste, daß der Rücktritt Abrahams wirklich nur vorläufig sei und daß ihm recht bald die alte Kraft wiederkehren möge. Die Richtlinien der Reichsvertretung Der Erziehungsausschuß der Reichsvertretung der deutschen Juden hat nach längerer Vorberatung Richtlinien zurAufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen in Deutschland veröffentlicht, die wir im Wortlaut hierhersetzen. Wir beschränken uns heute auf die Wiedergabe der Richtlinien und werden in der Märzausgabe unseres Blattes in einem besonderen Aufsatz auf ihre Bedeutung e'ngehen. Die Schriftleitung. Der Wortlaut der Richtlinien Vorbemerkung Die^ vorliegenden Richtlinien ordnen sich in dem Rahmen der für alle, mithin auch für die jüdischen Volksschulen geltenden Bestimmungen ein. So ergibt sich, daß z. B. für den Deutschunterricht diejenigen Stoffgebiete und Unterrichtsziele, die für alle Volksschulen verbindlich sind, nicht aufgeführt und gewürdigt zu werden brauchen; es werden vielmehr lediglich diejenigen Ergänzungen gebracht, die durch die besonderen Ziele der jüdischen Schule «notwendig gemacht sind. Demgemäß sind die staatlichen Richtlinien bei der Ausarbeitung von Lehrplänen für jüdische Schulen unbedingt heranzuziehen. --jy '■>j?(>*ßt' Für die ü r u n d schule ist außer den in den einzelnen Ländern getroffenen Anordnungen noch der Erlaß des Reichsministeriums des Innern vom 18. Juli 1921 — III 3681 — „Richtlinien über Zielbestimmung und innere Gestaltung der Grundschule" — zu beachten. (Für Preußen ist eine vom Ministerium empfohlene Zusammenstellung aller einschlägigen Bestimmungen unter dem Titel „Richtlinien des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung! für die Lehrpläne der Volksschulen" im Verlag Ferdinand Hirt in¬ Breslau erschienen.) Allgemeine Ziele 1. Die jüdische Schule erfährt ihre besondere Prägung *-aus dem doppelten Urerlebnis, das jedes in Deutschland, lebende jüdische Kind in sich' trägt: dem jüdischen und dem deutschen. Diese beiden Grunderlebnisse sind gleichmäßig zu entwickeln und ins Bewußtsein zu heben; sie sind in ihren; Neben- und Miteinander wie auch in ihrer Spannung fruchtbar zu machen und zu entfalten. 2. Die Schule soll von einem steh selbst begreifenden jüdischen Ge'ste durchdrungen sein. Das heranwachsende Kind soll seines Judeseins in gesundem Bewußtsein sicher werden; es soll sich des Namens freuen lernen, mit allem Stolz und aller Entbehrung, die damit verbunden sind. Zur Erreichung dieses Zieles ist das Jüdische in den Mittelpunkt aller dafür in Betracht kommenden Unterrichtsfächer zu stellen. Lebendiges Verständnis für die Ewigkeitswerte der jüdischen Rel'gion und für das jüdische Leben der Gegenwart, insbesondere für das Aufbauwerk in Palästina, sollen im Kinde geweckt und gepflegt werden, damit es seine Aufgaben in Haus und Synagoge, in der Gemeinde und der jüdischen Gesamtheit zu erfüllen in den Stand gesetzt wird. 3. In Ergänzung der staatlichen Richtlinien für den Deutschunterricht soll all das, was jüdisches Sein und Denken dem deutschen Geiste zu danken hat, wie umgekehrt das, was jüdischer Geist und jüdische Arbeit zum Aufbau der deutschen Kultur beigetragen haben, in seiner Wechselwirkung aufgezeigt werden. 4. Unbeschadet der Ausbildung aller intellektuellen Fähigkeiten ist stets im Auge zu behalten, daß die. gesamte Erziehung auf die Erzielung willensstarker und in sich gefestigter jüdischer Charaktere abgestellt sein muß. Von allem anderen abgesehen, mahnen hierzu die dringenden Notwendigkeiten der Gegenwart: Das jüdische Kind muß fähig gemacht werden, den seiner wartenden besonders schweren Lebenskampf aufzunehmen und zu bestehen. 5. Daher wird einie sorgfältige, körperliche Erziehung, insbesondere die Pflege von Turnen und Sport, zu den wichtigsten Aufgaben der Schule gehören. Der notwendigen Berufsumschichtung wird durch die Pflege manueller Ausbildung (Zeichnen, Nadelarbeit, Werkunterricht) die Bahn bereitet werden. Um der besonderen Situation der deutschen Judenheit gerecht zu werden, soll den Volksschülern auch die Möglichkeit geboten werden, mindestens eine moderne westeuro- »I. II

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