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Jüdische Schulzeitung · 1932-03-15 · 3 (15.3.1932) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
3 (15.3.1932)
Date
1932-03-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Jüdische Schul, Nummer 3 Seite 8 waren bahnbrechend, später brachten Mandelbaum-Rothschild. Hamburg und wieder die beiden erstgenannten die kindertümlichen, zeitgemäßen Fibeln „auroh w’simdioh“ und „lilodenu" heraus.*) Die experimentelle Psychologie, die die Grundschule als einen Komplex auffaßt, also allgemeine und jüdische Pädagogik vereinigt, veranlaßte Maybaum, hebräische Zeichen an deutschen Worten zu üben; auch das umgekehrte. Verfahren wird versucht. Erst die obengenannten Fibeln führen zu Uebereinstimmung von Wort und Bild, führen zur Erarbeitung und Uebersetzung eines kindgemäßen Textes. Jedoch stellt die experimentelle Psychologie fest, daß rein optische Veranschaulichung noch immer zu Lesedefekten führe. Da zu helfen vermag nur eine nachbildende, eine Schreiblesemethode. Neue Arten des Unterrichts tauchen auf, vereinfachte und vollkommene Formen der Quadratschrift, allmähliches Erfassen der Rechts-Links-Leseweise durch Uebergang von einer sogenannten Plakatschrift und ähnliches. All diese Versuche sind Einzelversuche. Die Offenbacher Kollegen L i ch t e n!st e i n und Strauß bringen jedoch ein geschlossenes Ganzes, das Baustein auf Baustein fügt und keine Lücke läßt. Das System hat vier Stufen, und zwar 1. die Aleph-Beth-Stufe, 2. die Fibelstufe, 3. sprachliche Erweiterung durch Tafeln und Hilfsbücher, 4. die mit dem 4. Schuljahr beginnende Stufe, die Tefillah, Thumosch und Tenach umfaßt. Die beiden Verfasser erklären es als unmöglich, Sprache und Alphabet zugleich zu geben. Sie beginnen im letzten Tertial des 1. Schuljahres mit dem Vorkursus, der an Hand von farbigen Bildern — die Farbe ist für bestimmte Wortarten — männlich — weiblich usw. — immer die gleiche, und von Mal- und Leseblättern für die manuelle Beschäftigung der Kleinen, arbeitet. Diese vier Merkblätter werden in ein Buch eingeheftet. die Buchstaben sind in auszumalender Umschrift — llmrißlinien — gegeben, die Bilder stimmen in Farbe und Form mit den Wandbildern überein. Die ersten Bilder find der Umwelt der Kinder entnommen, das dritte ist ein Bibelbild, das'vierte bringt jüdischen Brauch, den Freitagabend. Als weiteres Hilfsmittel tritt ein kleiner Lesekasten für den Schüler hinzu; auch hier spielt die Farbe eine große Rolle, Vor- und Nachsilben sind rot gezeichnet. Die Fibelstufe fußt auf „Lurob w’simdio“. Die dritte Stufe benutzt die Sdiare zedek, besitzt aber als Hauptlehrmittel Sprachtafeln. die in alle grammatischen Grundbegriffe einführen: männliche Formen sind wieder schwarz, Suffixa und Präfixa rot gezeichnet usw. Das Wertvolle an der Methode ist ihre systematische Durchführung. ihr lückenloser Aufbau, den Kollege Leoy in klarer und übersichtlicher Weise an Hand des Anschauungsmaterials bietet. Die Diskussion ergab manches für und wider, Bedenken gegen die Aufnahme des hebräischen Unterrichts im ersten Schuljahr, Bedenken gegen die verwirrende Reichhaltigkeit der Merkblätter für die 6jährigen, da aber der Erfolg stets maßgebend ist, kam man zuletzt zu dem Entschluß — Kollege Eugen Jacobi und Kollege Erünebaum I sprachen vor allem dafür — einen Versuch zu machen. Nach Beendigung der Diskussion sprach Dr. Siegfried Braun über eine Neuerscheinung des Rowohltverlages, über „Kasteins Geschichte der Juden" und betonte vor allem den Leitgedanken der jüdischen Geschichte, den Kastein herausgearbeitet habe: den Kampf um den ethischen Monotheismus. Er wies weiterbin auf die Uebersichtlichkeit des Planes hin, nach dem das Werk ausgebaut sei; Kastein habe den ungeheuer umfangreichen Stoff in Einzeldarstellungen künstlerisch aufgeteilt. Braun schloß seine Ausführungen mit den schönen Worten des Buches: „So vom Wunderbaren und vom Grauenhaften, so vom Notwendigen und Zufälligen, so vom Ewigen und vom Zeitlichen ist diese Geschichte eines Volkes erfüllt, daß man ihr nicht nahen kann, ohne über *) Auch die Fibel „Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule" SW NSstzttfeMrEktdettbura darf bei dieser Aufzählung nicht unerwähnt bleiben. Die Schriftleitung. alles Dogma der Religion hinweg im tiefsten Sinne gläubig zu werden." Dr. Brauns Worte, des Hauptreferenten Levy klare und sachliche Ausführungen und des Vorsitzenden Grünebaum umsichtige" Leitung ließen die Konferenz zu einer, befriedigenden Veranstaltung werden. T i l l i Marx. Sonntag, den 31. Januar, fand in Dittersbach die 10. Pflegfchaftssitzung jüdischer Lshrer Niederschlesiens statt. Wieser-Waldenburg sprach über das Thema: „Wie erteile ich erfolgreichen Barmtzwa- U nt erricht?" In erschöpfender Weise suchte der Referent alles anzuführen, was die Möglichkeit gibt, mit Erfolg zu wirken. Es genüge nicht, den Barmizwa mit dem Stoff zu versehen, den er zum Barmizwafeste zum Vorträge benötigt. Er soll das Wesen des Judentums erfassen lernen, soll feine Sitten und Gebräuche verstehen. Mit welch unendlichen Mühen des Lehrers dieses Ziel nur einigermaßen zu erreichen ist. versteht man um so eher, als doch die Knaben in vielen Fällen noch nicht die geistige Reife haben, den vollen Inhalt der Gotteslehre zu erfassen. Und dazu kommen die vielen äußeren Abhaltungen, das oftmals religionslose Familienhaus, die Jugendvereine auf nichtjüdifchem Standpunkte, Gottlofenbewegung. übertriebener Sport usw. Wieser empfahl ein Werkchen von Feinstein Ma Schetoschiw 1912, besonderer Beachtung. Die rege Aussprache, woran sich alle Anwesenden beteiligten, brachte noch manche Fingerzeige zur Verbesserung des Barmizwa-Unterrichtes. Dereinstagungen. 1. Pflegfchastsbezirk Niederfchlesien, nächste Sitzung 20. März, 13^4 Uhr, im Bahnhof Dittersbach. Arbeitsgemeinschaft jüd. Lehrer am Nlederrhei« Tagung in Duisburg (Loge) am 20. März, 16 Uhr. 1. Talmud , Traktat Wiederholung und Fortsetzung; 2. Liturgisches über Purim und die Megillah. Bereis jüd. Lehrer der Prov. Brandenburg Für die Ende März stattfindende Vorftandstagung nimmt der Unterzeichnete Wünsche und Anregungen bis 20. März entgegen. G u t t m a n n, Potsdam. Wilhelmplatz 2. Briefkasten. Wir weisen erneut darauf hin. daß die Tagesordnung unserer Vereinstagungen nur noch in der „Schulzeitung" zur Veröffentlichung gelangt. Vereine, welche in der Pfingstwoche tagen wollen, müssen >daher ihre Tagesordnung uns schon für die Äprilnummer, und zwar spätestens bis zum 1. April, zugehen lassen. Die Reichszentrale für Schächtangelegenheiten (Berlin N 24. Artillerieftraße 31) teilt mit. daß der in Nr. 2 der .jüdischen Schulzeitung" angegebene Preis von 40 Pf. für die von ihr herausgegebene Schächtbroschüre des Herrn Rabbiner Dr. Unna nur für Massenbestellungen zutrifft. Der Einzelverkaufspreis der Broschüre beträgt 60 Pf. — 's Reserviert für Direktor H.Schröpet Hamburg, Sierichstraße 25 ...J i:::..:...3 Kollegen! Werntior me Verbreitung der Jüdischen scnuizeitung Probenummern ln be schritnkter Zahl atehei bet der SchrlftleJUun. zur Verfügung. r.„--

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