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KC-Mitteilungen · 1926-10-20 · Heft 10 (20.10.1926) · p. Seite 84

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 10 (20.10.1926)
Date
1926-10-20
Page
Seite 84 (sequence 2)
Language
German
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84 | —■ | Verbandsnachrichten | — | Einscndungsschluß für die nächste Nummer 3. Rovbr. Neo-Friburgia, Freiburg. Die zweite .Hälfte des S.-S. brachte keine besonderen Ereignisse. Der Verbindcuigsbeteieb war der übliche. Q\3iv beteiligten uns am ft. E.-Sportfest in Frankfurt, über dessen Ereignisse bereits in den ft. C.-Blättcrn berichtet ist und an einen, Pauktag ebenfalls in Frankfurt, auf dem wir dreimal anspankten, einmal abstachen. Das 30. Stiftungsfest fand vom 30. 7. bis 2. 8. statt. Das Program,n wurde, wie es vorgesehen war, durchgeführt. Elf ftartellverbindungen hätten Chargierte mit Fahnen entsandt, so daß die Auffahrt an der ftäiserstraße eine respektable ^.'änge hatte. Den l. ft. B. l. ft. V. an dieser Stelle den besten Dank. An den Abschluß in Breisach werden sich besonders die ftartellbrüder, die das erste Mal in Frciburg waren, gern erinnern. Die Zahl der A.h. A.h. und auswärtigen Bbr.Bbr. war allerdings wesentlich kleiner als wir erwartet halten, eine Tatsache, die um so betrüblicher ist, als wir den Rahmen des Stiftungsfestes auf dringenden Wunsch des A. Si. 03. so groß gesteckt und auch entsprechende Vorbereitungen (große Diele, viele Gedecke etc.) getroffen hatten. Die äußere i'mje der Verbindung ist unverändert, aber insofern erschwert, als cs uns trotz Bemühungen nicht möglich war, für das jetzige ftncipprovisorium im „Eckwauen" einen vollwertigen Ersatz zu finden. Geeignete Mietsräume sind nicht zu haben. Die einzig gute und augenblicklich sogar besonders günstige Lösung wäre ein eigenes Haus. Die Aussichten für das W.-S. sind vollkommen ungewiß. Das W.-S. beginnt am Montag, den 25. Oktober 1926 mit dem Antrittscovent im „Schwanen" 7,9 s. t. Wir bitten unsere auswärtigen Bbr. Bbr. umgehend zu den ft. E.-Tagsanträgen abzustimmen. in Küclm- und Bläiicrfcbau □ Scheffel als Student. Bon Dr. Bogdan ft' rieger. Verlag von Adolf Bonz u. Comp., Stuttgart. — Geb. M. 5. - Unter diesem Titel hat der Verfasser eine lesenswerte Darstellung der Studentenjahre des Dichters von Ekkehard, Gaudeamus, Trompeter von Säekingen u. a. gegeben, die im wesentlichen auf seinen, Briefwechsel mit seinen Eltern und einigen Freunden beruht. Wer sich ein Bild zu machen wünscht von heiteren und ernsten Stunden eines echten edlen B u r s ch e n l e b c n s vergangener Tage,dem sei das hübsch auSgcstatteteBüchlcin empfohlen. W. S. M. Die Justiz (Verlag Dr. Walther Rothschild iFr.-Gh.j, Bcrlin-Grunewald). Das 5. Heft der „Justiz" enthält eine Reihe beachtenswerter Aufsätze. Zunächst wird ein Rathenau-Gedenkwort von Oberregicrungsrat Eanditt-ftöln gebracht, in dem schlaglicktartig die Persönlichkeit Walther RathenäuS Umrissen wird und eine Wiirdigung nach verschiedener Richtung erfährt. Ferner schreibt Prof. Dr. ftonrad Eosa ck-Rcünchen eine Studie „Vom Fiskus", Polizcivizepräsident Dr. Friedensbürg.Berlin untersucht die Frage der Stellung deS neuen Staates im Strafgcscyenlwurf und kommt zu dem Schluß, daß eine hinreichende Sickerung nickt gegeben zu sein sckcint. Einen Aufsatz, der von besonderem Interesse für die Ueser der ft. E.-Blätter sein dürfte, steuert Rechtsanwalt F o c r d e r-Breslau über die „Zudenrepublik" in der Rechtsprechung bei. Foerder gibt zunächst die amtlichen Unterlagen, die Entscheidungen der erkennenden Gerichte, die erkennen lassen, daß selbst S£.C.er zahlt pünktlich Eure Beiträge, denn auch der K. C. kann ohne Geld nicht bestehen. bis in die höchste Instanz (Reichsgericht) grobe Entglcisungcn zu konstatieren sind. Während sick wohl jeder ftlardenkende und hellsehende der Tatsacke nickt verschließen wird, daß die Zusammensetzung deS an sich schon in gewissen ftreisen ungern gebrauchten Wortes „Republik" mit dem Wort „Inden-" zu einer ftonstrnktion diente, in der sick der ganze Abscheu der rechtsradikalen ft'rcise gegen die heutige Staatsforn, ausdrücken soll, haben einzelne Gerichte ganz eigenartige Auffassungen an den Tag gelegt. Man braucht darüber keine Zweifel aufkommen zu lassen, daß die Bezeichnung „Iudenrepublik" den treffendsten Ausdruck für die Verbindung der Ablehnung deS Judentums und des neuen Staates darstellen soll. Es wird das Ideal der Beschimpfung beider ftomplere durck ein Wort wiedergegeben. Deshalb bemerkt das Landgericht hirsckberg, daß der Ton auf dem zweiten Halbwort mindestens so liege wie auf dem ersten. Wiederum ist eS kein Zufall, daß die wegen Gebrauchs des Wortes „Iudenrepublik" Angeklagte,» fast stets Mitglieder von „vaterländisch-nationalen" «lies: völkischen) Verbänden sind. Als bedauerlich müssen die Urteile deS Landgerichts Gleiwitz und der Beschluß deS OberlandeSgericktS VreSlau bezeichnet werden, wo Untersuchungen darüber angestellt werden, ob die Bezeichnung „Iudenrepublik" im einzelnen Falle überhaupt eine Beschimpfung der Staatsform enthalte. Dazu sagt Foerder mit vollem Recht: „Mer beim Anblick eines Juden, sofern dieser wirklich daS einzige auslösende Moment für die Beschimpfung bilden sollte, den Ruf: „Wir brauchen keine Iudenrepublik" ausstößt, der zeigt eben, daß er die Minderwertigkeit, mit der für ihn der Jude behaftet ist, ohne weiteres auch auf den Staat überträgt, dem er selbst angehört." Foerder weist auch auf die Wirkungen hin, die diese Art der Rechtsprechung in der Presse hervorgerufen hat. Das Vertrauen zur Rechtspflege in politisch gefärbten Strafsachen wird nickt nur bei den unmittelbar Betroffenen, sondern in den weitesten ftreisen des deutschen Volkes erschüttert. Es wird der Hoffnung 'Ausdruck gegeben, daß in Zukunft ein Weg gegangen wird, der allein der Würde und dem Ansehen unseres Staatswesens und seiner auf dem Boden der Verfassung stehenden Bürger entspricht. W. S. M. Folgende freiwillige Spenden flössen in letzter Zeit der ft. E.-ft'asie zu. ftbr. Paul E p st e i n, Breslau . . . 2.90 M Professor Falkenheim, ftönigSberg . 10. - „ E r n st Wallach, Berlin . . . . 20.— „ ftbr. Joseph Kirsch, Berlin.... 100.— „ Rabbiner (Sin ft ein, Landau . . . . 15.— „ anläßlich des Geburtstages des gefallenen ftbr.Paul Einstein, ftrb. Dre y fuß, Dresden (Skatgewinn). 8.— „ Rabbiner Einstein, Landau . . . 15.— „ anläßlich des Todestages des verstorbenen ftbr. Paul Einstein, Fräulein L u c i e G o l d s ch m i d t . . . 20.— „ Wir danken auch an dieser Stelle den freundlichen Gebern.

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