Mannheim
Compact Memory

KC-Mitteilungen · 1926-06-12 · Heft 6 (12.6.1926) · p. Seite 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 6 (12.6.1926)
Date
1926-06-12
Page
Seite 48 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2822870-2822880-2822885--253-2823278
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

48 B tejü BIB vucver- und Blämrfcftaii h | gj W Die Justiz (Verlag Dr. Walther Rothschild IFr.-Gh.j, Berlin-Grunewald). Das Aprilheft bringt der Beitrag „Grundsätzliches zur Fürstenabfindung" voll Reichsjustizminister a. D. Otto Landsberg» ferner ein Diktatnr-Gesetzentwurf über die Ausführung des Artikels 48 der Weimarer Verfassung von Berns. Der Entwurf von Berus ist ein bis in feinste Einzelheiten durchs dachter Lösungsversuch zur Regelung der reichspräsidialen Exekution und Diktatur. Prof. T h. L e s s i n g , der Kritiker des Haarmannprozesses, zergliedert psychologisch das „Fehlurteil im Falle Grans". Der Strafrechtskritik dient die Studie „Meineid" von Dr. Kurt R o s e n b er g , Berlin. Das Rechtsschicksal der Weimarer Iakobskirche ist Gegenstand der Untersuchung „Eine republikanische Hofkirche "von Negierungsrat Friedrich Meß. „Der Jurist und der Laie", Not und Art ihrer Verständigung, werden in dem Aufsatz des Thüringer Volkshochschulleiters Eduard Weitsch beleuchtet. Ernst Fuchs, Karlsruhe, bespricht das „Verhältnis der Freirechtslehre zum deutschen und ausländischen Rechtsdenken": nachdenklich stimmt der von ihm nachgeschilderte Bericht des französischen Gerichtspräsidenten Carre de Malberg über die Rechtsprechung der elsaß-lothringischen Gerichte von 1919 bis 1925, ein „wundervoll scharfes Gemälde des in 6 Jahren durchlebten Gegensatzes zwischen deutscher und französischer Rechtsprechung hinsichtlich des BGB." — In der Praxis des Rechts widmet Dr. Wehn dem im Februar verstorbenen Frankfurter Jugendrichter Allmenröder ein ehrendes Gedenken. Oborniker behandelt im Anschluß an den Berliner Femeprozeß das Problem des Aeberzeugungsverbrechers, ferner die Strafrechtsprechung in Verratsfällen, von denen sich mit besonderer Furchtbarkeit der Fall Wiese heraushebt. Zur Gründung des Heinebundes. (Berlin W 9, Linkstraße39; Gesamtleitung: Dr. Ahron Eliasberg) Mit dem Namen desjenigen Mannes, der soviel um das jüdische Wesen wußte, der wie kein anderer jüdische Geislesart mit abendländischer Bildung verband, wendet sich diese „jüdische Buchgemeinde" an die Oeffentlichkeit und bittet um Unterstützung für ihre Bestrebungen, die Teilnahme am jüdischen Buch in weiteste Kreise zu tragen. Mit welchen Mitteln dieses versucht wird, zeigt der umfangreiche Prospekt, der „die ersten Bücher" enthält und der allen Interessenten zur Verfügung steht. Diese sechzehn Büchertitel geben Proben aus den wichtigstell Arbeitsgebieten des Ä-B.: Romane, Geschichte, Memoiren, Kunst, Gesellschaftskunde. Blutzer den vierBänden einer Iahresreihe, zu deren Abnahme die Mitglieder verpflichtet sind, werden jedes Jahr auch Auswahlbände gebracht. Die vier Bände der Iahresreihe kosten inkl. Zustellung je R.-M 3,75 und haben einen durchschnittlichen Umsang von 300 Seiten. Die Answahlbände sind an Preis und Umfang verschieden. Die Ausstattung wird zeitgemäßenAnsprüchen genügen; holzfreies Papier, Ganzleinenbände nsw. — Jede Tendenz religiöser und parteipolitischer Art ist ausgeschlossen In seiner Gesamtheit ist das Programm des 5) -B geeignet, das Judentum in seiner ganzen Fülle begreifen und lieben zu lehren. Grundlagen der Wissenschaft und der Wissenschaften; eine logische und sozialphilosophische Untersuchung von Wilhelm Sauer, ord.Professor an der Universität Königsberg (Verlagsbuchhandlung Dr.WaltherRothschild-Frib.-Ghib.,Berlin- Grunewald). „Eine Neuordnung der gesamten Wissenschaften", eine „Neuorientierung der Wissenschaft überhaupt", — das ist die wahrhaft nicht geringe Aufgabe, die der Verfasser dieses, jetzt im Verlage des Kbr. Rothschild- Frib.-Ghib. erschieneneil, llmfangreichen Werkes sich gesetzt hat. Es will „die Idee der Wissenschaft ergründen und sie streng in allen Wissenschaften durchführen." — Welch eine gewaltige Vorarbeitsolchem Werk notwendig ist, ist offensichtllch; der Verfasser sagt selbst, daß seine ganze Lebensarbeit, darunter 4 grundlegende Hauptwerke ihm vorangehen mußten. Da darf sich der Leser nicht ohne weiteres unterfangen, das Werk kritisch zu betrachten, — hat er doch zunächst genug zu tun, um seinen Inhalt und seine Gedanken zunächst einmal anszunehmen und innerlich zu verarbeiten. - So mag denn an dieser Stelle nur auf das Werk als solches hingewiesen werden. Es ist nicht ganz leicht, es zu lesen, aber die Mühe macht sich bezahlt. Mail ist von vornherein vom Gegenstände n»»d der, für ein philosophisches Merk bewundernswert klaren, gewissermaßen „allgemeinverständlichen" Darstellung gefangen, und freut sich, daß nach der langen Periode der Einzelarbeit in der Wipenschaft wieder eine Betrachtung der Wissenschaft als solche versucht wird, die das gemeinsame Ziel aller Einzelwissenschaften ebenso wie deren gemeinsames Element darznlegen sich befleißigt. Nach der Betrachtung der Wissenschaft als solche werden die Einzelwistenschaften (ihr Aufbau und jede einzelne für sich: Logik, Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Philologie, Soziologie, Sozialphilosophie, Rechtswissenschaft,' Ethik, Aesthetik und Kunstwissenschaft und schließlich die Religionswissenschaft) und zum Schluß die Llniversalwissenschaften: Erkenntnistheorie, Phänomenologie (Lcbensphilosophie), Kultnrphilosophie und „Metaphysik als Wissenschaft behandelt, alle unter dem verbindenden Motto: „Glücklich der Forscher, der nur ewige Werte vor sich sieht." £> L. Abonniert den morgen philo-verlag ö.m.b.H. Berlin 5V 68, Cinbenftr. 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.