KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 6 (15.6.1925)
- Date
- 1925-06-15
- Page
- Seite 44 (sequence 2)
- Language
- German
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44 la»B<Di flkadcmiicfie und allgem. nacfiricfiten ichbiqi Deutsche Hochschiiliiieistcrschaftcn 1925. Das Deutsche Hochschulamt, für Leibesübungen und das Amt für Leibesübungen der Deutschen Studenten, schast haben die deutschen Hochschulmeisterschaften 1925 in Leichtathletik und Schwimmen ausgeschrieben. Die Meisterschaften werden am 25. und 26. Juli in Danzig ausgetragen. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft. In Leichtathletik finden Cinzelwettkämpfe unv Hochschulstaffeln statt, bei denen der olympische Fünfkampf auch für Alt-Akademiker offen ist. Im Schwimmen sind von den Einzelwettkämpfen nur den Schwimm-Mehrkampf auch für Alt-Akademiker zugänglich. Im übrigen finden Springkonkurrenzen, Hochschulstafseln und ein gemischter Mehrkampf statt. Die Meldungen sind bis zum 12. Juli an das Amt für Leibesübungen der Deutschen Studentenschaft, Danzig, Technische Hochschule, zu richten. Iudenherrschaft in Rußland? Immer wieder taucht in der völkischen Presse die Vehauptung vom „jüdischen Bolschewismus" auf, Marxismus, Pazifismus, Internationalismus, Kommunismus u. a. m. sind reine jüdische Erfindungen zur Erlangung der Weltherrschaft. Daß das Judentum als Religion überall tit Rußland bekämpft, und daß es nur als „nationale Minderheit" anerkannt wird, beweist allein schon den Unsinn dieser Auffassung und die weit engere Verwandtschast mit der Ideenwelt unserer völkischen Gegner. Aber nicht einmal als nationale Minderheit findet das Judentum hinreichende Vertretung, fern von aller „Alleinherrschaft" in den Sowjets. So meldet die Ita folgendes: * Das Mitglied des Zentralexekutivkomitees der Sowjets, Larin, der seit dem Tode Lenins als die wichtigste Figur im jetzigen Rußland betrachtet wird, hielt am 20. Mai aus der allrussischen Konferenz der Sowjets eine Rede über die Politik gegenüber den Volksminderheiten, die großes Aufsehen eregt hat. Er kritisierte scharf die national-autonomen Republiken innerhalb der Sowjetunion, die die nationalen Minderheiten in ihrem Bereiche ungerecht behandeln. Cr führte nur die folgenden Tatsachen an: In den Dörfern Weißrußlands macht die jüdische Bevölkerung 7y Prozent der Gesamtbevölkerung aus, in den lokalen Sowjets sind die Juden aber nur im Verhältnis von 5,7 Prozent vertreten. In der Ukraine ist die jüdische Vertretung in den Sowjets nur ein Drittel so groß als sie sein müßte. Besonders griff Larin die Krim-Regierung an, die in mißverständlicher Deutung des Kolonisationsplanes der Zentralregierung den jüdischen Kolonisten verbietet, ihre Familienangehörigen aufs Land zu bringen, wenn diese nicht gleich ihnen schon am 4. März sich auf dem neuen Boden eingesunden haben. In Podobianka, Distrikt Homel, verboten die lokalen Behörden während der Pressewoche Subskriptionen auf die jüdisch-kommunistische Tageszeitung „Cmes" und entfernten aus der Ortsbibliothek in jiddischer Sprache gedruckte Exemplare des kommunistischen Programms und der Militärstatuten der Roten Armee. Larin warnte davor, die Minderheitssprachen, sei es auch jiddisch, in den Schulen zu unterdrücken und den Kindern der Minderheiten die Staatssprache aufzuzwingen, wie es in der Akraine geschah. Die Ausführungen Larins wurden von dem Vorsitzenden des Zentralexekutivkomitees Kalinin sehr warm unterstützt. Grenzen des Zionismus. In der Sitzung des englischen Oberhauses vom 20. Mai richtete Lord Raglan an die Regierung die die Frage, wie groß in Palästina der anbaufähige Bodcn ist, wieviel von demselben von den Arabern und wieviel von den Juden bearbeitet wird? Wie groß endlich ist die für die jüdische Siedlung noch.zur Verfügung stehende Fläche? Cs sind mancherlei Gründe vor- Händen, führte Lord Raglan weiter aus, weshalb die Regierung diese Informationen geben müffe. Mehrere anseinander folgende Minister haben erklärt, daß Juden nach Palästina nur gemäß der Aufnahmefähigkeit des Landes hereingelassen werden sollen. Dessen ungeachtet sind in den letzten fünf Jahren 35000 Juden ins Land gekommen, von denen sich aber nur 2000—3000 auf dem Lande niederließen, während der Rest in die bereits überfüllten jüdischen Viertel von Haifa, Jaffa und Ierusalem zog. Die Informationen sind aber auch aus einem anderen Grunde erwünscht. In Südeuropa studieren Juden die Landwirtschaft, um sich dann in Palästina diesem Zweige zu widmen. Wenn auch Palästina landwirtschaftlich so dicht wie etwa Porkshire besiedelt wird, so wird es nur noch etwa 150 000 Landwirte aufnehmen können. Lord Stanhope erwidert im Namen der Regierung: Palästina mißt insgesamt 27 Millionen Dunam; davon entfallen auf die südliche Wüst'e 7 Millionen Dunam, etwa 7 % Millionen Dunam unkultivierten Landes werden für Städte, Dörfer und Wege abzurechnen sein, so daß nur lly Millionen Dunam für Kultivierung verbleiben. Von diesem Boden bearbeiten die Araber etwa 9 Millionen Dunam, wovon ein Drittel eigentlich unbebaut bleibt; 850000 Dunam bearbeiten die Juden; 150 000 Dunam Angehörige anderer Rationen. Cs verbleiben demnach etwa 2y, Millionen Dunam unkultivierten Bodens, von welchem wahrscheinlich nicht mehr als 1 y, Millionen der jüdischen Siedlung in Zukunft zur Verfügung stehen werden. Cs soll aber bemerkt werden, daß es wegendes Fehlens genauer Berichte unmöglich ist, sichere Ziffern zu nennen; was demnach mit Bezug auf das freistehende Anfiedlungsland gesagt worden ist, beruht lediglich auf Vermutungen. Sollten diese Zahlen nicht auch manchem Zionisten zu denken geben? Beweisen sie doch am besten, daß eine Lösung der Iudenfrage, wie sie der Zionismus erstrebt, durch palästinänsische Siedlunqen nicht erreicht werden kann. Ein jüdisches Palästina wird danach auch nicht entstehen können, auch dort wird das Judentum eine Minderheit bilden. Die Zahlen sprechen klar. Zieht der Zionismus eine Folgerung daraus? Ist es unter diesen Amständen nicht ein Verbrechen, das bodenständige europäische Judentum, daß von einem Nationaljudentum nichts empfindet, sondern unlöslich mit seinem Heimatvolke verbunden ist, immer wieder zu entwurzeln zu versuchen, eine Amnöglichkeit, die Hoffnungen, die man im Ostjudentum unter Ausnutzung und Ambiegung der religiösen Ideen der alten Heimat, des gelob» ten Landes, geweckt hat, zu erfüllen? Studienstiftung des deutschen Volkes. Die Studienstiftung des deutschen Volkes bei der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft, die im April zahlreichen Bewerbern der höheren Schulen 150 besonders wertvollen und bedürftigen Abiturienten das Studium ermöglicht hat, gibt bekannt, das die nächste Entscheidung eingelaufener' Gesuche durch den zentralen