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KC-Mitteilungen · 1925-04-15 · Heft 4 (15.4.1925) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 4 (15.4.1925)
Date
1925-04-15
Page
Seite 33 (sequence 7)
Language
German
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□ Weber- und Blänerfcbau □ | Das katholische Farbenstudententum in der Gegenwart von Geh. Archivrat Dr. Joseph Wei ß. Flugschriften aus dem C.V. Neue Folge, Heft 1. Im vergangenen Fahr besprachen wir an dieser Stelle die das gleiche Thema behandelnde Schrift von Hagen und Kosch. Hier handelt es sich nicht um eine Aebersicht für den Außenstehenden, sondern die Herausgeber wollen in den neuen Heften grundsätzliche Fragen erörtern. Weit über den C. V. hinaus ist der Aufsatz von Prof. Krasser: „Der C. V als Lebensgemeinschaft" von Bedeutung. Cr sucht den Grund der in allen studentischen Verbänden bestehenden Krise zu erfassen. Seine Feststellungen und seine Wege sind eben, weil es sich um Zeit- und nicht Lokalerscheinunaen handelt, rür jeden Korporationsfreund, in welchem Lager er steht, ernstester Beachtung wert. Auch was in dem Aufsatz von Schlund über «C. V. und Religion" gesagt ist, könnte mit geringen Aenderungen über das Thema „K.C. und Judentum" ausgesprochen werden, wenigstens soweit es objektive Feststellungen betrifft; daß aber die Ursachen nicht die sind, die er anführt, sondern die allgemeinen. Fragen, die Krasser in den Vordergrund rückt, beweist diese Tatsache der Aebereinstimmung zwischen K. C. und C.V., denn worin sieht Schlund die Arsache des. Aebels des Zurücktretens des Prinzips Religion? Zn vier Arfachen: 1. Der Katholizismus hat nicht mehr zu kämpsen. 2. Der religiöse Gedanke ist im C.V. hinter den nationalen Gedanken, die Hochschulpolitik und'die Wehrhaftmachung zurückgetreten. 3. Der Atilarismus der Gegenwart. 4. „Das, was ich Feudalität nenne". Die beiden ersten Gründe kommen für den K.C. nicht in Betracht. Das „Warum?" bedarf hierzu keiner Erörterung. Der Lltilarismus deckt sich wesentlich mit dem, was Krasser als Schwinden des Gemeinschaftsgefühls bedauert und geißelt, aber der vierte Grund verdient auch unsere Beachtung. Er sagt: : „Religion und Anstand, Religion und feiner Geschmack, auch Religion und Pracht vertragen sich. Aber Religion und Fatzkentum, Religion und Mode vertragen sich nicht. Zch weiß wohl, daß ich vielleichr hier ein Wespennest in seiner Ruhe und Behaglichkeit störe. Aber es ist doch so: wer übertriebenen Wert auf das Aeußerliche legt, der kann keinen Wert mehr auf das Innerliche legen. — Man sollte meinen, daß die Rot der Zeit und des Volkes hier gut gewirkt hätten. Wer es scheint doch nicht überall so zu sein. Ich stehe mit Begeisterung zu den- Farben. Aber die Farben müssen auch einen Träger, einen Hintergrund haben, sonst ist es bloß eitler Schein. Eine bestimmte Höhe der äußeren Kultur gehört zum gebildeten Rlann.-Aber wenn die äußere Kultur überschätzt wird, dann kann sie keinen Inhalt mehr haben, dann muß sie leer sein. --— Dr. Georg Ried nimmt zu der Frage „L. V.er und soziale Frage" Stellung. Hier handelt es sich nicht um Probleme, sondern Aufgaben, die sich für den katholischen Studenten ebenso von selbst verstehen sollten, wie für den jüdischen. Auch die kleinen Arbeiten über Leibes- Übungen unb die Zukunft des E.V. bedürfen keiner Erörterung. Mer diese beiden Aufsätze von Krasser und Schlund, sie müssen von jedem gelesen und gewürdigt werden. H. V. Deutsche Iuristenzeitung. 30. Jahrgang. Verlag Otto Lieb mann.. Die Deutsche Iuristenzeitung ist zu bekannt, als daß sie einer Empfehlung oder Kritik an dieser Stelle bedarf. Sie ist heute mehr denn je zum unentbehrlichen Handwerkszeug geworden, wo sie mit der „Juristischen Wochenschrift" die Arbeitsteilung, hie „de lege lata", hie „de lege ferenda" eingegangen zu sein scheint, und gerade die der Iuristenzeitung zufallende Zukunstsregelung heute jeden Juristen beschäftigen muß. Es schließt sich mit dem verstärkten Amfang des Blattes wieder eine der Wunden der Inflation. „Aebungen im Strafrecht und Strafprozeßrecht". Von Prof. Dr. A. Graf zu Dohna. Zweite Auflage. Verlag Otto, Liebmann, Berlin. Preis 2 Älark. . Die vorliegende Neubearbeitung berücksichtigt .in weitgehendem Maße die tiefgreifenden Veränderungen, die Strafrechtspflege und Gerichtsverfassung durch die Verordnung vom 4. Januar 1924 erfahren haben. Jedoch ist in der Anlage -des Buches nicht viel geändert worden. Der erste Teil enthält zusammenhängende Prozeßbilder, in denen zahlreiche materiellrechtliche Fragen enthalten sind. Der zweite Teil bringt eine Reche von strafrechtlichen Tatbestandsbildern. Wenn' auch die strafprozessualen Aebungen im Vorlesungsplan der Aniversitäten etwas in den Hintergrund treten/so sind doch die hier gebotenen Fälle außerordentlich instruktiv, zumal die Aufmerksamkeit stets auf die entscheidenden Gesichtspunkte hingelenkt wird, so daß auch beim Selbststudium die wesentlichen Fragen nicht übersehen werden können. Ein Vorzug des Werkes ist die lebendige Gestaltung; die Fälle sind ein Spiegelbild unserer Zeit, indem zahlreiche Probleme angeregt werden, die jetzt die Gemüter beschäftigen. Weit zurück liegen die Tage, da Wissenschaft. und Leben zwei verschiedenen Welten angehörten; hier sind die aktuellen Fragen so behandelt, daß sie durch den wissenschaftlichen Aufbau befruchtend auf die jungen Studenten« wirken. H. R. Heinrich Heine. Confessio Iudaica. Eine Auswahl aus - seinen Dichtungen) Schriften und Briefen. Herausgegeben von Dr. Hugo Bieber. Weltverlag, Berlin. Heines Stellung zum Judentum ist ein Thema, das Freund und Feind schon oft behandelt haben. Wenn uns daher dies Buch in die Hand kommt, kragt mün erstaunt: Gibt es denn das noch nicht? Rein, es wird erst mit diesem Buch eine seltsamerweise offengebliebene Lücke geschlossen, und die Allgemeinheit ist Herausgeber und Verlag in gleicher Weise zu Dank verpflichtet. Gewiß, es läßt sich an diesem Buch gar manches kritisieren, aber das erscheint nebensächlich. Auch ob man bei einer Zusammenstellung von Aeutzerungen eines Mannes wie Heine, der nie mit sich fertig wurde, von einer „confessio" sprechen kann? Dem Herausgeber selbst erscheint die Frage zweifelhaft, und er bejaht sie, andere werden anders darüber denken. Für den Freund des Dichters Heine, und noch mehr für den, der in die Gedankenwelt des sich emanzipierenden Juden der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, einzudringen sucht, wird das schön ausgestattete..Werk. eine . Fülle neuer Anregungen bieten. - Handbuch des studentischen Verbindungswesens von C. H. Eberhardt. Sachsenwaldverlag, Leipzig. Ein unentbehrliches Handbuch für jeden Fuxmajor liegt in diesem Buche vor Uns.. Eine restlose Zusammenstellung aller studentischen Verbände, der Anordnung nach Hochschulen, schließt sich eine Darstellung der Verbände selbst, unter Angabe ihrer Prinzipien^ Organisation, Zeitschriften an, und ist hierbei von einer kaum zu übertreffenden Vollständigkeit und ISachlichkeit. Daß an einer Stelle die Viadrina mit der Vineta vertauscht ist, ist, wie sich aus den anderen Erwähnungen ergibt, ein unvermeidlicher Druckfehler. Das Buch gehört in jede Vcrbindungsbücherei.

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