Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Geschäftsbericht
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 2)
- Language
- German
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gezeichnete Gelehrte in den entscheidenden Jahren des Aufbaus an seiner Spitze stand. Stets wird es mit Dankbarkeit dessen ern^ gedenk bleiben, daß Eugen Täubler mit der Fülle seiner Ideen ihm Ziel und Richtung gewiesen hat Auch der 2. Beamte des Gesamtafchivs Herr Dr. Herlitz verließ nach dem Kriege das Archiv. Er übernahm die Leitung des Archivs der Zionistischen Organisation. Dr. Herlitz sind vor allem die bibliographischen Zusammenstellungen über die Erscheinungen zur Geschichte der Juden in Deutschland zu danken, mit denen die frür heren Jahrgänge der Mitteilungen der Forschung ein weit zerstreutes Material in zuverlässiger Weise erschlossen. Nach dem endgültigen Abgang des ersten Archivleiters wurde im Frühjahr 1920 der Unterzeichnete als nunmehr einziger Archivbeamter eingestellt. Während der Inflationszeit konnte das Gesamtarchiv nur noch ein Scheindasein führen und nur durch eigene schwere Opfer und durch das Entgegenkommen der maßgebenden Faktoren vor der völligen Schließung bewahrt werden. Ohne die tatkräftige Hilfe jenes jüdisch-amerikanischen Stützungskomites, das den kulturellen und sozialen Einrichtungen der deutschen Judenheit über die schwersten Zeiten hinweggeholfen hat, hätte auch das Gesamtarchiv die Wirrnisse der Inflationszeit nicht überdauern können, i Dem Kulturdezernat des Joint Distribution Gommittee und seinem Leiter Herrn Bibliotheks-Direktor Prof. Dr. Gotthold Weil— Berlin sei auch an dieser Stelle ergebenster Dank für die Förderung ausgesprochen, die dem Gesamtarchiv zuteil wurde. Dank hat das Gesamtarchiv auch all den Verbänden und Gemeinden zu zollen, die seine Arbeit durch Gewährung von Subventionen ermöglichten und aufrechterhalten: vor allem der Großloge des Ordens U.O.B.B., der Berliner Jüdischen Gemeinde, dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. Es ist nicht zu verkennen, daß die Sammelarbeit des Gesamtarchivs in der Nachkriegszeit mit viel größeren Hemmungen zu kämpfen hatte als in der Zeit vor dem Kriege. Die Beschränkung in den Geldmitteln engte die Tätigkeit des Archivs immer wieder ein und verhinderte eine Ausweitung seines Wirkungsbereichs. Mußten auch mancherlei Pläne der Vorkriegszeit aufgegeben werden, so sind doch immerhin die Depots des Archivs ständig vermehrt worden. Die vorhandenen Depots wurden vielfach erweitert, 8* 115