Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 17 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2821022-2821033-2822054--0966-2822101
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

die Bedeutung des Mannes, von dem niemand etwas wußte, aufmerksam machen. Eine vollständige biographische Würdigung des Jacob Moses zu geben, erachte ich nicht für meine Aufgabe. Dazu reichen auch die mir vorliegenden Quellen nicht aus. Aber die Mitteilungen, die ich hier veröffentliche 1, werden genügen, um das Andenken an den Mann, dessen Leben eine „Heiligung des göttlichen Namens" war, neu zu beleben und das Unrecht, das seinem Gedächtnisse geschehen ist, wieder gut zu machen.— Auf dem alten jüdischen Friedhofe der Großen Hamburgerr slraße meldet uns der Grabstein Nr. 621 (746), daß dort Jacob Zewi beerdigt liegt, geb. 12. Schewat 5484, gest. und beerdigt iaji seinem Geburtstage 12. Schewat 5562. Jacob Zewi ist unser Jacob Moses. Die Daten entsprechen dem 6. Februar 1724 und i5. Januar 1802. Der Geburtstag wird durch das Beschneidungsregister des Gemeinde-Archivs bestätigt, wo es heißt, daß am Sonntag den 19. Schewat 5484 an Jacob, dem Sohne des Moses, des Schwiegersohnes von Salomo Zewi, die Beschneidung vollzogen wurde. Jacob wurde demnach sieben Tage vorher am 12. Schewat geboren. Da es noch einen Jacob Moses gab 2, nämlich Jacob, Sohn des Vorstehers Moses llalberstadt, wurde unser Jacob zeitlebens Jacob Zewi genannt, weil sein Vater Moses b. Abraham aus Schwersenz ein Schwiegersohn des Salomo Zewi war. Letzterer, der Großvater mütterlicherseits, dessen Beiname Zewi unserm Jacob 3 beigelegt wurde, war kein Unbekannter, vielmehr Salomo Zewi b. Abraham Abril (Aberl) Neumark, mit bürgerlichem Namen Salomon Abraham, Armeelieferant, der sich 1716 einen eigenen Privatgottesdienst einrichtete. 4 1) Sie beruhen da, wo ich keine andere Quelle angebe, auf dem Faszikel Generalia Nr. 3i im Geheimen Staatsarchiv Dahlem: Generaldircktorium Kurmark Tit. CCXXX1I. Vgl. die Akten des Justizdepartements ebenda: R. 21 Nr. 2o5 z. J. 1782—92. 2) Es ist der Jacob Moses, der in den Judenlisten der Jahre 1744, ^49 un<l 1750 (Geh. Staatsarchiv, Abschriften in der Gemeindebibliothek, Liste von 1750 auch bei Freund, Emanzipation der Juden in Preußen (1912) 11,58 Nr. 114) als Schwiegersohn des Sußmann Goslar aufgeführt wird. Er starb 10. Siwan 5554 (1794): Grabstein Nr. 261. 3) Auch sein Bruder Abraham erhielt zum Unterschiede von einem ^andern Abraham Moses den synagogalen Namen Abraham Zewi (gest. 8 Nissan 555o (1790): Grabstein Nr. 410). 4) (König) Annalen der' Juden in der Mark Brandenburg S. ,2 53. Salomo Zewi starb 7. Kislew 5491 (1780): Grabstein Nr. 422. Über Salomo und seinen Vater Abraham Neumark (Abraham Jacob) siehe auch meine „Denkwürdigkeiten der Alten Synagoge zu Berlin" Beil. II, 1 Nr. 72 und i65. 2 17

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.