Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1914)
- Article
- Das Erfurter Judenbuch
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 59)
- Language
- German
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— 60 - Michel de Arnstete filius Megeri1 receptus est in civem pro quadam pecunie summa. Jacobus de Kelbra receptus est in civem pro quadam pecunie summa. Michel de Gota receptus est in civem pro quadam pecunie summa. Jonas frater Froydels receptus in civem pro quadam pecunie summa. Abraham de Salvelt2 receptus est in civem pro quadam pecitnie summa. Pychena de Jene recepta est in civem pro quadam pecunie summa. 1382 Anno domini M0 CGG LXXXII secundo, quando Gonradus de See et Johannes de Molhusen et eorum socii8 fuerunt et camerarii Dithericus Brun, Hermannus Wernborg. Rafele de Meydeburg recepta in civem pro quadam pecunie summa IUI flor. Abraham de Gzwickowe receptus est in civem pro quadam pecunie summa X flor. Magister Smoel de Meydeburg receptus est in civem pro quadam XII flor. Ysak de Cale, Fide syn edam receptus est in civem pro quadam pecunie summa IUI taln. dn. AAron de Wissinse receptus est in civem | Symson hocmestir* de Gotha \ dede™nt XX flor- 1 filius Megeri Zusatz über der Zeile. 2 Abraham von Saalfeld ist derselbe wie Abraham Zcornike S. 65. Auf Bl. 61' (S. 86) folgt an 2. und 3 Stelle aufeinander A. von Saalfeld und A. von Zcornike, jeder mit 3 tal. census. Der erste Name steht auf Rasur und hat wahrscheinlich auch die Hinzufügung von idem zum Namen A. Zcornike bewirkt, um zum Ausdruck zu bringen, dass der oben eingesetzte Hausmieter A. von Saaifeld derselbe ist wie der des folgenden Hauses. S. 89 wird auch von A. Zcornika und seiner Familie berichtet, dass er de duabus domibus 6 tal. census, also entsprechend der Summe der beiden oben erwähnten Häuser bezahlt. 3 Bertholdus von Elrich und Volradus Lutental (Baurechnungsauszüge Bl. 691'). 4 Den Hochmeistertitel erhielt er wohl, worauf der Ortsname hindeutet, vom Markgrafen Friedrich III. dem Strengen, Landgrafen von Thüringen. Nach dessen Tode (1381) scheint er seinen. Wohnsitz nach Erfurt verlegt zu haben. Es hat viel für sich, in ihm einen auch sonst bekannten und im Judenbuch verzeichneten thüringischen Juden wiederzufinden. Seine Aufnahme erfolgt, wie oben ersichtlich, gleichzeitig mit Aarou von Weissensee, zu dein er also in näherer Beziehung zu stehen scheint. Das Judenbuch trägt nun für 1375 S. 52 den Posten „Aron et Samson de Wyszense VIl/2 tal. dederunt" ein, und 1406 ernennt Landgraf Balthasar, der Sohn Friedrichs HL, einen Samson v. Weissensee zum Hochmeister, was 1407 dessen Sohn Friedrich der Einfältige bestätigt (Cod. dipl. Sax. reg. I. B. II. S. 4S6 nr. 689 u. B. III S. 5 nr. 4, vgl. Lippert im Neuen Lausitzischen Magazin 1912 S. 166 Anm. 9). Es hat daher Samson 1375 in Erfurt zusammen mit Aaron (seinem Bruder?) gelebt und sich nach seinem vermutlichen Herkunftsorte W. genannt, später ist er wieder in die Landgrafschaft zurückgezogen und zwar nach Gotha, wo er Friedrichs III. Hochmeister wurde. Während der Regentschaft Katharinas, der Witwe des Arerstorbenen, kehrte er zu dem in Erfurt verbliebenen Aaron zurück und ist in den Jahren 1395—1399 nachweisbar. Um die Wende des Jahrhunderts ist er abermals in die alte Heimat zurückgekehrt und aufs neue 1406 imd 1407 als Hochmeister finanzpolitisch tätig.