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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1913-01-01 · 4 (1913) · p. Seite 15

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
4 (1913)
Article
Plan für die Bearbeitung eines Urkundenbuchs zur Geschichte der Juden in Deutschland im Mittelalter
Date
1913-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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— 15 — alle ihnen von früheren Kaisern verliehenen Freiheiten (a) und Rechte (b) und verspricht ausserdem ad a: keine besonderen Erhebungen ausser durch Verschuldung entstandene zu veranstalten, die Juden nicht unverschuldet zu belästigen oder in Gefangenschaft zu setzen und sie gegen die Verpflichtung, ihm pflichtgemäss als Herrn und römischen König zu dienen, als Kammerknechte zu schützen ... 9. . . . ad hec nullam indebitam molestiam sive captivitatem judei civitatis sustinebunt a nobis, et defendemus eos amicabiliter et beningne tamquam specialis camere nostre servos; sed sicut debitum est, servient nobis tamquam domino suo et Romanorum regi . . . Brunswick, III nonas aprilis, indictione X, anno domini MCCL secundo.1) Or. Stadtarchiv Goslar, Stadt Goslar 10: m. anh. S.--Dr. Bode, TL B. d. Stadt Goslar II nr. 12. Göschen, Die Goslarischen Statuten 116 (nach fehlerhafter Copie).--Reg. Böhmer, Reg. imp. Wilh. nr. 126. Böhmer-Ficker, Reg. Wilh. 5074. (Eichstätt.) 1272 Aug. 18. Eichstätt. Das Domkapitel Eichstätt verbietet bei der Neuregelung des Verfügungsrechtes der Domherren und Domvikare über ihre Pfründen, deren Einkünfte an Juden ganz oder teilweise zu verkaufen oder zu verpfänden, und gebietet unter Androhung von Strafen, an Juden verpfändete Pfründen bis zum 29. Sept. auszulösen. 10. . . . Judeo autem vendere vel obligare proventus prebendarum in toto vel in parte in nullo casu concedimus, cum rem ecclesiasticam ad inimicos crucis Christi transferre indecens dinoscatur . . . Item precipimus prebendas in toto vel in parte Judeis obligatas absolvi abhinc usque ad festum beati Mich, proxime venturum . . . anno domini M°CC°LXX° secundo, XV0 Kaiend. Septembris. Or. München, Reichsarchiv.--Dr. Mon. Boica XLIX (1910) nr. 91. Frankfurt a. M. 1314 Mai 9. Bacharach. Herzog Leopold von Oesterreich vereinbart mit dem Erzbischof Heinrich von Köln die bei der Wahl seines Bruders Friedrich zum deutschen Könige den Fürsten und Herren im *) Die Urkunde fährt fort: Praeterea super talliis faciendis, quod ungelt dicitur, relinquimus consilio civitatis et sacramento ipsorum .... expedire. Der Herausg. bemerkt dazu: „Der Begriff des ungelt wird näher bestimmt durch die Bemerkung im R. a. de 1399 fol. 11c : Item de vorbenomde koningh Wilhelm hefft ghegheven umme unghdd to nemende van de joden, dat he dat ghelaten hebbe dem rade to Goslar unde oren truwen, dat se dat van on nemen moghen, wu dicke unde wanne on des nod dunke to nud der stad unde dem rike to eren." Die Beziehung der Ungeldsbestimmung auf die Juden ist aber offenbar falsch, da das Ungeld immer als allgemeinstädtische Steuer erscheint.

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