Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1913)
- Article
- Bericht über das Jahr 1913
- Date
- 1913-01-01
- Page
- None (sequence 1)
- Language
- German
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Bericht über das Jahr 1913. Die Sammelarbeit wurde verlangsamt; die Gründe lagen wesentlich in der Notwendigkeit, das vorhandene Material zu repertorisieren, und in der Vergrößerung der Anzahl und des Umfangs der wissenschaftlichen Arbeiten und Recherchen. Die Gemeinden, die im Berichtsjahr Akten übergaben, sind: Woldenberg, Culmsee, Völkershausen, Dobrzyca, Grätz, Samter, Pieschen, Zülz, Rhena, Sternberg, Grabow, Krakow, Lübbecke, Gross-Steinheim, Markoldendorf, Sievershausen. Mit einer grösseren Zahl von Gemeinden dauern die 1913 begonnenen Unterhandlungen noch fort. In der Provinz Posen leitete die Sammlungen, wie schon seit dem Jahre 1905, Herr Rabbiner Dr. Heppner-Koschmin. Herr Gemeinderegistrator a. D. J. Süssmann-Pankow sammelt die Schriften und Akten jüdischer Vereine, Stiftungen, Institute usw. und führt die Eingänge wöchentlich dem Gesamtarchiv zu. Diese Sammlung, die ihrem Begründer grosse Opfer an Zeit, Arbeit und Kosten auferlegt, hat bis Ende 1913 bereits zu der Vereinigung der Schriften von 245 Vereinen usw. geführt. Herr D. Wassermann, Privatgelehrter in München, hat dem Gesamtarchiv seine Literalien zur Geschichte der Juden in Bayern als Geschenk überwiesen. Es handelt sich um Excerpte und Abschriften von Urkunden und Akten, die Herr Wassermann in jahrelanger Arbeit angefertigt hat. Die benutzten Archive sind: Allgemeines Reichsarchiv, München; Kreis-Archiv München; Kgl. Geheimes Staatsarchiv, München; Archiv des Kgl. Hauses, München; Städtisches Archiv, München; Erzbischöfliches Ordinariat München; Protestantisches Oberkonsistorium, München; Kreis-Archiv von Schwaben und Neuburg in Neuburg a. D.; Kreis-Archiv von Nieder-Bayern in Landshut; Kreis- Archiv in Nürnberg; Stadt-Archiv, Nürnberg; Kreis-Archiv, Würzburg; Kreis-Archiv Speyer; Kreis-Archiv Bamberg; Kreis-Archiv Amberg; Gräfl. Archiv von Castell-Castell; Städtisches Archiv Weissenburg i. B. Die Benutzung wird durch die ebenfalls von Herrn Wassermann bearbeiteten Namen- und Sachregister (es handelt sich bei den Personennamen allein um mehr als 15 000) sehr erleichtert. Herr Karl Schwarz hat dem Gesamtarchiv das von ihm begründete Jüdische Kunstarchiv in der Weise angegliedert, dass die Sammlungen vorerst in der Verwahrung und Verwaltung des Begründers (Berlin, Aschaffenburgerstr. 20) bleiben, aber bereits jetzt der allgemeinen Benutzung offen stehen. Bisher mehr die Leistungen jüdischer Künstler berücksichtigend (Photographien, Beschreibungen, Biographien), werden sie jetzt auch die Kunstaltertümer (Synagogen, Kultusgegenstände, Kleidung u. ä.) berücksichtigen und sich so dem eigentlichen Interesse des Gesamtarchivs enger anschliessen. Die Sammlungen wurden auch durch kleine Geschenke und Käufe bereichert. Die Bücherei wurde systematisch geordnet. Die Zahl der Austauschschriften ist auf 106 gestiegen. Das Gesamtarchiv wurde 1913 in 98 Fällen mittels schriftlicher Anfragen und Entleihungen benutzt, ausserdem persönlich an 166 Arbeitstagen von 44 Personen. Die vorhegenden „Mitteilungen" erscheinen fortab jährlich nur einmal am Jahresende, im Verhältnis zu den früher zweimal jährlich erscheinenden Heften als Doppelhefte. An dem vorliegenden Hefte sind ausser dem Herausgeber ein früherer und ein jetziger Beamter des Gesamtarchivs beteiligt.