Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 2 (1910)
- Article
- Übersicht über den jüdisch-geschichtlichen Inhalt des Königl. Staatsarchivs zu Hannover
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 38)
- Language
- German
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— 103 — 219b nr. 6: Gesuch der Juden zu Stolzenau, ihnen das Hausieren zu gestatten (1723). Landdrostei Stade. S. 51: Israelitische Gemeindeangelegenheiten, Rechnungsablagen der Vorsteher etc. (1828—1876). Hannover 92. Akten der deutschen Kanzlei in London. XVII, V.nr. 13 vol. I—III: Prozessakten in der gegen die Oberhoffaktoren G u m p e r t und I s a a c Behrens zu Hannover gerichteten Anklage wegen betrügerischen Bankerotts.1) (vergl. Jahrb. d. Gesch. d. Juden II, 39—82 und M. Zuckermann: Dokumente I S. 29—35). Darin: 1: König Georg erteilt seinem Faktor Gumpert Behrens zu seiner Reise nach Frankfurt a. M. und Ems einen Reisepass (30. V. 1718). — 2: König Georg gibt seinem Gesandten in Wien, Daniel Freiherrn v. Hulderich, die Vollmacht, die in der Kaiserl. Bank zu Wien auf seinem Namen als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg notierten 66 538 fl. den Leffmann Behrensschen Erben— Gumpert Behrens, Herz Behrens Witwe und David Oppenheimer — zuzuschreiben (4. X. 1715). — 3: Gumpert und IsaacBehrens werden bei dem König Georg I. vorstellig, ihnen die Truppenverpflegung zu übertragen (22. III. 1715).—4: Gumpert und Isaac Behrens werden bei dem Könige Georg mit folgender Bitte vorstellig: Ihr Schwiegervater und Vetter, der Königl. polnische und kursächsische Resident B e h r e n d Lehmann, habe 1707 und 1714 dem König Stanislaus 104 533 1jB Rtlr. species und dem Starosten Benedikt Sapieha 80 000 Rtlr. baar vorgeschossen. Auf dem bevorstehenden Kongress zu Braunschweig biete sich die beste Gelegenheit die Schuldbezahlung zu befördern. Da sie bei der Sache auch interessiert seien, möge der x) enthält u. a. 1. Das Responsum der Königl. Preuss. Schoppen des Herzogtums Magdeburg (Halle Sept. 1722), welches die Frauen der Angeklagten Sprinzehe und Eleonore an den König nach London schickten, um die Unschuld ihrer Männer zu beweisen. 2. Ein umfangreiches Protokoll enth. die articuli probatoriales. 3. Eine 167 Seiten umfassende Verteidigungsschrift. Dieselbe zerfällt in vier Teile. I. Ursachen, durch welche die Gebr. Behrens in dieses Unglück geraten. II. Eine Generalrechnung über die eingegangenen und ausgegebenen Gelder. III. Die Geldverluste. IV. Alle gegen die Inhaftierten vorgebrachten indicia sind unbegründet und beruhen auf Irrtum. 4. Sententia der Juristenfakultät zu Ingolstadt (1723 März 21).