Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 2 (1910)
- Article
- Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Aurich
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 2)
- Language
- German
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— 49 — baut. Die Leichen wurden lange in Norden beerdigt; erst um 1760 wurde ein Friedhof angelegt (a. a. O. S. 87). Von dem Aktenbestand der Gemeinde sind nur kümmerliche Reste erhalten. Die Ursache des Verlustes ist bekannt. Die Akten befanden sich immer in der Verwahrung des Landesparnaß. Ein Nachkomme der Familie, in der sich das Amt des Landesparnaß seit mehreren Geschlechtern fortgeerbt hatte, nahm vor etwa 50 Jahren nach sicherer Auskunft mehrere Kisten mit Akten bei seinem Wegzuge nach Hamburg als Familienreliquie mit. Die Spur wurde genau verfolgt, aber, da der Besitzer bereits verstorben ist, ohne Resultat. Die geringen Fragmente, die in dem Verzeichnis aufgeführt sind, werden durch das im Besitze des Gemeinde-Vorstehers Herrn A. van Dyk befindliche Generalprivileg für die ostfriesische Judenschaft von 1708 (Or. Perg. mit. anh. Siegel) ergänzt, das mit Erlaubnis des Besitzers in der Anlage zum Abdruck kommt. Zu der Gemeinde Aurich gehören die Juden in den Dörfern Großefehn, Sandhorst und Kirchdorf. (Handbuch der jüd. Gemeindeverwaltung, hrsg. vom Bureau des Deutsch-Isr. Gemeindebundes, 1909 S. 64). Im Jahre 1880 wohnten nach de Vries u. Focken a. a. 0. im Amt Aurich Juden in den Dörfern: Aurich-Üldendorf (1), Großefehn- Ost (7), Großefehn-West (6), Iheringsfehn (4), Strackholt (1). Literatur: Wiarda, Bruchstücke zur Geschichte und Topographie der Stadt Aurich (Emden 1835) S. 69 u. 87; de Vries und Focken, Ostfriesland, Land und Volk (Emden 1881) S. 423; Herquet, Versuch einer ostfriesischen Judenhetze (1658), in: Miszellen zur Geschichte Ostfrieslands (Norden 1883) S. 32 f. 1. Friedhof. a) Quittung über Entrichtung von Kämmereipetitionsgebühren bei Anlegung des Judenkirchhofs 17651). b) Neuwahl eines Juden-Gemeine-Kirchhofs-Vorstehers betr. 17802). c) Heuerkontrakte über eine an dem Judenkirchhofe belegene Kampe 1790. 18013). x) Ausgestellt für Isaac Levi und Genossen. 2) Seit 1771 Aarond Jochums. Genannt als Älteste: Israel Moses und Meyer Ballin, als Judenparnaß: Isaac Beer. 3) 1790 Kirchhofsarmenvorsteher: David Ballin, 1801: Joseph Jacob Ballin; 1790 Judenparnaß: Isaac Beer. 4