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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1910-01-01 · 2 (1910) · p. Seite 29

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
2 (1910)
Article
Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Krotoschin
Date
1910-01-01
Page
Seite 29 (sequence 1)
Language
German
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— 29 — Akteninventar der Synagogen-Gemeinde Krotosehin. In dem Schuldenverzeichnis aus dem Jahre 1839 (C 2e) wird unter den Schulden, deren älteste sonst bis zum Jahre 1641 zurückgeht, eine am 26. Jan. 1423 übernommene genannt. Diese Zahl erweckt zunächst Zweifel, muß aber als gesichert gelten, weil an einer anderen Stelle desselben Faszikels bezeugt ist, daß die Schuld bereits im Jahre 1540 anerkannt wurde. In die Zeit vor 1650 führen noch das Privileg von 1638 und der Nachtrag von 1648 (A 5 und 6) zurück. Ein zweiter Nachtrag ist von 1673 (ib.). Das Privileg von 1728 s. bei Berger S. 362 f. — Im Jahre 1675 beginnt das Totenbuch, wichtig auch für die Geschichte vieler Gemeinden der Provinzen Posen und Schlesien, welche den Friedhof in Krotosehin benutzten. Mit Ausnahme des Totenbuchs sind alle älteren Akten, soweit sie nicht bereits bei dem Brande von 1774 zugrunde gegangen waren (Totenbuch S. 52), im Jahre 1827 mit den Gemeindegebäuden verbrannt. Auch von den seit diesem Jahre erhaltenen Akten zeigen viele Stücke Brandspuren. Die alte Gemeinde verfiel durch die Vernichtung der Synagoge im Jahre 1827 einer weitgehenden Zersplitterung. Die Reorganisation nach der Verordnung vom 1. Juni 1833 wehrte dieser weniger als der Zwang der gemeinsamen Schuldenabtragung (C 2), und der Neubau der Synagoge (1844—1846). Zu der Gemeinde gehörten bis 1834 auch die Juden in den Dörfern Orpiszewo, Jankow, Lutogniewo, Kuklinow und Rzemiechow. Bei der Reorganisation des Judenwesens schlössen sie sich, mit Ausnahme von Lutogniewo, näherliegenden Gemeinden an. Die Regierung billigte dies im Jahre 1841 entgegen einer Beschwerde der Juden in Krotosehin (A 1). Im Jahre 1853 wurden die Dörfer Orpiszcewo, Rozdracewo und Jankow, 1856 Chwaliochewo zur Gemeinde geschlagen. — Statistische Notizen finden sich in den geschichtlichen Bearbeitungen. Literatur: H. Wuttke, Städtebuch des Landes Posen, Leipzig 1864, S. 347f. A. Eggeling, Mitteilung betr. die Geschichte der Stadt Krotosehin, Programmbeilage des Gymnasiums 1886, S. 16. H. Berger, Zur Geschichte der Juden in Krotosehin, Monatsschrift f. Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1907 S. 359f. — Heppner und Herzberg. Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen 1909 S. 561 f.

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