Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 1 (1909)
- Article
- Akten-Inventar der israelitischen Religionsgemeinde Offenbach a. M.
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Akten-Inventar der israelitischen Religionsgememde Offenbach a. M. Die Gemeinde wurde 1707 konstituiert. Ihre Vorgeschichte ist bis 162S nachweisbar; vgl. Anlage 1 S. 62. Das älteste erhaltene Schriftstück sind die Statuten von 1707 (in B IV 2). Der größte Teil der Akten des 18. Jahrhunderts wurde erst vor zwei Jahren, nachdem die jüngeren bereits im Gesarntarchiv geordnet waren, in einem versteckten Bodenwinkel durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Guggenheim-Offenbach wieder aufgefunden: ein Beispiel langer und erfolgreicher Bemühung um ,,nicht mehr vorhandene" Akten, das in anderen Gemeinden vorbildlich wirken möge. Die jüngeren Akten, fast durchweg nicht geheftet, wurden in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von dem Gemeindesekretär Werner nach Sachrubriken, aber unzulänglich, geordnet. Auf einen älteren Ordnungsversuch weist der Rest eines 1777 begonnenen Registers (B IV 1) hin. Es sollte wohl wesentlich ein Journal des Einlaufs und Auslaufs sein, wurde als solches bis 1781 fortgeführt, aber außerdem nach unten, soviel sich noch erkennen läßt mindestens bis zum Jahre 1740, rekonstruiert. Verzeichnet waren nicht Faszikel* sondern die einzelnen Schreiben, geordnet nach Paketen (mit den Signaturen A—G) und innerhalb dieser nach Zahlen. Das Schreiben selbst trug, wie noch vielfach zu bemerken ist, gleichlautende Bezeichnung und Signatur. Die ersten Blätter fehlen. Das Register, in hebräisch-deutscher Mischsprache und mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben, beginnt jetzt mit Pack (so!) D nr. 40. Pack E setzt die Zahlenreihe fort, von 73—114. Soweit ist das Register ohne jede innere Ordnung; die nur in einzelnen Fällen angegebenen Daten sind aus den Jahren 1772 bis 1777, stehen aber nicht in chronologischer Folge, sondern in wirrem Durcheinander. Daraus folgt die Niederschrift im Jahre 1777. Im Dezember 1777 beginnt eine neue Hand und eine neue Reihe, G, von 1—67, bis Dezember 1780 in chronologischer Folge laufend. Dann erst F, 1—35, ohne Daten. Es folgen noch mehrere leere Seiten; das Register wurde also nicht weitergeführt. Das Register nennt in so großer Überzahl Schreiben an und von Behörden,, daß die Registrierung des gesamten Schriftverkehrs zweifelhaft erscheint. Durch das Entgegenkommen der Bürgermeisterei und des Kreisrats in Offenbach und der Kämmerei-Direktion Sr. Durchlaucht des Fürsten von Isenburg- Birstein zu Birstein konnten die Akten der israelitischen Gemeinde durch Abschriften aus den Registraturen bezw. dem Archiv dieser drei Behörden ergänzt werden. Die Ausbeute aus den städtischen Akten war sehr gering; die Akten des Kreisrats boten einige wichtige Stücke. Beide Aktengruppen sind in Anmerkungen zu den betreffenden Nummern des Verzeichnisses der Gemeindeakten berücksichtigt. Die Judaika des fürstlichen Archivs zu Birstein sind dagegen im Zusammenhange S. 65 fg. beschrieben. Literatur: Königfeld, Geschichte und Topographie der Fabrik- und Handelsstadt Offenbach, Off. 1822. Heber, Geschichte der Stadt Offenbach, Frankfurt a/M. 1838. Pirazzi, Bilder aus Offenbachs Vergangenheit, Off. 1879. Sommerlad, Geschichte des öffentlichen Schulwesens in Offenbach, Off. 1893. Silberstein, Wolf Breidenbach und die Aufhebung des Leibzolls in Deutschland (Zeitschr. f. d. Gesch. der Juden in Deutschland V 1892 S. 126 f. 345). 4