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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-02-01 · 2 (Februar 1846) · p. Seite 46

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
2 (Februar 1846)
Date
1846-02-01
Page
Seite 46 (sequence 8)
Language
German
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4ß 3»r Geschichte jüoischex Zustände in.der pyrenäische» HaWasel re, Zeit warm aufrichtig und redlich genug, Alles, was ihre Religion lehrt, zu bekennen und anzuerkennen, und demnach auch bereit, die Verantwortung für alle daraus folgenden Consequenzen zu tragen, wie diese ihnen auch von der jüdischen Polemik, wo diese aufkommen konnte, nicht erlaffen wurde». Je-tzt hat ein großer Theil der Christenheit eine Anzahl christlicher Glaubenslehren, die seinem Bewußtsein nicht zusagen, abgestoßen — ein Recht, das Niemandem geschmälert werden soll, — glllubt aber und behauptet aber nach wie vorher Christ zu sein undChristenthum zu bekennen (die Parallele im Judenthum fehlt auch nicht), daher die Verwirrung so weit gegangen, daß in Vorlesungen über Judenthum das Christenthum apotheostrt wird, und ein Jude in der Vossischey Zeitung Proben einer neuen christlichen Dogmatik liefert, aus daß erfüllt werde, was geschrieben steht: „Eure Greise werden Träume träume» und eure Jünglinge Gesichter sehen." Aus solchen Gründen halten wir eine nähere Bekanntschaft mit der christlichen Kircheu- und Dogmengeschichte auch dem Juden sehr zuträglich. — Aber auch Anschuldigungen, die dem Judenthume selbst gemacht werde», konnte in früherer Zeit leichter Jeder entgegentreten als jetzt; so viel wußte damals doch auch die jüdische Masse, um sich nicht gleick von jedem Vorwurfe einschüchtern zu lassen, und lebte in ihr das Bewußtsein von der Vortrefflichkeit ihres Glaubens zu stark, als daß sie zur Aufgabe eines Jeden sich um dessenwiüen bereit gefunden, weil eS der Anschauung des Fremden widersprach. Wie es leider in unserer Zeit mit dem Wissen vom Judenthume beim Juden selbst stehe, weiß man; daß gerade die Unwissenheit und Bornirtheit sich in den Vordergrund drängt und zum Lehrer aufwirft, lehren uns die Tagesbegebenheiten. Daß man, woes an selbsterworbenem Wissen fehlt, jeder sich prunkend aufwerfenden Autorität Glauben beimißt, ist natürlich;, eben so daß man, wo es an einem inner« , Gesinnung und Handlung durchdringenden und bestimmenden Kern fehlt, sich zu jeder äußern Accomodation bereitwillig finden läßt. Für diese Zeitrichtung instruktiv—- nicht bloß lächere lich — ist es z. B., wenn „die Genossenschaft für Reform im Judenthum" sich von ihren Gebetbuch-Redacteuren mn'-n 'ftna )n pni uro»», na bs >s .fwin -yttsa hy b» in: „So laß denn deine Liebe walten über alle deine Werke und sende deinen Glauben alle» Sterblichen" übersetzen läßt. Folgerecht ist es endlich, wenn das Studium der jüdischen Geschichte und Literatur für diejenigen, die an dem „Rade der Zeit" mit drehen helfen^ überflüssig erklärt wird; wie leicht könnte, ehe man das Versäumte durch ein fleißiges, redliches Studium nachgeholt, der Rausch der Begeisterung verflogen, ein neuer Hauch die leicht bewegliche Fahne der Zeit nach einer andern Richtung hin gedreht haben!

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