Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 354 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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354 Allgemeine theologische Bibliographie Oelbäumen bepflanzten Ebenen. Sie lagerten sich in einer Olivenanlage unfern dem Dorfe^ Zaccaria. Donnerstag (20. Juni) fühlte sich M. sehr unwohl, so daß er den Plan faßte in Jaffa auf ein Dampfschiff zu gehenseine Gattin hoffte aber, daß er sich bald erholen und sie ihre Reise zu Pferde beendigen würden. Man brach des Morgens um sechs Uhr auf und zog durch fruchtbare Ebenen, die mit Heerden und mit Korn beladenen Kameelen belebt waren. Um halb zehn ruhten sie zu Nanyain unter einer Tamarinde aus, die zwar auch einen angenehmen aber keinen so starken Schatten wie der Feigenbaum giebt. Um zehn Uhr Abends zogen sie nach Bet-Dagan. Es war eine freundliche mondhelle Nacht, und die reichbelaubte Gegend, durch die sie reisten, glich ganz einem englischen Park, mit dem Unterschiede, daß statt der Eichen hier Oelbäume waren. Die Gegend in der Nachbarschaft von Ramla war ebenfalls sehr schön, und belohnte sie für manche Beschwerlichkeit. — Von Bet-Dagan zogen sie Freitag (21. Juni) um nach Jaffa zu kommen. M. war krank und ermattet. Auf dem halben Wege kam ihnen ihr Amin mit dem Janitscharen des englischen Consuls entgegen und brachte ihnen die Nachricht, daß die Pest in der Stadt sei. Sie lagerten sich nun auf den Sandbänken nahe beim Meere. Hier besuchten sie der britische und russische Konsul, die ihnen sehr entmuthigende Nachrichten mittheilten. Sie sagten ihnen, daß die Gegend sehr unruhig und die Reise nach Beiruth unsicher sei. Was war nun anzufangen? Hier, wo man sich gelagert hatte, konnte man doch wohl auch nicht verbleiben! — Der folgende Tag (Sabbath, 22. Juni) brachte mehre Besuche von den britischen, russischen, preußischen Konsuln. Auch der Oberaufseher über die Quarantäne stellte sich ein und gab M. ein schriftliches Zeugniß, daß er nicht in die Stadt gekommen sei, wofür er sich aber zwanzig spanische Thaler zahlen ließ. Abends besuchte sie der Kadi: er war der Bruder des freundlichen Gouverneurs von Jerusalem, und hatte von diesem einen Brief bekommen, daß er alles Mögliche für M. thue. Er bezeugte sich eben so zuvorkommend wie Jener. Sontag (23. Juni) war M. wieder wohl. Man brach ungefähr um sechs Uhr auf und kam bald an eine steinere den Einsturz drohende Brücke, die über den Fluß Petras führte: und hierauf bei dem Grabe der Scheikhs Ali ibn Alim. Der Weg zog sich nun durch eine sandige trockene Wüste, und man lagerte sich im Schatten einer Moschee. Man brach bald auf) aber die Hitze wurde fast unerträglich. Um vier Uhr gingen sie durch den Fluß Nähr el Felek, dessen Bett trocken war, die Gegend umher aber einen wilden und traurigen Anblick darbot. Sie erreichten endlich eine fruchtbare Ebene, wo sich ihnen von fern der Karmel zeigte, und eine Gegend reich an Heerden und Wasserquellen sich ausbreitete. Hier lagerten sie sich bei dem Dorfe Eakhalet. Wir können, da der Raum beschränkt ist und der Jahrgang sich seinem Ende nahet, dem Journal nicht weiter folgen, und bemerken nur, daß die