Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 13 (Ausgabe B) (1937)
- Issue
- 21 (1.11.1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 377 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Jiiil. Kulturbund in Bavcrn (angeschlossen dem Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland) OrtsgruppeAtiiiiclicii Anschrift: München 13, Adelheidstraße 33 Mitteilung an die Mitglieder! An der Kulturbundkasse liegen die Eintrittskarten für das Konzert der Geigerin Annie Steiger-Betzak (Frankfurt a. M.), am 10. November, auf. Die Novemberrate (RM. 1.50) des Jahresbeitrags ist fällig und wird bei denjenigen Mitgliedern, welche sie bis 15. November nicht an der Kulturbundkasse entrichtet haben,, durch den Kassier mit einem Aufgeld von 30 Pfg. in der Wohnung eingehoben. (Photo: May, Frankfurt a. M.) Die Geigerin Annie Steiger-Betzak ■ konzertiert am 11. November Konzerf des Mendelssohn-Trios Unter 'dien regelmäßig im Kulturbund wiederkehrenden Gästen erfreut sich das Leipziger Mendelssohn-Trio einer besonderen Beliebtheit; das-bewies schon der gute Besuch, den der Eröffnunigsa-bend dieser Spielzeit aufzuweisen hatte. Das. Trio erschien in neuer Zusammensetzung; neben dem Geiger Leo Schwarz und dem Cellisten Paul Blumenfeld rlahm idiesmal Grete Sultan den Platz «am Flügeil ein. Hatten wir schon im vergangenen Winter Gelegenheit, uns an der makellosen Techmdik und ernsten Künstlerschaft dieser Pianistin zu erfreuen, so ist diesmal toeonlders hervorzonhielbeni. in welch hohem Gralde sie trotz kurzer Vonbereitungszeit mflt den beiden Streichern zu einer vorbildlichen 'künstlerischen Einheit gelangt ist. Es war ein vollendet schönes Musizieren, das uns das Trio bot. Schulberts Trio in Es-dur op. 100 sftand am Beginn der Vortragsfolge; Daß das Trio dieses dm td'er Struktur . einfache und in seiner überreichen Melodik so eingängige, technisch aber äußerst schwierige Werk 'bringen kannte, ohne daß in bezuig auf Tomschöniheit, formiaile Geschlosseiübeit und Vortrag auch nur der leiseste Wunsch offen -göbrielben> wäre, zeigt am deutlichsten, auf welch fooiher Stufe 'dieses Ensemble heute steht. Es folgten drei kurze Nocturnos von dem jetzt in Amerika lebenden jüdischen Komponisten Ernest Bloch. Das erste davon ergeht 'sich in impressionistischer Sttamtunigsmalerei; auoh 'dem zweiten, einem nicht sehr eimfallsreichen Zwiegesang der 'beiden Streichinstrumente, ist kauim irgendwelche Bedeutung'zuzusprechen. Lediglich das dritte Stückchen, etwas rhythmisch belebt, hinterläßt freundlichere Erald'rüotoe. Nach diesem Intermezzo gelangte das gesamigvolte und heißbiütiige Triia in f-nnoll op. 65 von Dvorak durch das hingebende und beseelte Spiel der 'Künstler zu ednickiniglichster Wirkung. Besuch und Anteilnahme der Mitglieder ließen erkenne«, daß der Aufruf des Kulturbundes weitgehendes Verständnis und F'Qllgebereitselhialft ider jüdischen Bevölkerung gefunden hat. Der Kulturbund wird seine Absicht, Konzerte von höchstem Niveau au bieten, solange er sich aoitf Verangiailtangen in der Synagoge beschränken muß, getrost durchführen können. Preisausschreiben für jüdische Künstler Die Reichisvertretung (Zentralwoihlfahrtsstel'le) wendet sich auch in idiesem Jahre aln idie jüdischen KünisttSer mit der Aufforderung zur Teilnahme an einem Preisaiuisschreiben für die Wohlfahrtsmarken des 5.. Sammdljahres der „Blauen Bettragskarte" 1938/39, die der Müttelibesohaffuinig für Hälfe und Aufbau dient. Die Mittel finden Anwendung für die Unterstützung der Armen, «die Pflege und Gesundheit 'der Kinder, die Fürsorge für die Ailten, die Erhaltung jüdischer Schulen, dde Förderung von BerufsUmschichtung und Auswanderung, Rat und Kredit- Mlfe für den jüdischen Kaufmann. Die Spenden werden diurch Marken von 0,25 'bis 5 RM. quittiert. Die Marken «des 1. Beitragstoartenjahres zeigten die einzelnen Gebiete der sozialen Arbeit, die des 2. Beitragskartenjahres idie jüidisdhen Feiertage, die des 3. Beitragskartenjahres «die jüdischen Stämme und .die •des 4. Beitragsleartenjalhres biblische Gestalten. Wir fordern die jüdischen Künstler auf, für das 5. Jahr Entwürfe für die neuen Marken einzureichen. Bestimmungen für das Preisausschreiben: 1. Jeder Künstler, der Mitglied des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde ist, darf sich an diesem Preisausschreiben beteiligen. 2. Für jeden Moinat des Jahres ist ein Entwurf einzureichen. 3. Das Jahr" der „Blauen Beitragskarte" begännt mit dem 1. April 1938. 4. Der Entwurf muß Angaben über das vorgesehene Druckverfahren enthalten. 5. Jede Marke muß außer der gewählten Darstellung die Bezeichnung des Monats diemttich tragen und genügend Raum für den Eindruck vorsehen. 6. Die Marken haben eine Größe von 30 X 40 mm. 7. Die Anschrift für alle Einsendungen zu «diesem Preisausschreiben lautet: Reichisvertretong der Juden in Deutschland, Abteilung Zentratwdhlfahrtsstelle (Blaue Beitragslkarte), Oharlottenburg, Kantstraße 158. 8. Die Entwürfe sind fruit einem Kennwort zu versehen, der Name und «die Adresse des Einsenders sind mit dem Henriwort zusammen in einem besonderen verschlossenen Brifumschlag einzureichen. 9. Letzter Tennin für die Einsendungen ist der -10. Dezember 1937. 10. Es sind 3 Preise von 300, 200 und 100 RM. ausgesetzt, 11. Die Prüfung der Entwürfe und idie Entscheidung über die Zuteilung -der Preise erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges 'durch die Reichsvertretung in Gemeinschaft mit Sachverständigen und Persönlichkeiten aus den. jüdischen Organisationen«. 12. Die preisgekrönten Entwürfe bleiben Eigentum der ZentralwohiBSaJirtsstelle, die «damit «das Recht der VervielfältigU'nig erwirbt. 13. Die . Preisträger werden bis zum 21. Dezember von der Zenfcralwohlfahrtsstelle 'durch Brief benachrichtigt.