Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 13 (Ausgabe B) (1937)
- Issue
- 20 (15.10.1937)
- Date
- 1937-10-15
- Page
- Seite 360 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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360 „B'reschirtv'-Schöpfungsliymne von Oskar GuHmann Uraufführung in Berlin Aon Hoschiana Ralbba «fand in der Neuen! Synagoge m< Berlin — ^gleich mit .der ,Wedihe eines Ssefer-Thona — die Uraufführung von Oskar Guttmann's ,,B'RESCEITH"-Schöpfuragsihymniis für Soli, semisdhten Chor, Orchester und Orgel" statt das bei dem Preisausschreiben des, Reichsverbanides der jüdischem Kirltarbünide durch Anerkennung ausgezeichnet worden ist. Die Berliner Jüdische Gemeinde unternahm zusammen mit der Jüdischen KünsJerMlife die AuiffühTuang (dieses Werkes, mit dessen Leitung säe Chemio W i n a w e r betraute. — Inhaltlich liegt dem Oratorium die erste Sidra, der Urtext „B'reschath" zugrunde, woduroh das Werk — entsprechend dem 7 Schöpfungsta-geii — in 7 Teile zerfallt Ein Ohasaro leint ails Solist in sepnardiischen Neginoth dien Schöpfungsberieht; nach Vollendung eines jeden Tages sinld — gleichsam als Madrasch — BibefeteMen. bzw. ein Adon olam, als Chorsätze eiugeiiigt, die inhaltlich das jeweilige Schöptagswerk verherrlichen und seinen Stimmuingsigehalt vertiefen. Die Einschaltung nach dem dTOtten Ta'ge — Verse aus Jesalja Kap. 35 und der 126. Psalm — beziehera sich in übertragenem Sinne auf Erez Israel; eine Art Totenfeier — Worte aus dem Psalmen 8 -und JS9 und Jesaja Kaip. 40 bringen im Anschluß am tdiie Erschaffung des Menschen zugleich die Idee 4er Vergänglichkeit hanein. Wie durch die 7 Schöpfungstage inhaltlich sich mehrere Teile ergeben, so zerfällt auch das Wenk, in seiner musikalischen Form in verschieideiie, nicht immer gleich stark wirkende Teile, die durch "immer wiedenkehrende Solfi des Chasan, bei dessen Leinen sich naturgemäß bestimmte Tbnfolgen wiederholen,' einen Zusammenhalt erfahren. Mit großem Chor und schweren Bläserakkorden setzt das Werk mit dem Wort .B'resohdth" ein, dann erst beginnt der biblische Erzähler, der Chasan, seinen ersten Bericht Diese «eleänten Stellen werden teilweise vom Chor wiederholt, teilweise orchestral untermalt. Von den eingeffl^en Chorsätzen — bis auf das ,.Adom" olam" alle mehrstimmig — waren besonders eindrucksvoll und interessant das in der alten Tanzform der Passacaglia gehaltene Ghorstück mach dem dritten Ta«g und der feierliche, stark rhythmische Tanz siiach der Erschaffung der Gestirne', wobei -Gutfcmano mit der penta.tonischen Tonfolge bewußt an frühere Formen jüdischer Musik anknüpft Eine starke Wirkune erzielt der Gegensatz-zwischen der nach deon 6. Tag eingefügten düsteren, ergreifenden Stimmung der ..Totenfeier" — als Alt-Solo kamflXMMert — und dem immer mehr sich steigernden „Wajchlullu" des 7. Tages. das vom Chasan und ewem Mannerchor mit aschkenasischen Neginoth gebracht wird. Der Chasam leitet auch den ScMußchor des ..Mismor schir Tiom hasahalbbat" ein. Der Schöpfungshymnus schließt — altjüidiischer Tradition folgend — mit einer großen Wiederholung des ersten „B'reschith". Überschaut man die Gesamtaufführung des Werkes, so ist der Versuch, diesem großartigen Schöpfungsmythos jüdischmusikaiKsche Gestaltung zu verleihen, in jeder Weise interessant und von starkem Bindruck. Die Fülle der verschiedenartigen musikalischen Mittet die Vielfalt der Instrumente,-bei denen starke Verwendung der Blas- und Schlaginstrumente auffällt, verlangt ebenso die Auifmerksamikeit wie die gelungene Besetzung der "Berliner Uraufführung Chemio Winawer versuchte mit seinem verstärkten Chor und dem Orchester der Jüdischen Künsterhilife ebenso alle Möglichkeiten zu entfalten, wie die Besetzung der Solopartien nicht besser gewählt werden konnte. Qberkantor Hanns John Jacobsohn gab dem Part des Chasan unter völliger Anpassung an die Stimmung des Leinens in ausgezeichneter Disposition die adäquate Interpretation; dem Alf-Solo der Totenfeier verlieh Paula. S a - lomon (Lindlbens:) mit warmer beseelter Stimme würdigen Ausdruck- V Der Uraufführung eines solchen Werkes wirrde ein besonders würdiger Rahmen durch die Verbindung mit dem feierlichen Weiheakt eines .neuen Ssefer verliehen. In dier mit Zuhörern dichifbesetzten Synagoge, m Anwesenheit vieler Mitglieder dies, Gfemedadevorstandes. wurde die Thora zu Ende geschrieben;nach einer -Ansprache des Gemeindievorsitzctiiden Heinrich Stahl unld einer Festpredigt des Rabbiners Dr. van der Zyl wurde die Thora geweiht, -und ein Umzug mit allein rThorarollen -durch den weiten Synagogenraum beschloß die eindrucksvolle Feier. Dr. Lotte Pulvermadher. Nr!-20 Lehrhaus der Israelitischen Kultusgememde München Winter 1937/38 Kurse und Arbeitsgemeinschaften 1. Rabbiner Dr. Leo Baerwald König David, ein Lebensbild nach den Büchern der Bibel Montag, 20.15 Uhr, Sitzungssaal.. Beginn 25. Oktober - . 2. Rabbiner S. Wiesner Misdraahlehrkurs (Fortsetzung, auch für Neueinireiende) Donnerstag, 20.30 Uhr. Reidienbachstr. 27. Beginn 21. Oktober 3. RabbinerJ>r. Herbert Finkelscherer Jüdisches Brauchtum, mii Lichtbildern und Vorweisung von Ritual-Gegenständen. Dienstag, 21.15 Uhr, Sitzungssaal. Beginn 19. Oktober 4. Dr. Ludwig Feuchtwanger Geschichte der Juden im 19. Jahrhundert, ab Dezember oder Januar 5. Dr. Werner Cahnmanri, Prof. Dr. Arthur Cohen, R. A. Dr. Rudolf Wassermann Zur jüdischen Gegenwartskunde Mittwoch, 20.15 Uhr, Sitzungssaal. Beginn 20. Oktober 6. Amtsger.Rat i. R.Dr.Benno Silbersdimidt Haupisirömungen der modernen Philosophie Mittwoch, 21.15 Uhr, Sitzungssaal. Beginn 3. November 7. Kapellmeister Erich Eisner Einführung in die Konzerimusik, mit Erläuterungen am Klavier Donnerstag, 20.15 Uhr, Bibliotheksaal. Beginn 20. Oktober 8. Frl. Lene Straug Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken, mit Lichtbildern Dienstag. 20.15 Uhr, Sitzungssaal. Beginn 19. Oktober 9. Reditsrat U R. Dr. Oiio Weiler - Ausgewählte Kapitel zum Recht der Juden in Deutschland, . ab Dezember oder Januar. . Bezüglich der Bibelkurse des Jüdischen Frauenbundes, -des Kurses der Z. O. G. über Palöstinakunde und Politik der Hebräischen Sprachkurse der 2. O. G., der modernen Fremdsprachen- und Handelskurse des Lehrhauses, sowie der Schulungskurse für Jugendführer wird auf die besonderen Ankündigungen verwiesen. Neue Kurse und Einzelvorfrage werden regelmäßig im Jüdischen Gemeindeblatt bekanntgegeben. Anmeldungen in der Gemeindekanzlei oder jeweils beim Beginn der Kurse. Gebühr für einen Kurs 1 M., jeder weitere 50 Pf. Die Kurse werden bei einer Mindestzahl von 10 Teilnehmern abgehalten, die Lichlbilderkurse bei 15 Teilnehmern. Fremdsprachen- und Buchffihrungskurse. Berichtigung: In der letzten Nummer der C^eindezeitung mußte es heißen: Der Kursbeitrag iür 2 Wochensliunidlen in Bulchruhruttiiff beträgt RM. 3.— -pro Kalendermonat, für je 1 Wochenstumde Stehographlie und 1 Woohieinistuinide Maischönenischreiben RM. 2.— pro Moniat. Beginn des Kunses in Stenographie Montag, den 18. Oktober, 20—£1 Uhr, in Maschinenschreiben; a) Montag, den 18. Oktober, 19-^20 Uhr. p) 21—22 Uhr. Die Kurse in Stenographie ■und Ma^Mnenscfbreoben finden, in /dien Räumen der FkM-tbildojingsscih'üle, Herzoff-RuJdiol'f-Str. 1. statt« 'Der. Anfängerkurs, für Italienisch hat feoninen-iMiid! findet Donnerstag von 20—22 Uhr statt. Anmelldaoijfein) werden noch ainigeinoimimein. Der französische Kurs von Frl. Reh wurde von Donnerstag auf Mittwoch von 20—212 Uhr. verlegt.- . * Jüdisches Gemeindeblatt für 4en Verband der Kultusgemeinden inJJäyern „' •-