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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-10-01 · 19 (1.10.1937) · p. Seite 345

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
19 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 345 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 19 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 345 Jüdischer Tum-u. Sportverein München e. V. „Jim" Geschäftsstelle: PlinganserstraBe 76. Telefon 72 6 99. Tennisplätze: 73 6 66. Sekretariat: PlinganserstraBe 76. Sprechzeit: 10—13, 15—22 Uhr. Sportplätze an der Marbachstraße (Linie 6 ForstenriederstraBe). PlinganserstraBe 76: Turnhalle- Box- Judo-. Tischtennis-Säle und KeJtelbann. Simchas Thora Tanz! Mit Beendigung der Ferien fordern wir unsere Jugend aui. wieder pünktlich sich zu den Turnstunden einzufinden. Das Training der Rasenspiel-Abteilungen wird ab l. Oktober wieder in die Turnhalle verlegt. Damen-Training: Montag und Mittwoch Abend; Herren- Training: Dienstag und Donnerstag Abend. Sonntag-Training von 9—12 Uhr am Sportplatz. Unfallhilfsdienst! Wie in den vergangenen Jahren führt der U.H.D. auch heuer wieder einen Ausbildungskurs für erste Hilfeleistung bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen durch. Wir ruien daher Sportler und Sportlerinnen sämtlicher Abteilungen und unsere passiven Mitglieder, die sich zur Mitarbeit berufen fühlen, zum Eintritt in unsere Abteilung auf. Wir wenden uns an alle diejenigen, dje ernstlich gewillt sind, unser karitatives Werk zu fördern und mit -Opferbereitschaft, Disziplin und Kameradschaft die U.H.Ü.- Abteilung. zu stärken, um bei allen sportlichen Veranstaltungen des Vereins für eine sachgemäße erste Hilfe für Verletzte Gewähr zu bieten. Der Ausbildungskurs beginnt am* 20. Oktober um halb 9 Uhr und dauert etwa ein halbes- Jahr. Er steht unter ärztlicher Leitung und umfaßt eine gründliche theoretische Ausbildung und die nicht weniger wichtigen praktischen Übungen. Anmeldungen an der Geschäftsstelle des Itus oder am ersten Kurs-Abend. Schach-Abteilung! Im Rahmen unserer Übungsabende, jeweils Dienstag und Donnerstag, im Restaurant-Schwarz (Schlösserstraße) bringen, wir zu Beginn des Winterhalbjahres zwei Veranstaltungen: 1. Donnerstag, den 14. Oktober 1937. abends gegen 9 Uhr: „Erotinungsfehler", Vorführung am Demonstrationsbrett durch unser Mitglied Herrn R. Rubin; 2. Dienstag, den 26. Oktober 1937, abends pünktlich 20.30 Uhr: Simultanabend: Dr. E. Wellisch. (Voranmeldung zur Teilnahme erwünscht.) Wir laden wiederholt alle Vereinsmitglieder zu unseren Abenden ein. Kein führung in das Schachspiel! Anmeldungen und Auskünfte an den Spielabenden Sonderbeitrag für die Schach-Abteilung! Jugendliche erhalten kostenlos Ein- und bei der Geschäftsstelle des Vereins. Bücherschau „Dreißig Jahre Aufbau In Palästina", Zu dem Buch von Arthur Rüppin, Berlin, Schocken-Verlag 1937. Der Schocken-Verlag legt die gesammelten Reden und Aufsätze Ruppins zum Palästinaauibau der Öffentlichkeit vor. Es gibt bis heute keine bessere Einführung in die Palästinakunde als diese. Wenn man jemals sagen konnte, daß das Werk den Mann adelt, der es getan hat, so hier. Man merke wohl, es handelt sich um nüchterne, kristallklare Wirtschaftsberichte, in denen kein Wort zu viel steht, um scharie Auseinandersetzungen mit englischen Untersuchungskommissionen und mit Kritikern aus dem eigenen Lager. Der erste Aufsatz aus dem Jahr 1907 spricht von Palästina vor Beginn der Zionistischen Kolonisation; er ist ein Memorandum, das mit vorausschauendem Blick den Plan künftiger dichter Besiedlung mitten in Wüsteneien hinein projektiert. In dem letzten Aufsatz, der Rede vor dem Luzerner Kongreß von 1935, kann Ruppin mit berechtigtem Stolz auf das zurückblicken, was inzwischen erreicht worden ist: über 100 Siedlungspuukte, nach modernsten Methoden geführt, Tausende von Siedlern, die auf ihnen leben, der tragende Grund iür eine Bevölkerung von 400 000. Und, worauf Ruppin am meisten stolz sein kann: das Wort ,,Emek" hat ein.ni bannenden Klang bei der jüdischen Jugend bekommen. Als Leiter der Kolonisationsabteilung hat Ruppin die Erkenntnis, daß unsere besten Menschen nicht einer Rentabilitätsrechnung folgen wollen, sondern einer Fahne, daß sie ohne Bevormundung in freier Selbstverantwortung ein neues Leben beginnen wollen, in die Tat umgesetzt, indem er, vielen Widerständen zum Trotz, die Form der Kwuzah zum Steg geführt hat. Aber er ist darüber nie zum Ideologen geworden, niemals hat er sich zum Propheten von Parteiprogrammen gemacht. Er war und ist ein Mann der Tatsachen, ein Praktiker und Kalkulator, aber einer, der es versteht, mit dem größten Aktivum zu kalkulieren, das ein Volk besitzt: mit dem menschlichen Herzen. Werner C a h n m a n n. CD" (DAPIM) Hebräische Lese-i und Lernhefte Der Mangel an aktuellem hebräischen Lese- und Lernstoff veranlaßte das Tarbuth-Dezernat der ZVfD. Lesehefte unter dem Titel "CSI" (Dapi m) herauszugeben. Der Stoff ist aus verschiedenen hebräischen Zeitungen und Zeitschriften zusammengestellt (punktiert und unpunktiert) und ist für Lese- und Lernzwecke für Erwachsene und Jugendliche, die die ersten Kenntnisse der Sprache (etwa nach 6—8 Monaten Unterricht) erworben haben, geeignet. Das erste Heft, das soeben im D r u c k erschienen ist (16 Seiten großes Format), enthält neben einem Chronik-Teil und aktuellen Notizen aus dem jüdischen Leben eine Reihe von Aufsätzen, Erzählungen und Gedichten wie: „Der Zionisten-Kongreü" — von Herzl; Abschnitt aus der preisgekrönten Idylle „Mazewa" — von Schimonowicz; „Zwei Hirten" — Erzählung von Jerachmiel; „Aus dem Leben der Beduinen" — von Baer; „Herr Gabriel und der Wasserschöpfer Katriel" — Erzählung von Ben-Zion; „Gesang der Erde" — Gedicht von Fichmann; „Mit Chaluzim nach Erez Jisrael" — von Assael; „Im Jugendzelt" — von Fuhrmann; „Jemenitische Kinder" — Erzählung von Glossmann u. a. Ferner enthält das Heft ein V o k a b u I a r i u m. Preis: RM. 0.25, zuzüglich Porto. Für die Schuljugend ist ein vollpunktiertes Heft „Herz 1" (8 Seiten großes Format) erschienen, das neben dem Märchen „Deworah tachat Hatomer" eine # Ihre Ausstattung SÄST**" von Benger, Prof. JSger, Ribana^Bleyle, Heinzelmann bei Adolf Schlesinger, Prielmayerstrafie 12 Spezialist für Unterwäsche, Strumpf- und Strickwaren kurze Herzl-Biographie, Gedichte und Skizzen enthält. Preis RM. 0.20, zuzüglich Porto. Bestellungen sind an das Tarbuth-Dezernat der ZVfD., Berlin W 15. Meineke-Str. 10, zu richten. Weitere Hefte werden zum Druck vorbereitet. Prof. Dr. R. Weichbrodt, Der Selbstmord. Verlag von S. Karger A.G., Basell937. Offener Brief an Herrn Professor Dr. R. Weichbrodt von Prof. E. Kirschner-München Sehr verehrter Herr Professor Weichbrodt! Wie ich Ihnen schon vor unserer Abreise schrieb, behielt ich mir das Studium Ihres mich überaus fesselnden Werkes „Der Selbstmord" für die Zeit vor, in der ich nach unserer Heimkehr mich seiner Lektüre mit Ruhe und eindringender Aufmerksamkeit werde widmen können. Das ist nun geschehen und schon die erstmalige Durcharbeitung ließ mich erkennen, welch riesiges Material sichtend, ordnend und geistvoll erläuternd Sie zu bewältigen hatten. Aber auch selbst dem Laien lieferte Ihre Arbeit eine überreiche Fülle von Anregungen auf kulturellem, politischem, wirtschaftlichem und historischem Gebiete. So viele Autoritäten und eigene Beobachtungen Sie ins Feld führen, um die vielumstrittene Frage der Mentalität von Selbstmördern einer endgültigen Lösung entgegenzuführen, ich muß dennoch bekennen, daß ich an die Lösbarkeit dieses schwierigsten Problems überhaupt nicht glauben kann. Der von Ihnen S. 19 aus der nachtalmudischen Zeit angeführten Bezeichnung für den Selbstmörder: meabbed azmo ladaat, der sich wissentlich selbst vernichtet, stelle ich die ebenfalls jüdische Auffassung entgegen, daß nur derjenige Selbstmord begeht, mischenichneß bo ruach sch'tuß, der verwirrten Geistes ist. Ihre feinen, pädagogisch wertvollen, sehr beherzigenswerten Worte S. 141. worauf es vor allen Dingen ankomme bei der Erziehung der Menschen schon von frühester Kindheit an, sie sollten in die Hand aller Eltern und Erzieher von Beruf gelangen.. Noch gar viele Einzelheiten könnte und müßte ich, mehr oder weniger zustimmend, hervorheben, allein ich beschränke mich auf die zusammenlassende Bemerkung: es ist Ihnen ausgezeichnet gelungen, ein Werk mit so abschreckendem Titel ebenso fesselnd wie belehrend zu gestalten, ein Werk, das, abgesehen von seinem statistischen und fachwissenschaftlichen Teil, in jedes Haus gehört, um dort erziehend und erkennend, vorbeugend, aufrichtend und segensreich zu wirken. Dieser wohlverdiente Erfolg sei Ihnen und Ihrem Werke in reichem Maße beschieden ebenso im Inwie im Auslände. Mir aber gestatten Sie, Ihnen nochmals herzlichst zu danken für die mich ehrende Gelegenheit, reiche Belehrung und damit dauernden Gewinn aus Ihrem Werke schöpfen zu dürfen. In Verehrung und Freundschaft Ihr E. Kirschner. Palästina-Wirtschaft 1937. Das Palnews Wirtschafts-Jalirbuch für Palästina für das Jahr 1937, das soeben bei Palestine News Service" Ltd. in Tel-Aviv erschienen ist, ist wie seine Vorgänger außergewöhnlich reichhaltig, aber im Gegensatz zu diesen steht es unter dem Zeichen der Wirtschaftskrise, von welcher das Land seit dem Ausbruch des italienisch-abessynischen Konflikts betroffen worden ist. Ein äußeres Merkmal dafür ist, daß von den bisherigen drei Ausgaben, hebräisch, englisch, deutsch, die deutsche aus Ersparnisgründen weggelassen worden ist. Dieser Umstand mag auf den ersten Blick der Verbreitung innerhalb des deutschen Sprachgebiets abträglich erscheinen, er schließt aber andererseits für den Leser den heilsamen Zwang in sich, die mangelhaften englischen oder hebräischen Sprachkenntnisse, die er hat, zu erweitern. Der führende Aufsatz stammt wie in früheren Jahren von Dr. Alfred Michaelis. Er behandelt Ursachen und Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung des Jahres 1936, um schließlich die Bedingungen für die Gesundung aufzuzeigen. Sie bestehen in der Fortdauer der Menschen — wie der Kapitalzuwanderung, in der Stärkung der Kaufkraft durch Reduktion des Einfuhrüberschusses, in der Erleichterung der Industriefinanzierung und in der Verminderung der Produktionskosten in der gemischten Landwirtschaft. Der letzteren Bedingung kommt besondere Bedeutung zu, wenn man bedenkt, daß beispielsweise im Monat Dezember 1936 die Großhandelspreise für inländische Tnuvah-Butter in Tel- Levinger Zigarren Kaken ihre Stammkunden! S. LEVINGER, Bayersir. 21 im Höfel Rheinischer Hof Gegr. 1886 Fernsprecher 54897 Für den Herbst: Strickkleider, Pullover, Blusen in neuesten Ausführungen, in allen Preislagen Wollschals, in modernen Farben, viereckig. . . 2*15 3.40 lange Form, handgewebt......2.90 Wollpoiös-Strünipfe, aparte Muster, behagliches Tragen 3.50 Der feine ..Unks" Waschkunstseiden-Strumpf .... 1.95 Wollhemdchen................2.25 Wollhemdchen mit Büstensehnitt........2.75 Wollhöschen................2.75 T%f\r JL lf | AIIDED THEATINERSTRASSE 35 KvJA IVLAUDCK FILIALE MARIENPLATZ 2

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