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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-09-15 · 18 (15.9.1937) · p. Seite 327

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
18 (15.9.1937)
Date
1937-09-15
Page
Seite 327 (sequence 9)
Language
German
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Mr. 18 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 327 Der erste Vorstand, Herr Gustav Lauber, begrüßte zunächst die Erschienenen. Er dankte Herrn Rabbiner Dr. Hanover für die 2^jährige Verwaltung des Rabbinatsbezirks und dem Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, der die Wiederbesetzung in Verbindung mit dem Rabbinat Ansbach ermöglicht hat. Gemeindevorstand Lauber wandte sich alsdann an den jungen Rabbiner und legte ihm ans Herz, sich insbesondere der Jugend zu widmen und die Wohlfahrtspflege zu betreuen. Herr Rabbiner Dr. Hanover schilderte in seiner Festpredigt den vielseitigen verantwortungsvollen Beruf des Rabbiners in der heutigen Zeit. Er zeichnete das Bild des verklärten Vaters des neuen Rabbiners und beglückwünschte diesen auch namens des Verbandes .und der Nachbargemeinde Würzburg zu dem neuen Amt. In seiner Ansprache gelobte Rabbiner Gottheit Wohlgemutn der Gemeinde und dem Bezirk ein treuer Rav zu sein, die Jugend in den Wegen der Thora zu erziehen und den Notleidenden nach Kräften beizustehen. Er schilderte sodann die Aufgaben des gesetzestreuen Rabbiners. Herr Lehrer und Kantor Bamberger überbrachte die Masseltov-Wünsche der Lehrer des Bezirks und gab der großen allgemeinen Freude über die Wiederbesetzung des Rabbinats Ausdruck, insbesondere dem Stolz, seinen ehemaligen Schüler auf diesem Rabbinatssitz zu sehen. Nach einem Chorgesang, Ma-Tovu, dirigiert von Herrn Joseph Schächter, schloß die erhebende Feier. Prichsenstadt •Am Sonntag, den 22. August 1937, waren es 25 Jahre, daß die Synagoge in Prichsenstadt ihre Einweihung durch den damaligen Bezirksrabbiner Dr. Stein, Schweinfurt, gefunden hat. Das Jahr der Wiederkehr des" 25. Jubiläums wurde trotz der Schwere dieser Zeit feierlich im bescheidenen Maße begangen. In der geschmückten Synagoge versammelten sich die Mitglieder der Kultusgemeinde Prichsenstadt und die aus den Nachbargemeinden erschienenen Ehrengäste. Nach dem Mincha- Gebet und dem Gesang des Boruch haboh begrüßte Herr Kultusvorstand Moritz Hahn den Bezirksrabbiner, die Ehrengäste und die Gemeinde. Hierauf hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Köhler, Schweinfurt, die Festrede. In seiner Predigt gedachte er der Männer, die in' schwerer Zeit mit jüdischem Opfersinn die Grundlage zum Bau' und zur Weihe des Gotteshauses gegeben haben. Er gedachte außerdem der schweren Zeiten, die die Gemeinde Rriichsenstadt und auch die gesamte Judenheit in diesen 25 .Iahten und auch heute in der Gegenwart erlebt hat. Er ermähnte die Gemeinde, gerade jetzt treu zusammenzustehen und alle Kräfte zu entfalten, um trotz Existenzrückgang und Auswanderung die Gemeinde und ihre heiligen Institutionen zu' erhalten. Nachdem sprach noch Herr Lehrer Grünebaum, der die Gefühle der Gemeinde Prichsenstadt zum Ausdruck brachte. Mit erhebendem Gesänge, an dem sich außer Herrn Lehrer Grünebaum noch Herr Louis Frank beteiligte, schloß dje würdige Feier. Moses Strauß s. A. Geroda: Am 2. September haben wir Moses Strauß, den Vorstand unserer Gemeinde, zu Grabe gebracht. Eine der markantesten Persönlichkeiten der unterfränkischen Kleingemeinden ist mit ihm dahingegangen, ein wahrhaft frommer und charaktervoller Mensch, der jede freie Minute seines Lebens seiner Gemeinde, die er über 30 Jahre lang leitete, widmete. Zeugen seiner Wirksamkeit in Geroda sind die neue Synagoge, der Friedhof und die Mikwoh, die er geschaffen, bevor der Verband Bayer. Israelitischer Gemeinden seine segensreiche Tätigkeit entfaltete. Solche Einrichtungen in einem kleinen Rhöndorfe zu schaffen, ohne Unterstützungen von Verbänden und Organisationen, das erfordert Energie und ein unbeugsames Vertrauen. Diese Eigenschaften besaß Moses Strauß; sie erwiesen sich als Segen für seine Gemeinde und für den Bezirk Bad Kissingen, dessen Kassier er lange Jahre war. Zu seiner Beerdigung waren von nah und fern die Freunde herbeigeeilt, um ihnen die letzte Ehre zu erweisen. An seinem Grabe sprachen Worte des Schmerzes und der Erinnerung: Rabbiner Dr. Ephraim. Bad Kissingen. Rabbiner Dr. Weinberg, Würzburg, ein Verwandter der Familie, Hauptlehrer Adler, München, der Neffe des Heimgegangenen, Lehrer Strauß, Mittelsinn, der Sohn und Lehrer Katz. Frankfurt, der Schwiegersohn des Verstorbenen, Lehrer Kahn, Geroda und ein Vertreter der Gemeinde Mittelsinn. Herr Herz. mvsn Aus dem Reiche Intensivsprachunterricht für Auswanderer! Wie in den letzten Jahren eröffnet die Handelsschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am 1. Oktober 1937 eine neue Sprachenklasse. Diese ist besonders für diejenigen bestimmt, die die Absicht haben, in absehbarer Zeit auszuwandern und sich vorher eine eingehende Kenntnis der Weltsprachen Englisch und Spanisch verschaffen wollen. Der Intensivunterricht soll die Teilnehmer der Sprachenklasse, die außerdem einen Unterricht in englischer und spanischer Stenographie und Schreibmaschine erfahren, befähigen, im Ausland eine entsprechende Stellung bekleiden zu können. Diesem Zweck dient auch die Einführung in Kutlur und Wirtschaft der Auswanderungsländer, in denen Englisch und Spanisch herrschend ist Die Schule eröffnet ferner am 1. Oktober 1937 einen Halbjahreskursus, der in gedrängtester Kürze junge Menschen für die praktische kaufmännische Tätigkeit vorbereitet. Dabei wird besonderer Wert auf die technische -Seite der Ausbildung gelegt (Stenographie und Schreibmaschine). Auskunft erteilt der Schulleiter, Herr Dipl.-Handelslehrer Berger, Beriln W 15, Joachimsthalerstraße 13. Jüdischer Turn-u. Sportverein München e. V. „ Jhis" Geschäftsstelle: Plinganserstraße 76. Telefon 72 6 99. Tennisplätze: 73 6 66. Sekretariat: Plinganserstraße 76. Sprechzeit: 10—13. 15—22 Uhr. Sportplätze an der Marbachstraße (Linie 6 ForstenriederstraBe). Plinganserstraße 76: Turnhalle- Box- Judo-. Tischtennis-Säle und Kegelbahn. Kommende Veranstaltungen: IS./19. Sept.: Internes Turnier der Tennis-Abteilung. 19. Sept.: Leichtathletische Morgenveranstaltung um die bayer. Vereins- Meisterschaft (von 9 Uhr bis 12.30 Uhr). 2. Okt.: Simchas Thora Tanz in der Turnhalle. 3. Okt.: Voraussichtlich Hakoah Stuttgart in München. Unsere Münchner in Berlin! Itn Rahmen des großen Sportfestes, des I. S. K. Berlin spielten unsere Handballer gegen die besten jüdischen Mannschaften. Bar Kochba Hakoah und Jüd. Sport-Club. Obwohl unsere Mannschaft nicht ganz komplett war. schnitt sie mit einer Niederlage von 2:3 und einem Unentschieden von 4:4 recht günstig ab. Erstklassig erwiesen sich Benno Gersinsky. Max Scherz und Peter öttinger. Auch mehrere Leichtathleten zeigten den Berlinern, daß in dieser Sportart in München ebenfalls Gutes geleistet wird. Die Aufnahme durch den gastgebenden Verein war fabelhaft. München wird sich sehr anstrengen müssen, um beim Rückspiel in dieser Hinsicht nicht zurückzustehen. Gründung einer Sängerabteilung aus Mitgliedern des Jtus! Alle sangeskundigen und sangesfreudigen Mitglieder unseres Jtus, Damen und Herren, werden freundlichst eingeladen, sich an der Gründung einer Sängerabteiluug innerhalb unseres Vereins beteiligen zu wollen. Unter sachkundiger Führung soll wöchentlich abends einmal in den Räumen unseres Jtus. ein Singabend stattfinden, der den beteiligten Mitgliedern Freude und Zerstreuung bringen soll. An allen geeigneten Veranstaltungen des Vereins soll die Sängerabteilung mitwirken, darüber hinaus wäre die Möglichkeit vorhanden, zusammen mit dem Kulturbundorchester an Veranstaltungen des Kulturbundes mitzuwirken. Unkosten entstehen den Mitgliedern durch ihren Beitritt zur Sängerabteilung nicht. Wir ersuchen alle Herren-Tenöre und Bässe, Damen-Soprane und Altistinnen, sich in der Geschäftsstelle unseres Jtus baldigst melden zu wollen. Die Sängerabteilung wird wesentlich dazu beitragen, unsere Veranstaltungen zu verschönern und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Mitgliedschaft zu heben. Die Proben sind so gedacht, daß die Teilnehmer unter freiwilliger Bewirtung den Abend verbringen können. Die Vorstandschaft. Geschäftliches . Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Nibelungenstr. 14. empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. S. Inserat! Aufbaumöbel, Ein- und Zweibett- COUChes sowie komplette Zimmer-Einrichtungen MÖBEL-BALLIN Theatinerstraße 7, Eingang Maffeistraße Billige Preise bei gediegener Qualität

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