Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 14 (15.7.1937)
- Date
- 1937-07-15
- Page
- Seite 268 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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268 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 Stoffe Deutsche Teppiche Orient. Teppiche An die Inhaber der Blauen Büchse des K.K.L. (Judischer Nationalfonds)! Wir machen erneut und nachdrücklich darauf aufmerksam, daß zur Leerung der Blauen Büchsen des KKL nur dielenigen Mitarbeiter des KKL berechtigt sind, die einen auf der Umschlagseite des Quittungsblocks von der Münchner Zweigstelle ausgestellten Sammelausweis besitzen. Die Büchseninhaber werden gebeten, diesen Ausweis zu verlangen und darauf zu achten, daß die Büchse nach der Leerung mit einer: ausgefüllten Quittung wieder verklebt wird. Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds E.V.) Zweigstelle München, Schlosserstr. 2/1 Jubiläums-Veranstaltung der Zionistischen Ortsgruppe Anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Zionistischen Organisation und des Todestages Theodor Herzls versammelte die Zionistische Ortsgruppe einen Kreis von Mitgliedern und Freunden, der den Sitzungssaal der Gemeinde dicht gedrängt füllte. Dr. Richard Eisen eröffnete die Veranstaltung mit einem Hinweis auf den historischen Augenblick, in den dieser doppelte Gedenktag fällt. Manfred Sturmann schilderte Bedeutung und Geschichte von Herzls größter Schöpfung: der Zionistischen Organisation, und erläuterte dann einen Bildstreifen ..Träger des Aufbaus". Dr. Leopold Künstler hielt den Begleitvortrag zu einem sehr aktuellen und geschickt zusammengestellten Bildstreifen, der Ereignisse und Aufbauarbeit der letzten Monate in Erez Israel zeigte. Der gemeinsame Gesang der Hatikwah beschloß die Feier. Verband jüdischer Frauen für Palästinaarbeit (WIZO), Ortsgruppe München Arbeitsjahr 1936/37 Unsere Veranstaltungstätigkeit begann mit einem Vortrag von Frau Dr. Fränkel-Ehrentreu über das Thema: „Wie feiern wir mit unseren Kindern die jüdischen Feste." Es folgte der Rezitations-Abend von Edith Herrnstadt-Oettingen und eine Kundgebung mit Jettka Levy-Stein unter dem Titel „Wer baut Palästina." Frau Levy-Stein stellte sich auch für einen engeren Zirkel zur Verfügung. Im Januar 1937 referierte Frau Selma Eisen über das Thema: „Verständigung mit den Arabern?", im Februar Frl. Fanny Lieber über: „Die Institutionen der Wizo in Palästina und Fragen der Mädchenausbildung" als Einleitung einer Aussprache. Als besonders erfolgreich können wir das Kinderfest zum 15. Schwath bezeichnen. Im März sprach Adolf Pollak, Jerusalem, in einer Werbe-Veranstaltung über: „Die jüdische Frau in Erez Israel". Schließlich referierte' Frl. Ruth Szkolny über: „Fragen der Berufsausbildung der Schulentlassenen". Infolge der darauf eingetretenen Versammlungspause kann erst jetzt wieder eine Veranstaltung stattfinden. Ein erfreulich großer Kreis unserer Mitglieder beteiligte sich regelmäßig an der Arbeit des KKL (Büchsenaktionen, Aufforstungsaktion, Pessachaktion), sowie an der Schekelaktiop. Wir hoffen, daß die Zahl der Mitarbeiterinnen sich in Zukunft noch vergrößert. Über die regelmäßig fortgeführte bewährte Arbeit des Bahnhofsdienstes ist nicht viel zu berichten. Unsere Nähstube, die bisher für die beiden Bäte Chaluz die Sachen ausbesserte, wird sich, da dies jetzt nicht mehr nötig ist, auf Neuanfertigung umstellen. Der von uns eingerichtete Machsan (Magazin) .beschenkt die Chaluzim und Chaluzot vor ihrer Alijah mit kleinen Ausstattungsgegenständen. Zu Chanukkah erfolgte durch uns eine Bescherung für ca. 70 Chaluzim und Chaluzot. Verband bayer. isr. Gemeinden Am 4. Juli 1937 fand die konstituierend« Sitzung der auf Grund der Verfassung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden vom 21. März 1937 gewählten Körperschaften statt. Zum Präsidenten des aus 25 Mitgliedern bestehenden Rats wurde Oberstlandesgerichtsrat i. R. Dr. Alfred Neumeyer, zu stellvertretenden Präsidenten wurden Bezirksrabbiner Dr. Hanover-Würzburg und Kommerzienrat Rosenzweig-Nürnberg gewählt, welch letzterer zugleich als Schatzmeister des Verbandes fungiert. Stellvertretender Schatzmeister ist Kommerzienrat Joseph-Landau/Pfalz. Die Ehrenmitgliedschaft des Rats mit Sitz und Stimme wurde den Herren Geh. Rat Professor Dr. Silberschmidt-München und Rabbiner Dr. Freudenthal-München, vordem in Nürnberg, verliehen. SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÜNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE Einzelmöbel Kunstgewerbe Zum Vorsitzenden des aus 21 Mitgliedern bestehenden Landesausschusses wurde Bankier Julius Wassermann-Bamberg, zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Justizrat Dr. Blüthe- Kaiserslautern und Kommerzienrat Dreichlinger-Neumarkt/Oberpfalz bestimmt. Es wurden die Jahresrechnung 1936/37 und mehrere kleinere Vorlagen verabschiedet. Der Präsident berichtete über die Verhandlungen wegen Umbildung der Reichsvertretung. Seine Haltung wurde einmütig gebilligt. Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Beratung über das Versorgungswesen. Die Berichterstattung hatte Justizrat Dr. Oestreich-München. Mit Wirkung vom 1. April 1937 sind Verband und Gemeinden aus dem Bayerischen Versorgungsverband ausgeschieden. Die Durchführung der Versorgung obliegt nunmehr dem Verband Bayerischer Israelitscher Gemeinden. Uber die Einzelheiten der Vorlage fand eine eingehende Aussprache statt. Die von den Körperschaften beschlossene Bekanntmachung wird demnächst in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung veröffentlicht werden. Aus der Gemeinde Bamberg Am 6. Juli wurde vor zahlreichen Mitgliedern und Freunden der Zionistischen Ortsgruppe der neueste Bildstreifen des KKL gezeigt, zu dem Walter Dannenberg die Begleitworte sprach. Fritz Stein gab die Ergebnisse der Schekelaktion bekannt und sprach zur bevorstehenden KKL-Kampagne. Hatikwah und Techesakna beschlossen die Feier. Am 20. Juni zeigte die Ortsgruppe einem zahlreich erschienenen Publikum den Propagandafilm „Hatikwah". Fritz Stein sprach sehr wirkungsvolle Einleitungs- und Schlußworte. Ablösung von Dankkarten Rechtsanwalt Dr. Martin Morgenroth und Frau danken für die anläßlich der Vermählung ihrer Kinder Edith und Arnold erwiesenen Aufmerksamkeiten. Aus dem Reiche Jusfizrat Henry Silberstein 70 Jahre Am 18. Juli feiert Justizrät Henry Silberstein seinen 70. Geburtstag, denen, die den immer noch jugendfrischen und aufrechten Mann kennen, eine Überraschung, zugleich aber auch ein freudiger Anlaß, ihm von Herzen Glück zu wünschen. Silberstein, ein Schüler des ausgezeichneten großen Kirchenrechtlers und Kirchenpolitikers Hubler gehört trotz seines, von allen anerkannten außergewöhnlichen Wissens und Könnens nicht zu denen, die sich auf den Markt des öffentlichen Lebens drängten. Trotz seines tiefen Wissens und scharfen Urteils ist er seit seinen Jugendjahren nicht mehr als Autor hervorgetreten. Trotz seines feinen Taktes in Standesfragen, von denen er nicht zu selten im Wege vertraulicher Aussprache von seinen Berufsgenossen in Anspruch genommen wurde, drängte es ihn niemals danach, in den Standesorganisationen die Rolle zu spielen, zu der er an sich legitimiert gewesen wäre. Feine, taktvolle, Zurückhaltung war stets sein eigen. Wer ihn aber kennt, die Tiefe seines umfassenden Wissens auf allen Gebieten, auch auf dem der Geschichte der Philosophie (er beherrscht die griechische und lateinische Sprache, wie man es kaum beim klassischen Philologen findet), für den blieb er immer der stille, zurückgezogene und sich zurückhaltende Kollege. Wieviele hätten sich an ihm ein Vorbild nehmen sollen! M. Geschäftliches Herr DipL-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Nibelungenstr. 14. empfiehlt sich für die Ausführung von Hefeungsanlagen aller Systeme, sawie für Reparaturarbeiten. S.Inserat! L. BERNHEIM ER MÜNCHEN, LENBflCHPLflTZ 5 INNENAUSSTATTUNG