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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1937-05-15 · 10 (15.5.1937) · p. Seite 207

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
13 (1937)
Issue
10 (15.5.1937)
Date
1937-05-15
Page
Seite 207 (sequence 8)
Language
German
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JiHL Kulturbund in Kaycm m*. ■ a aal ■ Ortsi|rii|»|»c Mitteilung an die Mitglieder Am Donnerstag, den 3. Juni, findet als letzte Veranstaltung dieser Spielzeit das 8. Symphoniekonzert des Kulturbundorchesters München statt. Das Münchener Orchester, bestehend aus 30 Streichern, wird diesmal durch 21 Mitglieder des Berliner Kulturbundorchesters (darunter dessen sämtliche Bläser) verstärkt werden, so daß sich das Orchester in einer Stärke von insgesamt von 51 Damen und Herren präsentieren wird. Zur Aufführung gelangen Symphonien von Mendelssohn und Dvorak. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Erich Eisner. Die Eintrittskarten für dieses Konzert, zu dem auch Abwechsler zugelassen sind, sind an der Kulturbundkasse gegen Entrichtung des Maibeitrags erhältlich. Für den Monat Juni wird keine Beitragsrate erhoben. Die Mairate des Jahresbeitrags wird bei denjenigen Mitgliedern, welche sie nicht bis 14. d. M. an der Kulturbundkasse entrichtet haben, mit einem Aufgeld von 30 Rpf. durch den Kassier eingehoben. Konzerf des Sfreichquarfefls des jüdischen Kulturbundes Rhein-Main Der besondere Erfolg, der diesem ausgezeichneten Ensemble im Vorjahr zuteil wurde, ist ihm auch bei seiueim diesjährigen Konzert treu geblieben, obgleich das Quartett wesentliche Neubesetzungen hat vornehmen müssen. Ernst Drucker, der frühere Sekunidigeiiger, ist zum Piriimarius aufgerückt, und bewährte sich an dlieser Stelle nicht nur als Geiger von überlegener Technik und schönem, warmen Ton, sondern auch als famoser iKlaimmermusiikspiieler, 4er seine Getreuen mit musikalischer Sicherheit und diskreter Bestimmtheit zu führen versteht. Auch Theo Ratner, der zweite Geiger, ist ein prächtiger Musiker, dessen Individualität trotz streng gewahrter Quartettdisziplin laufs angenehmste zur Geltung kam. Richard K a r p , dessen Bnatschenspiel schon im Vorjahr Aufsehern erregte, zeigte sich auch diesmal wieder als hervorragender Vertreter dieses Instruments; mian darf sagen, daß es in den Quartetten von internationalem Rang nicht viele Bratschisten gibt, die es mit ihm aufnehmen können In Dr. Heinz Edelstein lernte man einen Cellisten kennen, der ebenfalls eine ausgeglichene Technik mit bestem Kamme rmusifetil verfeindet; sein Spiel berührte, gerade wegen seiner betonten Huordnnng, ungemein sympathisch. Das Wesentlichste des Abends aber bedeutete das vorbildliche Zusaimmenspiel der Künstler, das ihre Instrumemte gleichsam zu einem einzigen verschmelzen Meß, und ungeachtet aller. vFarbiigkeit und Mannigfaltigkeit dies Vortrags gerade durch seine künsterisohe Geschlossenheit stärkste Wirkungen erzielte. — Die Zeitverhältnisse bringen es mit sich, daß wir heute dem Schiaffen Mendelssohns erneut besondere Aufmerksamkeit zu widmen haben; ebenso wie auf dem Gebiet der Orehestermusik kommt auch aus seinem reichen kammermusikalischen Schlaffen eine Fülle edelsten Gutes zu Tage. Das Es-dur-Quartet oip. 12 gehört zu den besten Schöpfungen der romantischen Kammermusik; es hat in seiner Innigkeit unid! Frische, seiner rhythmischen Vielgestaltigkeit und thematischen Erfindungskraft auch in der Gegenwart in seiner Wirkung nichts eingebüßt. — Selten begegnet man noch in Konzerten dem Italiener Luigi Boccherini (1743—1805); er ist einer der wenigem! Südländer, die sich in neuerer Zeit erfolgreich auf dem Gebiet der Kammermusik betätigten. Sein Quartett A-dur op. 33, 6 enthält noch vorklassische Stilelemente, läßt aber doch deutlich den überragenden Einfluß Hayidlns erkennen; im ganzen ein Werk, dessen einfache uind liebenswürdige Musik wir uns gerne gefallen lassen. — Sehr zu begrüßen ist die gesteigerte Beachtung, die seit kurzem dem bedeutenden tschechischen Komponisten Antonin Dvoräk in den Kulturbünden •einitgeigengeibracnt wird. In seinem Quartett F-^dur op. 96 otffembart sich kraftvolles romantisches MusSkantentum, gepaart mit einer Thematik echt slawischen Gepräges; ein Werk, das durch die Fülle seiner Ideen und Stimmungen auf die Hörer eine unimittelbare und packende Wirkung aus? übt. :— Alle drei Quartette erfuhren durch die:-Frankfurter. Künstler eine treffliche, lebendige Wiedergabe, sehr zur Freude der zahlreich erschienenen und sichtlich interessierten Hörer. Wir hoffen gerne, das Frankfurter Quartett bald wieder zu, hören. a. Alfe jüdische Kunsf unfer dem Hammer Der etwa 800 Kunstwerke nennende Versteigeruagskatalog, den Rudolph Lepkes Kunstauktionshaus zusarnmen mit der Münchener Firma Julius Böhler versendet, nennt sehr wichtige Judaica aus der jüdischen Sammlung Dr. Albert Figdor (Wien)j Dieser kenntnisreiche Sammler besaß den hebräischen Kalender für die Jahre 5167 bis 5225 (1406 bis 1465). Pergament mit roter, grüner und schwarzer Tinte in unpunktierter Quadratschnift geschrieben. Es sind 13 Blätter zu ye acht Spaltern von ungefähr 25 bis 30 Zeilen, gefaltet und zu einem Fächer vereinigt. Auf der Außenseite der einzelnen Blätter ist der jeweilige In'halt angegeben. Blatt 1 enthält folgende Angaben: 1. für 5167 bis 5225 die Regula, siman; 2. für die 28 Jahre des Sonnenzyklus den Wochentag, auf den der 1. Januar-fällt, mit Vermerken für die Schaltjahre; 3. für die 19 Jahre des Mondzyklus den Tag des Monlats Nissan, auf den der 1. April fällt. Blatt 2 enthält dlie Angabe, auf welchen Wochentag die einzelnen „Zeichen" der Schaltjahre fallen, Anfänge der Festtage und der dafür in Frage kommenden Gebete. Blatt 4 gibt die Woohenaibschnitte der Thora an, während Blatt 3 ähnliche Angaben wie Blatt 2 enthält. Blatt 5 bis 10 enthalten die genaue Zeit der Monatsanfänge von 5167 'bis 5193, Blatt 11 die Angaben über den Jahresumiauf für 5167 bis 5176 und den Tag des Monats Kislev, an dem das Gebet für den Regen beginnt. Blatt 12 und 13 enthalten ähnliche Angaben für 5177 bis 5196. Dieser wichtige Kalender, der 12 cm lang und 4 cm breit ist, ist in Italien um 1406 gearbeitet und befand sich früher bei dem Sammler Figdor. Diesem Mäzen gehörten ferner ein polnischer Jad aus Silber aus Polen, verschiedenie Tfooraizeiger des 17. Jahrhunderts mit der Meistermarkie der GoMscbmiedei die da am Werk waren, ein Fläschcben aus versilbertem Kupfer von ovaler Form mit der Darstellung einer BeschneMurog und eines Saibibatmahles an der Schauseite, wohl ein Zeugnis jüdischer Volkskunst in Deutschland, ein herrlicher Thoraschmuck mit einer umfangreichen hebräischem Inschrift, die der Sammler, wie der Katalog berichtet, selbst übersetzt bat. und die lautet: „Geld besiegelt den Ankauf. Dieses Blech und die Hand aus Silber kaufte ich von dem zum Begräbnis meines seligen Vfters bestimmten Gelde. bei seinen Lebzeitn im .Tahre 5453 (1694). Wiur.de gemacht von Abraham. Sohn des Moses Rebenspitz, in Österreich. Und dort wurde ich geboren am Sabbath 25. Adar 5416. Der Name meiner Frau Saide. Tochter des sei. Abraham, mein Sonn Isaac geboren am 8. Schewät 5438, mein Sohn Hirsch geboren am 8. Siwan 5451, Gott beschütze alle. Amen." Sehr interessant auch unter diesen Judaica zwei ovale Medaillons, eines aus Silberfiligran, herzförmig. Die beiden Herzen tragen den Magen Dovid und in hebräischen Lettern den Namen Gottes und das Wort „Schaddai". Während das andere Aufbaumöbel, Ein- und Zweibett- COUChes sowie komplette Zimmer-Einrichtungen MÖBEL-BALLIN TheatinerstraBe 7, Eingang MaffeistraBe Billige Preise bei gediegener Qualität

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