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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-11-15 · 22 (15.11.1936) · p. Seite 485

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
22 (15.11.1936)
Date
1936-11-15
Page
Seite 485 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 485 Aus der Gemeinde Bamberg Die zweite Veranstaltung des Jüdischen Kulturbundes gab den zahlreich erschienen Mitgliedern des Jüdischen Kulturbundes etwas Bleibendes. Dr. Osborn-Berlin sprach am 24. Oktober in der „Weißen Taube" über „Alte und neue Kunst in Palästina". In zweistündigen Ausführungen zeigte er an Hand gut ausgesuchter Lichtbilder die Entwicklung, welche die Kunst im Laufe der Jahrtausende im Lände der Väter genommen hat. Das dankbare Publikum stand ganz im Banne dieses Vortrages. Zionistische Ortsgruppe. Am 19. Oktober sprach vor den Mitgliedern und zahlreichen Gästen Herr Dr. Bamber.ger-Nürnberg auf Grund der während eines längeren Aufenthaltes in Erez Israel .gewonnene Emidrücke über „Palästina — heute". Seine, insbesondere die historische Entwicklung der Dinge beleuchtenden Ausführungen gaben ein lebendiges Bild der jetzigen Lage hinsichtlich der drei beteiligten Partner, Araber, Engländer und Juden. Am 28. Oktober sprach der 'geschäftsführende Vorsitzende des Zionistischen Ortsgruppenverbandes für Bayern, Herr Dr. Eisen-München über „Ende des Streikes — was nun?" „Der Ring, Bund jüd. Jugend." Wie in verschiedenen Städten Bayerns, hat auf Einladung des Landesverbandes Bayern des Bundes „Der Ring. Bund Jüd. Jugend".auch in unserer Gemeinde Herr Professor Dr. Bomdy über „Die Auswanderungsschule GrQß-ßreeseni" gesprochen. Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten. Am 25. Oktober fand in der „Weißen Taube" ein gut besuchter Kameradenabend statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Fritz Löbl, konnte den Vorsitzenden! des Bayer. Landesverbandes, Rechtsanwalt Dr. Landienberger-Nürnberg begrüßen, der sich dann in einstündigem Referat über die Tätigkeit des Reichsbundes und die Notwendigkeit seiner Existenz verbreitete. Der Gemeindevorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Morgenroth, wandte sich an die Versammlung mit einem Aufruf zum Jüdischen Winterhilfsopfer als eine Betätigung echt jüdischer Zusammengehörigkeit. Aus dem Reiche Erste Tagung des neuen Rates der Reichsvertretung Am 2. November 1936 ist in Frankfurt a. M. der neugeschaffene 'Rat bei der 'Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der die Vertreter der Landesverbände jüdischer Gemeinden und der großen jüdischen Organisationen umfaßt, zum erstenmal zusammengetreten. Hierzu wird offiziell mitgeteilt: In dieser ersten Sitzung hat sich der Rat von der Gesamtheit der Aufgaben Rechenschaft igegeben, deren Erfüllung die Arbeit der 'kommenden Monate zugewandt sein muß. Während der Umfang der Aufgaben immer größer geworden ist, wird die Leistungsfähigkeit der Gemeinden und der jüdischen Gesamtheit du Deutschland durüh die Verminderung der Zahl und der wirtsehaf tdichen Kräfte der Juden in Deutschland, immer schlechter. Es herrschte Übereinstimmung, daß nur fester, selbstloser Zusammenschluß und! echte Opferbereitschaft die Gewähr dafür igeben können, daß unsere Gemeinschaft in geschiohtlichier Zeit den großen und schweren Pflichten gerecht werden kann, 'die säe erfüllen muß. In der Beratung des Rates 'kam allseitig zum Ausdruck, daß Vorbereitung und Durchführung der Auswanderung in alle Länder, Berufsumschiichtung, Schul- und Bildungswesen, Wirtschaftshilfe, Wohlfahrtspflege idlas Kernstück der Arbeit der Rerchsvertretung der Juden in Deutschland sind und in der nächsten Zeit bleiben werden. Die Aufbringung, der Mittel für die Erfüllung dieser Aufgaben obliegt zum erheblichen Teil dem Zentralaussöhuß für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Er hilft den Angehörigen unserer Gemeinschaft, denen eine Lebensmöglich'keit erhalten werden soll, sowie denen, die ihre Zukunft in anderen Ländern aufbauen wollen. Der Zentralausschuß muß daher noch mehr als bisher ein Gemeinschaftswerk aller Juden in Deutschland werden. Kalte Nächte - warme Mäntel Wählen Sie unsere zuvei lässigen Hausmarken! Sie steilen das Beste dar, das wir in diesen Preislagen zu bieten vermögen 68.- 75.- 83.- 98.- BAMBERGER «HERTZ die zuverlässigen KI e i de rtach I eute Bei der Beratung des Rates herrschte ferner Übereinstimmung, daß auch weiterhin überaus dringlich die Aufgabe ist, mit allen Kräften an der Neugestaltung jüdischen Schicksals in Palästina zu wirken, das in den letzten Jahren Zehntausenden jüdischer Menschen aus Deutschland zur neuen Heimat "geworden ist. Die Juden in Palästina schicken sich an, die Wunden, die schwere Kampfesmonate geschlagen haben, in ungebrochener Aufbaukraft zu heilen. Der Bereitschaft der Juden in der ganzen Welt muß auch in Deutschland die über das gewohnte Maß hinausgehende Mitarbeit aller Juden am Aufbau. Palästinas entsprechen. Mit ihrem Opfer für den Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk e.V.), dessen Arbeit in diesem Jaihr im Zeichen des „Miphal Bizizaron u'Bitachon" (Festigung, Sicherung, und Erweiterung des Aufbauwerkes) steht, erhärtet auch die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ihren Anspruch auf Offenhaltung der Tore Palästinas und auf die Verwirklichung der BalfournDeklaration und des Palästina- Mandats. In der Beratung des Rates kam zum Ausdruck, daß die Landesverbände jüdischer Gemeinden, die jüdischen Gemeinden und jüdischen Organisationen bisher bemüht waren und auch für die Folge bemüht sein werden, alles zu tun, um den an sie gestellten Anforderungen nach Kräften nachzukommen. Unafoweisliche Voraussetzung der Bewältigung der dringenden Aufgabe ist es aber, daß jeder einzelne Jude in Deutschland das Gebot d'er Gemeinschaft aus ganzer Kraft verwirklicht. Den Vorsitz führte der Präsident der Reichsvertretung, Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin), zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden bis zur endgültigen Konstituierung des Rats die Herren Kammergericht'srat Wolff (Berlin) und Oberstlandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer (München) berufen. Dr. Neumeyer führte in der Sitzung etwa folgendes aus: Mit der Bildung des Rats bei der Reichsvertretung ist ein lange gehegter Wunsch der Landesverbände und Gemeinden erfüllt worden. Wenn es im Wesen des Rechtes liegt, daß den Rechten Pflichten entsprechen, so trifft dies in gesteigertem Maße für unsere jüdische Gemeinschaft zu. Der Rat soll nicht ein Verwaltungsorgan sein wie jedes andere, neben aller Arbeit auf dem Gebiete der Wirtschaft und Finanzen wollen wir ein Organ des schöpferischen Aufbaus, ein Organ der'Befriedung umdl ides Ausgleichs bilden, ein Organ der Position', nicht der Opposition, nadh dem Worte von Berthold Auerbach, das uns der verehrte Herr Vorsitzende, heute vermittelt hat. In dem Rat sollen alle jüdischen Werte lebendig wirken. Der Wert, zu dem wir uns alle und jederzeit bekennen, ist die jüdische Lehre und darum möge der Anfang unserer Arbeit das Gelöbnis sein, daß neben aller Sorge d'er Zeit, neben aller Sorge für Jung und Alt unser Sinn auf das jüdische Wissen, auf Leh- Bankges c-häft Gebrüder A. & L. Maier München, Lenbachplatz 9/o im Hotel Leinfelder Telefon 12236 und 13051.

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