Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 14 (15.7.1936)
- Date
- 1936-07-15
- Page
- Seite 318 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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318 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 Hockey: Ein Training findet ab 15. Juli nicht mehr statt. Die Sommerpause dauert bis Ende August. Sämtliche Abteilungsmitglieder werden aufgefordert, sich dem Training der anderen Sportabteilungen des Jtus anzuschließen. N. Sch. Schwimmen: Männliche Jugend jeden Donnerstag ab 18.30 Uhr im Schloß-Mühlbad. Tisch-Tennis-Abteilung Ab 23. Juli 1936 trägt die T.T.-Abt. des Itus ihre Vereinsmeisterschaften aus. Gespielt wird in 3 Klassen (Herren, Jugend ab Jahrgang 1920 und Damen), und zwar Jeder gegen Jeden. Das Nenngeld beträgt pro Person 25 Pf. Nennungsschluß 22. Juli 1936. Alles Nähere an den Trainingsabenden, Mittwoch, Donnerstag und Samstag, ab 20 Uh bei dem Abteilungsleiter. Jakob Schapira. fMAKKABI MÜNCHEN Jüdischer Turn- und Sportverein Schlosserstraße 2/1_Teleion 53 0 52 Eröffnungssportfest am 5. Juli 1936. Am Sonntag, den 5. Juli, bot der Sportplatz ein prächtiges Bild. Die Tribüne war mit blauweißen Fähnchen geschmückt, und auf dem Platz flatterte die Vereinsfahne. Rund 800 Zuschauer waren anwesend, als um 14.30 Uhr der Startschuß zu den 100-m-Vorläufen fiel. Schlag auf Schlag folgten die einzelnen Konkurrenzen. Den Mittelpunkt bildeten die größtenteils von auswärtigen Makkabim bestrittenen Einladungswettbe-. werbe. Eine der sympathischsten Erscheinungen auf dem Sportplatz war „Fränzchen" O r g 1 e r (Wuppertal). Ruhig und unauffällig wartete er auf seinen Start, um dann mit zwei wunderbaren Läufen über 400 und 800 m in Zeiten, die auf diesem Sportplatz noch nicht gelaufen wurden, alle Anwesenden in Begeisterung zu versetzen. Ebenso stellte auch S c h a 11 - mann (Bar-Kochba Berlin) durch seinen Lauf über 100 m in der hervorragenden Zeit von 10.9 Sek. und über 200 m in 23.5 Sek. sein großes Können unter Beweis. Dr. L e w i n (Berlin) blieb in den beiden Kurzstrecken nur knapp hinter Schattmann. Auch Aufrichtig (Berlin) hielt sich vortrefflich. Der Weitsprung von Sternheim (Stuttgart) mit 6.15 m, sowie der Diskuswurf von Helfeid (München) mit 33.11 m verdienen Beachtung. Sehr großen Beifall ernteten die 5000-m- Läufer, die in der Reihenfolge: Hecht (Frankfurt), Berkowitz und Hönigstein (München) vom Publikum jubelnd als Sieger begrüßt wurden. In der mit Spannung erwarteten 4Xl00-m- Staffel siegte Bar-Kochba Berlin in 45.7 Sek., gefolgt von Frankfurt, das mit nur 2 m Abstand vor München das Ziel passierte. Die Zeit der Münchener Mannschaft von 48.4 Sek. ist als ausgezeichnet anzusprechen. Bei den „Alten Herren" errang Metzger (Frankfurt) beachtliche Erfolge. In der gleichen Klasse siegte Philipps (München) im Kugelstoß mit 9.60 m. auch G e r s p n (München) beteiligte sich mit Erfolg an den Wettbewerben. Bei den Frauen fiel vor allem Frl. H a d r a (Stuttgart) auf, die manch schönen Sieg für sich buchen konnte. Die techn. Leitung oblag den Herren Erwin Goldfarb, Orljansky und Max Kalter. Der volle Erfolg des Sportfestes ist nicht zuletzt auf das Konto dieser Herren zu setzen. Unmittelbar an die Wettkämpfe schloß sich der Aufmarsch an. Atemlose Stille herrschte, als der 1. Vorsitzende. Dr. S. Keßler, vor das Mikrophon trat, die Anwesenden begrüßte und etwa folgendes ausführte: Die jüdische Jugend erkennt heute als Aufgabe die Berufsumschichtung und wählt, nach Überwindung der übersteigerten Geistigkeit, das Handwerk und die Landwirtschaft, beides Berufe, in denen nur ein sportgestählter Körper den Kampf ums Dasein, in den klimatisch erschwerten Verhältnissen einer neuen Heimat zu erringen vermag. Das Ziel unserer Makkabijugend ist, die Heimkehr nach Erez Israel, dessen Boden durch das jüngst vergossene Blut eine noch größere Weihe erhielt. Wenn neben körperlicher Ertüchtigung die Makkabijugend sich noch die seelische Bereitschaft erringt, am Aufbau Erez Israels zielbewußt mitzuwirken, mit entsagungsvollem Opfermut in die Lücken zu treten, dann ist es kein Märchen, kein Traum, dann ist es taghelle Wirklichkeit: Am Jisrael chaj! „Das jüdische Volk lebt!" Ergebnisse. Herren : 100-m-Einladungslauf: 1. Schattmann (Berlin) 10,9; 2. Dr. Lewin (Berlin) 11,0; 3. Aufrichtig (Berlin) 11,2. — 100-m-Laüf offen: 1. Strauß (Frankfurt) 11,9; 2. Eskeles (Frankfurt) 12,0; 3. Gersinsky (München) 12,1. — 2 00-m- Lauf: 1. Schattmann (Berlin) 23,5; 2. Aufrichtig (Berlin) 24,1; 3. Bloch, Frankfurt) 24,9. — 400-m-Einladtingsl.auf: 1. Orgler (Wuppertal) 51,4; 2. Falkenberg (Berlin) 54,8; 3. Rafael (Nürnberg) 57,0. — 800-m-Einladungslauf: 1. Orgler (Wuppertal) 2:05,5; 2. Cohn (Berlin) 2:08,0; 3. Rothschild (Nürnberg) 2:12,5. — 5000-m-Lauf: 1. Hecht (Stuttgart) 19:04,7; 2. Berkowitz (München) 19:07,1; 3. Hönigstein (München). — Weitspringen: 1. Sternheim (Stuttgart) 6,15 m; 2. Hecht (Stuttgart) 6,09 m; 3. Dr. Nothmann (Berlin) 5,98 m. — Hochsprung: 1. Grünebaum (Frankfurt) 1,57; 2. Sternheim (Stuttgart) 1,52; 3. Metzger (Frankfurt) 1,47. — Kugelstoßen: 1. Grünebaum (Frankfurt) 10,55; 2. Helfeld (Münch.) 10,28; 3. Hecht (Stuttg.) 9,79. — Diskuswerfen: 1. Helfeld (München) 33,11; 2. Falkenberg (Berlin) 27,80; 3. Goldmann (München) 25,24. — Speerwerfen: 1. Schwarz (Frankfurt) 40,18; 2. Aufrichtig (Berlin) 38,70; 3. Sternheim (Stuttgart) 36,80. — 4Xl00-m-Staffel: 1. Bar-Kochba- Hakoah (Berlin) 45,7; 2. Bar-Kochba (Frankfurt) 48,1; 3, Makkabi (München) 48,4. — 3X200-m-Staffel: 1. Bar- Kochba-Hakoah (Berlin) 1:34,8; 2. Berlin-Wuppertal (Aufrichtig. Cohn, Orgler) 1:35,8; 3. Bar-Kochba (Frankfurt) 1:35,9; 4. Makkabi (München) 1:40,2. Damen: 60-m-Lauf: 1. Hadra (Stuttgart) 9,1; 2. Rawicz (München) 9,4; 3. Hamburger (München) 9,5. — 100-m-Lauf: 1. Hirsch (München) 14,9; 2. Hamburger (München) 15,1; 3. Rawicz (München) 15,2. — Weitsprung: 1. Hadra (Stuttgart) 4,66; 2. Hirsch (München) 4,28; 3. Hamburger (München) 4,04; 3. Sturm (München) 4,04. — Hochsprung: 1. Hadra (Stuttgart) 1,22; 2. Hirsch (München) 1,17; 3. Sturm (München) 1,17; 4. Freising (Regensburg) 1,17. — Kugelstoßen: 1. Hadra (Stuttgart) 8,10; 2. Hirsch (München) 7,19; 3. Sturm (München) 6,39. — Speerwerfen: 1. Hadra (Stuttgart) 28,35; 2. Oettinger (München) 20,85; 3. Schindel (München). Alte Herren: 100-m-Lauf: 1. Metzger (Frankfurt) 12,4; 2. Meyer (Nürnberg) 13,7; 3. Dr. Rosenbaum (Nürnberg) 14,0. — Weitsprung: 1. Metzger (Frankfurt) 5,26; 2. Meyer (Nürnberg) 4,60; 3. Feder (München) 4,56. — Kugelstoßen: 1. Philipps (München) 9.60; 2. Gerson (München) 7,82; 3. Metzger (Frankfurt) 7,72. Aus dem Sportbetrieb. Unsere 1. Fußballmannschaft siegte am 12. Juli in Nürnberg gegen den dortigen Itus mit 1:0. Bericht folgt. Unsere Reitabteilung, die bereits in zwei Gruppen ihre Tätigkeit mit Hingabe ausübt, will noch zwei neue Gruppen bilden. Interessenten werden gebeten, sich unverzüglich in der Geschäftsstelle zu melden. Makkabi-Sportabzeichen. Makkabim, die das Sportabzeichen erwerben wollen, werden ersucht, sich unverzüglich zu melden, da der theoretische Kurs in Kürze beginnt. Ferienerholungslager. Im Makkabi-Erholungslager Regensburg sind noch einige Plätze für Kinder im Alter von 7—15 Jahren frei. Die Kosten des Aufenthalts betragen für 14 Tage ca. 20 RM. bei Unterbringung in Privatfamilien. Interessenten wollen sich umgehend an die Geschäftsstelle des Makkabi wenden. — Beginn des Ferienlagers am 19. Juli 1936. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Nibelungenstr. 14, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. S.Inserat!