Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 11 (1.6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 248 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 11 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Utjßlfclder Cmb.f) ITlündicn im Slotental mündjen, im ftotcntal Samt, Seide und Wolle c - ,o« qeschmackvoll, haltbar u. preiswert bei Seit 1845 3 ' ' HAI MANN am Schillerdenkmal Üfts- Ueise&ü/H}': ARTHUR BRAUN NUERNBERG Stadl- Annahme- Stelle iür Inserate in der GemBlnde- Zeitung: Ewer Bucühanülo. Oltoslr. 2 UMZUGS TRANSPORTE NACH ALLEN LÄNDERN Maiersche Papierhandlung Rudolf Stern Karlsrraße 8> Ecke Barerstraße - Telephon 57624 Spielkarten Füllhalter Fachgeschäft für Papier- und Bürobedarf verbindet er mit seiner abenteuerlichen und wagemutigen Fahrt: Er will den in der Galuth lebenden bedrängten Glaubensgenossen Trost und Hoffnung spenden. Was ist Dichtung, was Wahrheit an der viel umstrittenen Darstellung Eldads? Fest steht, daß "er den Nordosten Afrikas, also Nubien, Nordabessiriien, Ägypten, die Atlasländer bereist hat. Wir finden ihn in Tahore östlich von Tripolis, im Jahre 880 in Kairouan südlich von Tunis, 883 in Spanien. Etwas phantastisch, aber doch nicht unwahrscheinlich, klingt die Erzählung von seiner Abfahrt aus der Heimat Kusch, um auf dem Seewege nach Ägypten zu gelangen. Von einem Hafen des Roten Meeres (Suakin oder einer Stadt Erythreas) fährt er ab, erleidet aber Schiffbruch. Mit einem anderen Juden rettet er sich auf eine Planke und gewinnt das Ufer. Zu ihrem Schrecken erkennen aber beide, daß sie an die Küsten eines Landes geworfen worden sind,- das Amargan (sprachlich Amarha, Teil Abessiniens) heißt und von einem wilden Volke bewohnt wird. Hören wir Eldads Bericht selbst: „Es waren schwarze Volksstämme, schwärzer als Raben, von hohem Wuchs; sie nährten sich von Menschenfleisch. Sie bemächtigten sich der beiden Gerechten, von denen sie sogleich den einen verzehrten, weil er fett und zart war. Dieser vergoß Ströme von Tränen und rief unter Todesqualen aus: Wehe der Mutter, die mich geboren hat, wehe mir, der ich so gesündigt habe, daß mein Schöpfer mir einen schrecklichen Tod zugedacht hat. Nachdem sie diesen Frommen verzehrt hatten, ergriffen sie Eldad den Daniten, legten ihm eine Halsfessel an, um ihn zu mästen; denn er war mager und krank. Diese Wilden lieferten ihm eine reichliche Nahrung, die er aß. Sie behandelten ihn gut, und er blieb lange bei ihnen. Er fühlte sich wohl, wurde dick und fett, als der Heilige, gelobt sei er, ihm Rettung schickte. Truppen aus einem anderen Lande stürmten über die Wilden her, raubten, töteten eine große Zahl und führten die Uberlebenden als Gefangene hinweg. Unter ihnen war Eldad, der vier Jahre bei ihnen blieb. Diese Ungläubigen beteten das Feuer an und kannten Gott nicht." Viel wertvoller und aufschlußreicher sowohl für die mittelalterliche Geographie als auch die Statistik der Juden ist der Reisebericht Benjamins ibn Jona aus Tudela am Ebrö. 1159 bricht er von hier auf, durchwandert Europa, einen Teil Asiens, Afrikas, stirbt 1173 in Toledo. Von Indien aus erreicht er Aden, „in der heiligen Schrift Aden in Thelossar genannt (II. König XIX.), ein Land, das von hohen Bergen durchzogen ist. Dort gibt es viele jüdische Familien (Yemeniten); sie stehen unter keinem Joche der Völker, besitzen .eigene Städte und Burgen auf den Gipfeln der Berge. Sie ziehen zum Kampfe aus in das Land Hamaatum oder Nubien, dessen Bevölkerung sich zum Christentum bekennt. Mit Beute schwer beladen, kehren sie in die Heimat zurück, die für jedermann unzugänglich ist". Von Aden fährt er durch Abessinien nach Assuan, wie er angibt, in 20 Tagen. Das ist bei den damaligen Verkehrsmitteln technisch unmöglich; obwohl Benjamin sonst durchaus als zuverlässig gilt, muß ihm hier in seinen Itinerarien ein Irrtum unterlaufen sein. Sein Weg führt ihn durch die Wüste Saba, den Nil entlang. Dieser entspringt im Lande Kusch, welches von einem König, Sultan al Habesch, regiert wird. Viele Bewohner dieses Landes (Abessiniens) gleichen den Tieren; sie ernähren sich von Gras, das am Ufer des Nils oder auf dem Felde wächst, gehen nackt herum, sind an Verstand gegenüber anderen Menschen weit zurück, gehen Ehen mit Geschwistern ein. Wenn Feinde von Assuan zum Raub nach Abessinien ziehen, führen sie Brot, Weizen, getrocknete Trauben und Feigen mit, verlocken mit diesen Leckerbissen die Abessinier, nehmen sie dann gefangen und verkaufen sie in Kairo oder in anderen Städten des Reiches. Das sind die schwarzen Sklaven, die Nachkommen Chams. Gerade für die jetzigen Tage sehr reizvoll ist eine Beobachtung Benjamins aus Tudela, die er in seinem Reisebuch verzeichnet. Er berichtet von der Regenzeit in Abessinien. Auf die Frage, warum der Nil so gewaltig steigt, ist die Antwort: Der viele Regen, der oben im Lande Al-Habesch, Chawila, niedergeht und dem Nil zuströmt. Überschwemmt einmal der Fluß das Land nicht, so wird in diesem Jahr nicht gesät, und Hungersnot tritt ein. „Nach Chawila, im Lande Ganah gelegen, führt der Weg durch die Wüste. Hier gibt es Sandberge, die den Reisenden gefährlich werden können. Diejenigen, die der