Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-04-15 · 8 (15.4.1936) · p. Seite 171

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
8 (15.4.1936)
Date
1936-04-15
Page
Seite 171 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2727810-2728050-2728058--10591-2743948
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

#ayenfrf)c IJzntMfät ^cmcmöcseitung flö$tfd!|te^^ unäö^i3ec6an6e^^oyccif^ec3/caeUtif^et<Sßmcmöen Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, Bezugspreis RM. —.60 pro Vierteljahr, RM. 2.40 für das Jähr. Plinganserstr. 64. Fernruf 73 6 65. Postscheck München 39 87, Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aulliegendem Tarif. Herausgeber; Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. XII. Jahrgang München, 15. April 1936 Nummer 8 Inhalt: Uber die Abnahme der jüdischen Bevölkerung in Deutschland — Auswanderung nach Palästina — Suche nach einem Kriegsschatz in Palästina — „Die guten Willens sind" — Aus der Gemeinde München — Aus der Gemeinde Bamberg — Aus dem Reiche — Jüdischer Turn- und Sportverein — Jüd. Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München — Mitteilungen des Jüd. Lehrervereins für Bayern — Bücherschau — Personalia Uber die Abnahme der jüdischen Bevölkerung in Deutschland Die natürliche Bevölkerungsbewegung der B e r 1 i n e r J u d e n 19 30—1935 Die Möglichkeit der statistischen Beobachtungen aller erfaßbaren Erscheinungen innerhalb der jüdischen Bevölkerung in Deutschland ist sehr beschränkt; an der Dringlichkeit der Erfassung, besonders für unsere inner jüdischen Aufgaben zweifelt niemand. Einen Beitrag zu dem schwierigen Kapitel, dem in diesen Blättern ständig große Aufmerksamkeit gewidmet wurde, bietet der neueste Aufsatz von Herbert Seeliger im Berliner Gemeindeblatt vom 29. März 1936 über die natürliche Bevölkerungsbewegung der Berliner Juden in den Jahren 1930—1935. Diese Berliner Judenschaft macht mehr als ein Drittel der gesamten Juden in Deutschland aus und ist auch nach ihrem inneren beruflichen, soziologischen und geistigen Aufbau typisch für die Gesamtheit, wenigstens nach den statistisch greifbaren Merkmalen. Es ist nicht verwunderlich, daß seit dem Umbruch des Jahres 1933 die Frage der Bevölkerungsbewegung der Juden in Deutschland besonderem Interesse begegnet und deshalb immer wieder unter verschiedenen Gesichtspunkten erörtert wird. Aus den Veröffentlichungen in der jüdischen Presse ist bekannt, daß die Geburtenziffer der Juden in Deutschland ständig im Sinken, der Sterbeüberschuß dagegen dauernd im Wachsen begriffen ist. Wiederholt ist im Zusammenhang hiermit darauf hingewiesen worden, daß schon infolge dieses natürlichen Vorganges, also auch ohne Berücksichtigung des Wanderungsverlustes, in verhältnismäßig kurzer Zeit mit einer starken Abnahme der jüdischen Bevölkerung in Deutschland gerechnet, werden kann. — Es dürfte von Interesse sein, die bekannt gewordenen Ziffern über die Bevölkerungssituation der Juden in Deutschland durch eine Übersicht der wichtigsten Veränderungen des jüdischen Bevölkerungsstandes zu ergänzen, die innerhalb eines größeren Zeitabschnittes in Berlin, also der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands, zu beobachten waren. Eine solche statistische Erhebung, auch wenn sie sich, wie es hier geschehen soll, lediglich auf die natürliche Bevölkerungsbewegung beschränkt, stößt freilich auf Schwierigkeiten, weil die Gemeinde die notwendigen Zählungen infolge unvollkommenen Materials nicht immer mit der erforderlichen Exaktheit durchführen kann. Darauf mag es auch zurückzuführen sein, daß die von ihr ermittelten Zahlen mit den endgültigen amtlichen Ziffern nicht immer genau übereinstimmen. Um derartige Verschiedenheiten auszuschließen, werden in der nächstehenden Ubersicht überall abgerundete Zahlen genannt werden. Das Gesamtbild dürfte dadurch kaum in seinem Werte beeinträchtigt werden. Die Zahl der Geburten (es wird nur von lebend Geborenen gesprochen) aus rein jüdischen Ehen in den Jahren 1930—1935 betrug insgesamt 5150. Demgegenüber beliefen sich die Sterbefälle in der Zeit vom 1. 1. 1930 bis 30. 9. 1935 (für das letzte Quartal 1935 fehlen noch abschließende Zifefrn) auf zusammen 14 255. Der Sterbeüberschuß in der Zeit vom 1. 1. 1930 bis 30. 9. 1935 betrug hiernach 9105 Köpfe. Berechnet man — was unbedenklich geschehen kann — die Todesfälle für das letzte Viertel des Jahres 1935 nach dem Verhältnis der früheren Jahre und dem der ersten drei Quartale, so ergibt sich für die sechs Jahre ein Sterbeüberschuß von über 9600 Personen. Bei dieser Berechnung sind.die Kinder aus gemischten Ehen nicht berücksichtigt, da nicht mit Sicherheit festzustellen ist, Jüdischer Kulturbund in Bayern Ortsgruppe München 22. April: Rezitationsabend Edith Herrnstadt-Oettingen in der Synagoge Herzog-lf ax-Str. 28., 29. und 30. April: Brei Vorträge Dr. Ludwig Feuchtwanger im Hugeiungaal

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.