Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 7 (1.4.1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 157 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jiid. Kulturbund in Bayeni Ortsgruppe Alihiclicii Miffeilung an unsere Mitglieder Die Aprilrate des Jahresbeitrags ist fällig und wird ab 20. April, bei denjenigen Mitgliedern, welche sie noch nicht entrichtet haben, durch den Kassier mit einem Unkostenaufschlag von 30 Rpf. eingehoben. Der Museumssaal steht uns wieder zur Verfügung; soweit möglich, werden für den Rest der Spielzeit unsere Veranstaltungen dort stattfinden. Als nächste Veranstaltungen finden statt: Am 22. April ein Rezitationsabend Edith Herrnstadt-Oettingen (Berlin) in der Synagoge Herzog-Max-Straße; am 28., 29. und 30. April drei Vorträge von Dr. Ludwig Feuchtwanger (München) im Museumssaal (Näheres siehe nächste Seite); am 9. Mai abends, 10. Mai nachmittags und abends (Lag b'omer) eine heitere jüdische Veranstaltung im Museumssaal; am 21. Mai ein Symphoniekonzert des Kulturbundorchesters München (verstärkt durch Mitglieder des Berliner Kulturbundorchesters) in der Synagoge Herzog-Max-Straße. Die Eintrittskarten für vorstehende Veranstaltungen liegen ab Mittwoch, den 15. April, in der Kulturbundkasse zur Abholung bereit. Bei Vorauszahlung der Mairate des Jahresbeitrags können auch die Karten für die Maiveranstaltungen abgeholt werden. Als Ersatz für die beiden im Februar entfallenen regulären Veranstaltungen werden anfangs Jüni noch zwei Veranstaltungen stattfinden, welche von denjenigen Mitgliedern, die ihren Beitrag einschließlich Mai entrichtet haben, unentgeltlich besucht werden können. Nähere Bekanntgabe dieser Veranstaltungen erfolgt noch. Konzerf Wilhelm Gulfmann Daß Opernsänger auch auf dem Konzertpodium heimisch sind und diejenigen Voraussetzungen erfüllen, die für den Liedvortrag entscheidend sind, ist nicht häufig der Fall. Wilhelm Guttmann, der Berliner Bariton, ist in beiden Sätteln gerecht. Sein schönes, tragfähiges Organ, gemeistert durch kultivierte Vortragskunst und ergänzt durch eine seltene musikalische Intelligenz, füllte mühelos den Raum der großen Synagoge. Hervorzuheben ist seine Kopftontechnik, mit der er besonders schöne Wirkungen zu erzielen weiß. Im Liedvortrag zeigt sich Guttmann als tief empfindender, feinfühlender Sänger, der mit überlegener Gestaltungskraft Stil und Eigenart jedes Werkes klar erfaßt und widergibt. Leider gab das Programm, in seiner Zusammenstellung durch die Rücksichtnahme auf den Charakter des Gotteshauses bestimmt, dem Künstler nur sehr beschränkte Entfaltungsmöglichkeiten; es bewegte sich nicht über den Rahmen des Religiösen und Kontemplativen hinaus. Um so mehr ist anzuerkennen, wie Guttmann in den Gesängen von Händel, Beethoven, Wolf und Schubert die Gefahr der Monotonie bannte und jedem Lied zu tiefgehender Wirkung verhalf. Drei Gesänge nach Jehuda ha Levy von Heinrich Schalit führten aus den Bahnen des Herkömmlichen. Am Flügel waltete Ludwig Grünbaum, der uns von früheren Darbietungen vorteilhaft bekannte Nürnberger Pianist Seit wir ihn zuletzt hörten, ist er mit den besonderen Aufgaben eines Begleiters noch mehr vertraut geworden, wie.sein verständnisvolles Eingehen auf die künstlerischen Intentionen des Solisten bewies. Mit Beethovens Appassionata hatte sich Grünbaum eine Aufgabe gestellt, der er mit sicherer Technik und Gestaltung gerecht wurde. at. Eine neue „Nathane-Aufführung im Theafer in der Josefsfadi in Wien Eine Anregung für den Jüdischen Kulturbund. In diesen Tagen hat das Theater in der Josefstadt in Wien den Versuch gemacht, Lessings klassisches Schauspiel durch eine eigenartige Neubearbeitung der Bühne neu zu erobern. Wir möchten die Kulturbund- Bühnen auf diesen Versuch hinweisen und bringen nachstehend den Bericht Erwin Riegers von der Erstaufführung aus der „Neuen freien Presse" vom 19. März 1936: Was an diesem „Nathan" so herrlich geblieben ist,wie am ersten Tag, was die Zeiten, mögen sie weltanschaulich mit Lessings großartigem dramatischen Gedicht übereinstimmen oder es ablehnen, überdauern wird, die Szenen um die Parabel von den drei Ringen und diese Parabel selbst, hat Lessing bekanntlich, knapp gefaßt, in einer der Erzählungen des Boccaccio vorgebildet gefunden. Aber flüchtigster Vergleich mit dem Boccaccio allein schon zeigt, was Lessing, unbedingter Jünger und Verfechter der Aufklärung, aus dieser Unterredung des weisen GEBR. SCHWARZHAUPT Bankgeschäft Beratung in allen Vermögensangelegenheiten Gegr. 1875 0 . »i Spezialabteilung: München, Maffeistr. 4 Auswanderungsberatung und Palästinatransfer