Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 2 (15.1.1936)
- Date
- 1936-01-15
- Page
- Seite 35 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JiWI. Kulturbund in ILiyeru Ortsgruppe Mitteilung an unsere Mitglieder Der Januarbeitrag wird bei denjenigen .Mitgliedern, welche ihn bis zum 15. des Monats nicht entrichtet haben, von diesem Tage an durch den Kassier mit einer Unkostengebühr von 30 Rpf. eingehoben. Die Karten für die regulären Fabruarveranstaltungen liegen bereits seit 15. Dezember auf. Es wird ersucht, den Februarbeitrag zu entrichten und die Eintrittskarten abzuholen. Die Mitgliedskarte ist stets mitzubringen. Kündigung der Mitgliedschaft Es besteht Veranlassung daran zu erinnern, daß nach den .Mitgliedschaftsbestimmungen der Jahresmitgliedsbeitrag als unteilbares Ganzes und die monatliche Beitragsentrichtung lediglich als Zahlungserleichterung anzusehen ist. Jedes Mitglied ist der Ortsgruppe zur Zahlung des gesamten Jahresbeitrags verpflichtet. Kündigungserklärungen wegen allgemeiner Verhältnisse usw. können daher von der Ortsgruppe nicht entgegengenommen werden. Lediglich in besonders begründeten Ausnahmefällen, über welche Nachweis zu erbringen ist (Todesfälle, Auswanderung) kann die Vorstandschaft in eine vorzeitige Kündigung der Mitgliedschaft einwilligen. Marionetten-Aufführung Für §amstag, den 15. Februar, ist eine zweite Äufführung der Marionettenbühne Münchener jüdischer Künstler vorgesehen. Zur Äufführung werden gelangen „Das Mädchen von Elizondo", Operette von Jacques Offenbach, und „Das Ochsenmenuett", Singspiel nach Motiven von Haydn. Eintrittskarten zu 1.50 und 1.10 RM. inkl. Steuer für diese Sonderveranstaltung sind ab 1. Februar an der Kulturbund-Kasse erhältlich. An die bildenden Künstler Münchens Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland, Berlin, teilt mit, daß er die Absicht habe, anfangs April in Berlin eine Ausstellung jüdischer Künstler aus dem Reiche zu veranstailteia Die Geoethmiiguinig 'dieser Ausstelfanig äst von der zuständigen Behörde erteilt. Vorsorglich fordlern wir schon jetzt die Münchener Künstler, die sich an dieser Ausstellung beteiligen wollen, auf, sich bis zum 10. Februar schriftlich bei Frl. Maria Luise Kohn, München, Loristraße 7/1, anzumelden. Die Einsendung der Kunstwerke selbst müßte bis spätestens 1 /. Fefonuiar ian Kastellan Goldluist, Herzog-Max-Str. 7, erfolgen. Ubergroße Formate und ubergroße Anzahl von Werken haben wegen beschränkten Platzes wenig Aussicht auf Annahme durch die Jury. Es kommen nur solche Damen und Herren als Aussteller An Betracht, welche Mitglieder des , Reichsverbandes der jüd. Kulturbünde sind. Zum Konzerf des Synagogenchores Das Programm bringt auch diesmal wieder in seinen Chorwerken einen Querschnitt durch die synagogale Musik der letzten Jahrhunderte bis zur Gegenwart. Zu Beginn steht diesmal eine Komposition von R o s s i, der gegen 1570 in Mantua geboren, ist, Zeitgenosse und Landsmann Claudio Monteverdis, des Begründers der Oper, und wahrscheinlich sein Mitschüler bei Ingegneri war. Von Salomone Rossi „Ebreo", wie er sich selbst nannte, hören wir ein kurzes „Borchiu", eine schlichte Komposition, gewinnend durch die Schönheit und Klarheit ihres dreistimmigen Satzes. — Jacques Fromental Elie H a 1 e v y, der nächste Komponist der Vortragsfolge, geb. 1799 zu Paris, gest. 1862 in Nizza, zählt wie Meyerbeer zu den Vertretern der französischen Großen Oper; sein dramatisches Hauptwerk „Die Jüdin" gehört noch heute zum Repertoire aller großen Opernhäuser. Für die Synagoge hat Halevy wenig geschrieben; von seinen Werken dieser Art ist das hier zur Aufführung gelangende „Min hamezar" (Psalm 118, V. 5—25) das bekannteste. Es ist als a capella-Chor mit Kantorsolo angelegt, verrät deutlich die Feder des Opernkomponisten und illustriert den Text mit starken dramatischen Akzenten. Solostimmen heben sich vom Chore ab und treten zu diesem in Wechselgesang. Gelegentlich tritt der Chor auch thematisch und selbständig hervor. — S. A1 m o n, der Londoner Chordirigent, begegnet uns mit einem „Tikkanto schabbos", ebenfalls für Kantonsolo und Chor a capella. Der Chor verhält sich zunächst begleitend, später stellt er sich zum Wechselgesang mit dem Kantor und greift dessen Gesang thematisch auf. Die Komposition darf als Beispiel zeitgenössischer polnisch-jüdischer Auffassung bezeichnet werden. — M. M i 1 n e r, Dirigent des Synagogenchores in Warschau, ist eine der bedeutendsten Erscheinungen auf dem Gebiet jüdisch-liturgischer Komposition. Sein „Unsane tokef" bringt starke dynamische Kontraste, ein kraftvolles Stück, in seiner Haltung dem Ernst und der Bedeutung des Textes entsprechend. Eine Finge 'beschließt das Werk, — Anton Rubi n s t e i n, geboren 1830 in Bessarabien, einer der führenden Opernkomponisten der russisch-romantischen Schule, Klaviervirtuose von überragender iimterniationaler Bedeutung, kaiserlicher Konzertdirektor und Begründer des Petersburger Konservatoriums, gestorben 1894, war einer der gefeiertsten Musiker des vergangenen Jahrhunderts. Von ihm gelangt „Bne schem omrim" aus dem Oratorium „Migdal bowel" zur Aufführung, ein einstimmiger Chor, der in orientalischem Charakter gehabten ist und unverkennbar eine NatuTschdlderu'nig darstellt Eine farbige Orgelbegleitung stützt den Gesang. — Mit einem „Ogil weesmach", einer unverfälschten alten jüdischen Volksweise, wird das Programm beschlossen. e. Symphoniekonzert Das Programm des letzten Symphoniekonzertes enthielt, diesmal unter Verzicht auf Heranziehung von Bläsern, nur Werke für Streichorchester. Zunächst ein Concerto grosso in B-dur von Händel, sodann das f-moll-Konzert für Klavier von J. S. Back Leider war nuain infolge Platzmangels a>uf dem Podium genötigt, den Flügel hinter dem Orchester zu plazieren, eine Aufstellung, die sich andererseits mit dem wenig solistischen, vorwiegend kammermusikalischen Charakter des Wer- IjtMiH Ste diu üuti Bottt-Hfoiduttti mwWw^^^W^WW wWWIF ^T^WWWr ^IrWfr f ^WlfffrfVwFW1 Hluiukeu fffrfffffriHfr ffttfc ""rWfPWfPl^f^ wVWwWWV^^ ^B^^^^W^^K^^F