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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-01-15 · 2 (15.1.1936) · p. Seite 33

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
2 (15.1.1936)
Date
1936-01-15
Page
Seite 33 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 33 allen Gemeinden wurde gesorgt und die auf dem flächen Lande wohnenden Hilfsbedürftigen wurden der Fürsorge des Verbandes unterstellt. Vor allem aber wurde das Gemeinschaftsgefühl in den pfälzischen Juden geweckt und gestärkt, ein Erfolg, der gerade heute nicht hoch, genug veranschlagt werden kann. Die derzeitigen Verhältnisse haben noch zu einer wesentlichen Erweiterung des Tätigkeitsbereichs des Verbandes geführt. Die seit mehr als zwei Jahren bestehende Wohlfahrtsstelle des Verbandes hat die Fürsorge für Arme und Kranke nach modernen Grundsätzen, neu organisiert, eine Berufsberatung und Stellenvermittlung eingerichtet, kümmert sich um die so wichtige Berufsumschichtung, berät und hilft bei Auswanderung und eine eigene Darlehenskasse bestrebt sich, gefährdete Existenzen zu erhalten und zu retten. Es ist bewundernswert, mit welcher geistigen Frische und mit welchem Eifer sich der Jubilar diesen neuen Aufgaben zugewendet hat und sich bemüht, sie zu meistern. Man sieht ihm sein Alter nicht an. Von früh bis spät-steht sein gastliches Haus. Ratsuchende offen und niemand kommt zu dem hilfsbereiten und warmherzigen Manne vergebens. Es wird wenig Gemeinden in der Pfalz geben, die Herr Kommerzienrat Joseph nicht besucht hat und deren Synagogen und Friedhöfe er nicht kennt und unter seinem Schutz genommen hat. Wenn eine Gemeinde seinen Rat und seinen Besuch wünscht, ist ihm kein Weg zu weit und kein Wetter zu schlecht. Die Zahl der Sitzungen und Besprechungen, besonders in den letzten Jahren, ist Legion geworden.- Daß einem so tätigen Leben der äußere Erfolg nicht versagt blieb, ist begreiflich. Der Jubilar ist heute und seit langem die populärste Persönlichkeit in der pfälzischen Judenheit, allgemein gekannt, geachtet und geehrt. Nun ist er 70 Jahre alt geworden und hätte gewiß das Recht erworben, nach einem so reichen und gesegneten Leben sich zurückzuziehen und sich der lange entbehrten Ruhe im Kreise der Familie hinzugeben. Aber es wird ihm nicht vergönnt sein. Sein Rat und seine Arbeitskraft sind unersetzlich. Daß ein so seltener Mann auch außerhalb der Pfalz die gebührende Anerkennung gefunden hat, ist nur natürlich. So wirkt der Jubilar höchst segensreich in engster Fühlung mit dem Präsidium des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden. Auch dem Beirat der Reichsvertretung der Juden in Deutschland gehört er als Mitglied an. Möge dem allverehrten und trefflichen Manne noch ein langer und glücklicher Lebensabend an der Seite seiner Gattin und im Kreise seiner Mitarbeiter beschieden sein! Dr. R.-Frkthl. Aus dem Reiche Hauswirtschaitliche Hachscharah auf gesetzestreuer Grundlage (Mädchenseminar in Berlin) Der' Noar-Agudati hat mit Unterstützung der Frauenigruppe der Agudlat-Jdsrael lin Berlin ein Mädchensemdnar eröffnet, in dem die Ohawerot des N. A. die vom Palästina-Amt geforderte bauswirtschaftMche Hachscharah und gleichzeitig die vom Bund verlangte Haehscharach-ruchaniit absolvieren. Den Vormittag verbringen die Mädeils im Haushalt, während die Nachmittage, teilweise auch Abende, für die geistige Arbeit frei gehalten sind. Bei der Auswahl der Unterrichtsfächer wurde großer Wert auf eine gute allseitige Vorbildung für Erez-Jisrael gelegt. Der Unterricht umfaßt u. a. Chumasch, Dinim, Ivrith, Palästinatouride, Englisch, Hausbaltuingskunde, und wird ausschließlich von bewährten Kräften erteilt. Da die Aufnahme noch nicht abgeschlossen ist, können noch einige Mädels im Laufe dieses M-ornats aufgenommen werden. Umgehende. Ammei düng sind erbeten an MaxHaas,Berlin NW 87, Ti 1 e- W a r d e .nfo e r g s t r a ß e 15. Jüdischer Turn« und Sportverein BOXABEND Glänzender Spart und geringer Besuch: das ist das Kennzeichen alliier unserre Veranstaltungen. Ob das in München jemals anders werden wird? Der aim 14. Dezember vom der Boxabteilung veranstaltete Kampfabend' hätte jedenfalls eine volle Halle vendlient. Zeigte die Abteilung doch, daß im ver- MO BEL-BALLIN Jetzt Theatlnerstraße 7, Eingang Maffeistr. Billige Preise bei gediegener Qualität gangenen Jahre fleißig gearbeitet wurde und daß siiah insbesondere die Technik der Kampfiührung wesentlich verbessert hat. Erstaunlich war namentlich das -gute technische Niveau der vier einleitendein Jugendkäimpie, zumal .die Jugendabteilunig erst seit ganz kunzer Zeit unter Leitung von M. Bass mit dem Traiinfeg begonnen hat. Gleich der 1. Kampf Fleischhacker (75 Pfund) gegen Schweizer (73) zeigte technisches Könneini und schöne Schlagwechsel; dlie körperliche Überlegenheit Fleischhaickers zwang Schweizer allerdings nachder 2. Runde zur Aufgabe. Im Kampf Wolf (100) : Feistanann (90) war Wolf der Stärkere und Angriffslustigere. Feistmaran aber der technisch Bessere. Der Kampf endete unentschieden. Die beiden flinken Linkshäuiider Beer (80) : F r a n k (76) führten einen sauberen Kampf in ihrer typischen Rechtsauslage vor, wobei Beer den Punktsieg klar an sich bringen konnte. Im letzten Jugendkampf war Lindner (110) gegen den stärkeren Rothschild (120) zwar körperlich im Nachteil, konnte aber durah großen Siegerwillen, größere Ruhe und genaue Links-Rechts- Gerade den Punktsieg davontragen. Im Fliegengewicht führten S c h ä i e r «und Wimmei einen erbitterten und abwechslungsreifen Kampf, wcbei Wimmer den scharf angreifenden Schäfer mit genauen Kontersohlägen so hart und präzise abstoppen konnte, daß Schäfer immer mehr ms Hintertreffen kam und den Sieg an Wimmer abgeben mußte. Im Federgewicht Leo Gersinsky :Baar lernte man in Ersterem einen überaus talentierten Boxer mit harter Linke und! großem Kampfgeist kennen. Nur der Ausdauer und Zähigkeit Baars ist es zu danken, daß dieser über die Runden kann. Einen sehr interessantem Kampf lieferten sich ian Leichtgewicht A d 1 e r : B1 e c h n e r. Adler ist ein erstklassiger Techniker und zeigte sich anifangs denn zwar härter aber ungenauer schlagenden Blechner deicht überlegen. In der letzten Runde kommt Blechner durch körperliche Überlegenheit unld einige harte Treffer stark auf, soidlaß ihm der Punktsieg zugesprochen wurde, obwohl ein Unentschieden vielleicht richtiger gewesen wäre. Im Mischgewicht punktete Bernstein, der schöne, fließende Arbeit zeigte, seinen Gegner Gol'omb ohne Mühe aus. Im weiteren Mischgewidfot F r a n k : W e i 1 gewann Letzterer vor allem durch sefiinien harten Schlag, obwohl ihm der Eifer und das Tempo Franks den Sieg nicht leicht machten. Im Weltergewicht zeigte Jack Gersinsky:Freitag sein überlegenes Können. Gersinsky, der über fleißende und zweckmäßige Fußarbeit und gute Technik verfügt, hätte das Zeug in sich, über die Grenzen des Vereins hinaus sein Können unter Beweis zu stellen. Er siegte nach Punkten. Ebenfalls Punktsieger "Wurde Kurt Kohn im Halbschwergewicht gegen ILnger. Kohn schlägt härter und 'genauer, doch bleibt Unger nicht viel schuldig. Die Beinarbeit dürfte bei Beiden leichter und flüssiger sein. Den rassigstem Kampf zeigten im Halbschwergewicht Jul. Golomb und Benno Gersinsky. Mit äußerster Erbitterung wurde hier mit Einsatz aller Kraft, gekämpft. Der erfahrenere Gersinsky wollte sich dem ungestüm und entschlossen abgreifenden Golomb nicht beugen, beging aber dabei den taktischen Fehler, sich auf här- Schrcibindschinen neu u. gebraucht Bürobedarf . Büromöbel A. BRUCK, Sonnenstr. 12, Inh. R. Lewin. Tel. 10786

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