Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 1 (1.1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Klompus-Tel-Aviv, über „16 Jahre Karen Hajessod, Erstrebtes und Erreichtes" sprach. Ein Dankes- und Schlußwort des geschäftsführenden Vorsitzenden der Z. 0. G. Bamberg, Herrn Fritz Stein, beschloß die Veranstaltung, die durch das Harmoniiuimspiel von Stefan Fried umrahmt wurde. Brau Dr. Klompus sprach dann noch am 16. Dezember im Jugendheim vor den Mitgliedern der Z. O. G. über aktuelle Fragen in Palästina und erntete 'hiebei stärksten Beifall. Zum Hinscheiden von Frau Paula Stein Fünf Tage nach Vollendung ihres 70. Geburtstages verstarb nach längerem Leiden Frau Paula Stein. Eine der edelsten Frauen der hiesigen Gemeinde, dm echtesten Sinn des Wortes, ist mit Paula Stein dahingegangen. Ihr stilles Wirken galt den Armen und wo es Not zu lindern gab, stand diese als Wohltäterin an erster Stelle. Viele Jahre gehörte Frau Stein der Vorstandschaft dös hiesigen Frauenvereins an, wo sie ihr reiches Wissen und ihr tatkräftiges Wirken in dein Dienst der Nächstenliebe stellte. Zum Dank dafür wird die hiesige Gemeinde ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren. Aus dem Reiche Lehrgang zur Ausbildung von Lehrern der hebräischen Sprache Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland wird Anfang JanuaT 1936 einen für die Dauer von fünf Monaten berechneten Lehrgang zur Ausbildung von Lehrern der hebräischen Sprache veranstalten. Es handelt sich nicht um die Ausbildung fvon Schullehrern, sondern 'von' Lehrern, die außerhalb von Schulen in Bünden und Organisationen aller Art, insbesondere an Erwachsene, Unterricht erteilen wollen. In Frage kommen nur solche Damen und Herren, die über erhebliche hebräische Sprachkenntnisse verfügen und pädagogische Eignung besitzen; nur eine beschränkte Teilne'hmerzahl kann aufgenommen werden. Der Lehrgang wird 30 Wochenstunden umfassen, die an fünf Tagen gegeben werden; außerdem ist häusliche Arbeit in erheblichem Umfange notwendig. Die Leitung des Kursus liegt in den Händen von Herrn Dr. Kaleko. Meldungen sind -zu richten an die Reichsvertretung deir Juden in Deutschland, Schulabteilung. Berhn-Gharlottenhurg 2, Kantstraße 1'58. Der Meldung ist in zweifacher Ausfertigung, deutsch und hebräisch, ein Lebenslauf beizufügen, der insbesondere über den Bildungsgang des Bewerbers ausführliche Angaben enthalten soll. Auf die Meldung hin werden idie Aufnahmebedingungen mitgeteilt werden. Honorar: R M. 2 0.— monatlich. In besonderen Fällen kann Antrag auf H o n o r a r e r 1 a ß gestellt werden. Fünfzehn Jahre Buchhandlung Kedem in Berlin Diese in weiten jüdischen Kreisen bekannte Buchhandlung beging im Dezember ihr 15jähriges Jubiläum. Der Name Kedem (Osten) deutet auf den Ursprung der Firma. Gegründet wurde sie Ende 1920 von L. D. Bronstein .und Leo Blumstein zu dem Zwecke, um dem hebräischen Buch mehr als bisher überall Eingang zu verschaffen. Als sich ein Bedürfnis nach vermehrter jüdisch-wissenschaftlicher Literatur in Deutschland bemerkbar machte, wandte sich die Firma auch diesem Gebiete zu. In den letzten drei Jahren hat L. D. Bronstein, seit 1923 Alleininhaber, sein Unternehmen durch einen Verlag erweitert, der immer mehr ausgebaut wird. Bekannt sind die „Kedem-TasChenwörterbücher" der hebräischen Sprache, die Bücher „Arbeiterinnen erzählen", die Schriftenreihe „Sofrejnu" von Kalenko und das wertvolle, 1935 erschienene Buch „Israel, Volk und Land". Ein Spezialgebiet des Verlages Kedem ist jüdische Jugendliteratur („Helden der Kwuzah" usw.). Die Buchhandlung Kedem ist auch im Ausland, nicht nur im Osten, sondern auch in Amerika und in Palästina, besonders bei Schulen und bei Gelehrten, wohl bekannt. Der Jubilarin!, die das Sprichwort „ex Oriente Lux", wörtlich wahr gemacht hat, sind im Interesse der Verbreitung jüdischer Bildung weiterhin viele Jahre fortgesetzten erfolgreichen Bemühens um das jüdische Buch zu wünschen. Ein Bericht des Palästina-Amtes über die Hebräische Universität Jerusalem Die Hebräische Universität Jerusalem hat am 11. November 1935 in einer feierlichen Eröfmungskundgebung ihr neues Stu- % £auejacfen un5 <5$!afrö$fe mollig tDarm u.bequem! Hausjacken 9.- 13.- 18.- 23.- Schlafröcke 18.- 28.- 38.- 48.- Dressing Gowns # 33.- 38.- und 48.- BAMBERGER& HERTZ dienjahr 5696 (1935/36) begonnen. Sie tritt mit Beginn dieses Studienjahres in eine neue Epoche ihrer Entwicklung .ein. In zielbewußter Arbeit sind im vergangenen Jahrzehnt die Bausteine für das geistige Gebäude zusammengetragen worden, das jetzt seiner Vollendung entgegengeht. Bedeutende jüdische Wissenschaftler aus Deutschland sind als Lehrer der Universität gewonnen worden. Der Lehrplan wurde in den geistes- und naturwissenschaftlichen Fächern erheblich erweitert, so daß schon heute in bedeutendem Umfange für jüdische Studenten die Möglichkeit besteht, ihr Studium an der Universität Jerusalem bis zur Ablegung einer Prüfung durchzuführen. Im Hinblick auf die große praktische Bedeutung, die die Universität Jerusalem als Lehrstätte für die akademische jüdische Jugend jetzt immer mehr bekommt, .hat das Palästina- Amt Berlin einen Universitätskalender herausgegeben, der in übersichtlicher und klarer Form die Aumahmebedingungen und . den Studienplan nebst sonstigen Angaben der Lehrfächer und Dozenten wiedergibt. Die Broschüre des Palästina-Amtes Berlin entspricht einem starken praktischen Bedürfnis, da sie die erste vollständige Zusammenfassung aller Bestimmungen über den Studiengang an der Hebräischen Universität Jerusalem in deutscher Sprache darstellt. Der Preis der Broschüre ist auf RM. 1.— bemessen. Das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk a. Föhr. gehört zu den wenigen ganzjährig geöffneten Erholungsstätten für IKinder und weibliche Jugendliche. Es ist besonders zur Aufnahme von Kindern mit Erkrankung der Atmungsorgane (Asthma, häufige Katarrhe) oder solchen Kindern bestimmt, deren Allgemeinzustand dringend einer Kräftigung bedarf. ' Von der Aufnahme ausgeschlossen sind: an Lungentuberkulose und anderen ansteckenden Krankheiten leidende Kinder. Erfahrungsgemäß ist für die verschiedenen Gruppen von Kindern, wie angestellte Untersuchungen immer wieder beweisen, der Kuraufenthalt im Winter von besonderer Wirksamkeit. Das Heim — eine gemeinnützige Einrichtung — kann sich jedem Privatheim an die Seite stellen. Pädagogische und pflegerische Betreuung der Kinder erfolgt nur durch ausgebildete Fachkräfte, es untersteht fachärztlicher Leitung. Seine Lage ist ebenfalls besonders günstig (Nähe des Golfstroms und des Wattenmeers) am sonnigen Südstrand, mit Wrndschutzanlagen für rauhere Witterung. Unterrichtsmöglichkeit (einschl. Iwrith) im Heim. Nähere Auskunft durch die Anmeldestelle beim Jüdischen Frauenbund, Berlin- Charlottenburg 2, Kantstraße 158. Ausbildungskurs für jüdische Sozialarbeit Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle, beabsichtigt, gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund, ehren einmaligen einjährigen Ausbildungskurs für jüdische Sozralarbeit in Berlin einzurichten. Der Lehrgang soll eine Ausbildung in Theorie und Praxis der jüdischen Sozialarbeit (Sozialpolitik, Wohlfahrtspflege, Jugendfürsorge und Jugendpfege, Jüd. Gegenwartskunde usw.) umfassen.