Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 12 (15.6.1935)
- Date
- 1935-06-15
- Page
- Seite 269 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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.2 Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 269 können. Der Preis: beträgt nur 90 Rpf. (120 Seiten Großformat mit Bildern und einer Palästinakarte). ■ * . ' . Eine hebräische Zeitung mit punktiertem Text. Der „Igud lehaschlatath haiwri" (Tel-Aiwiw), der Bund, 'der seine Kraft dafür einsetzt, das Hebräische als zur 'herrschenden Sprache Palästinas zu" machen, gibt seit kurzem eine hebräische Woahenzeitung („Ha Iwri") mit durchgehend punktiertem Text heraus. Obgleich die Punktation doppelte Anforderungen an den Herausgeber stellt, war für diesen doch die Tatsache entscheidend, daß der. unpunktierte Text heute sehr vielen ein großes Hindernis auf dem Wege zur Erlernung der hebräischen Sprache bietet, ganz besonders für diejenigen, die die Absicht haben, früher oder später nach Palästina zu gehen, und deren Zeit bemessen ist. Denn im Gegensatz zum unpunktierten Text erleichtert der punktierte in hohem Grad die mühsame, mit großem Zeitaufwand verbundene Arbeit, die grammatikalische Form unbekannter Wörter zu erkennen. . Zudem prägt sich der Lernende die vollständigen Wortbilder ein, kann jederzeit seine Aussprache, seine Vokalisation an Hand des Textes prüfen, und gewinnt einen außerordentlichen Vorsprung an Grammatik und Vokabeln. Die Zeitung bringt Berichte und Aufsätze über das kulturelle und wirtschaftliche Geschehen im heutigen Palästina, und läßt in ihrem Feuilleton hebräische Dichter unserer Zeit zu Worte kommen. Die schwierigen Wörter jeder Ausgabe sind in einem 30—40 Wörter umfassenden Vocabulaire auf der letzten Seite der Zeitung auch in Deutsch und Englisch übersetzt. Alle Anfragen (Abonnements) bittet der „Ha Iwri" an die Adresse: „M. Goldberg, München 13, Kurfürstenplatz 4" (Generalvertretung), richten z»u wollen.—• Für den Aufschwung der hebräischen Literatur mit punktiertem Text ist es bemerkenswert, daß heute schon die bedeutendsten Werke der Dichtung, Kunst, Wissenschaft, Technik und Landwirtschaft in dieser Ausgabe erschienen sind. Nachlese zum Schrifttum über, Maimonides Die vorausgegangenen Nummern der Gemeinde-Zeitung brachte außer einführenden Abhandlungen über Leben und Lehre Maimiunis auch Berichte über die wichtigste neuere und ältere Literatur. Über vier verspätet erschienene Veröffentlichungen zum Jubiläum sei hier in gedrängter Kürze referiert: 1. Rabbi Mos che ben Mairaun. Ein Lebenswerk für Gott, Israel und Thora. Von S. S ch a c h n o w i t z. 1935. Joel Sänger, Frankfurt a. M. Das kleine, billige Buch ist eine ausnehmend glücklische Einführung in das weiteren Kreisen heute noch lebendig und lebensnah zu Machende an der Gestalt Rambams. Schachnowitz, der streitbare, aber immer verehrenswerte Schriftleiter des „Israelit", ist kein Literat und kein deutscher Gelehrter, sondern eine jüdische Persönlichkeit aus der Schule von S. R. Hirsch strengster Observanz. Man suche also hier nicht Wissenschaft! Er meint, wir hätten Rambam nicht erst zum 800. Geburtstag, sondern jeder Zeit, alle Tage zu huldigen und nach ihm zu leben. Und auf die Frage „Was hat uns Rambam heute zu sagen?" antwortet er: „Schlechthin alle s." Die fünf Abschnitte über den Lebensgang und das Schaffen Maimunis sind lebendige, heftige Aussprache, auch über unsere Zeit, im Geist des gläubigen traditionellen Judentums; darin besteht ihre Anziehungskraft und ihre wahre Lebendigkeit. 2. Maimonides. Eine BS o.g r aphi e von Abraham Heschel. 1935. Berlin (Erich Reiß). Diese neue Biographie ist das erste Stück einer neuen Schriftenreihe „Judentum in Geschichte und Gegenwart" und gibt auf fast 300 Seiten eine leicht lesbare, zuverlässige Geschichte der Zeit und der geistigen Gestalt des jüdischen Lehrers und Denkers. Sympathisch die phrasen- und pathoslose, immer lebendige Darstellung dieses schweren Lebens. Am Schluß die wichtigen Anmerkungen über Literatur- und Ouellenstellen! Überall ist der Stoff neu erarbeitet und frisch und selbständig behandelt. 3. Ein 160 Seiten starkes Festheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums (Aprilheft) ist ebenfalls Maimonides gewidmet. Professor Elb ogen arbeitet auf Grund eines weitverzweigten Materials das Charakterbild Maimunis heraus. J. Bergmann (der frühere Berliner Rabbiner, jetzt in Jerusalem) schreibt über Maimuni als Erzieher. Anschließend zeigt Pro- Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig I Umfelder C.m.b.fy. Itlündjm, imftorental fessor I. Heinemann die Einheit von Maimunis Lehre. (Der Aufsatz war in gekürzter Fassunig vorher in der Nummer vom 15. April unserer Gemeinde-Zeitung veröffentlicht) Ergänzend weisen M. Guttmann und J. Neubauer auf Maimunis Beziehungen zu anderen Meistern der Halacha hin. Mehrere Arbeiten sind dem Nachleben des Philosophen gewidmet; im Anschluß an die Kritik Achad Haaras bespricht Max Grünewald Maimunis Stellung zum jüdischen Nationalismus; Ernst Simon-beleuchtet das Verhältnis der großen Rationalisten Maimuni, Spinoza, Cohen zueinander. Wertvoll, auch für den Laien, ist die abschließende Besprechung neuerer Arbeiten zur Philosophie des jüdischen Mittelalters, die insbesondere zeigt, wie stark sich bei Maimunis Abweichungen von Aristoteles die jüdische Note geltend, macht. Neue Schallplatten für Grammophon und Lautsprecher. Deutsche Grammophon-Aktiengesellschaft:- Aus der Serie schöner, wirkungsstarker Gesangsaufnahmen stechen besonders hervor Tiana Lemnitz mit Hallen-Arie und Gebet aus Tannhäuser (15 079). Erna Berger mit Arien aus Bizets „Perlenfischer und „Fra Diavolo" (10 285), sowie eine herrliche Schlusnus- Platte mit Brahms-Liedern (30 004). Der jüngst verstorbene F. von Vecsey spendet in Debussys „En bateau" und Vecseys „Cascade" kultivierte geigensche Delikatesse (10 306). Von Drwensky eine prächtige Orgelphantasie über das Saarlied (1589). Gute Vokalensembles: die straffen Chöre des Erkschen Männergesangvereins (Jägerchor aus Freischütz, 10 289) und die fröhliche Stimmung bescherenden Darbietungen der Humoresk-Melodios (10 290). Das(jOrchester Bela führt zu einem farbenreichen „Ritt in die Ebene Sungan und läßt im Dreivierteltakt einen „Traum im Herbst" träumen (1578). Sehr fein singt Johanna Rohr die Schlager gewordene.Chopin-Melodie „In mir klingt ein Lied" aus dem Tonfilm „Abschiedswalzer" (1543). Gediegene Unterhaltungsmusik liefern O. Joosts Orchester (aus dem Toniilm „Die Ein neues Gedichtbuch von Fritz Rosenthal (BEN-CHORIN) soeben erschienen Das Mal der Sendung der Lieder des ewigen Brunnens neue Folge Preis RM. 1.80 Verlag B.Heller,München Plinganserstmaße 64 Ueno. ROSEN STR.5_