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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-10-15 · 20 (15.10.1934) · p. Seite 423

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
20 (15.10.1934)
Date
1934-10-15
Page
Seite 423 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 20 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 423 •Kill. Ikultiirlimul in Bayern Stefan Frenicel Zu seinen Konzerten in München und Augsburg am 2 2. und 23. Oktober Unter den Künstlern, deren Tätigkeit dem deutschjüdischen Kulturleben seit dessen Umgestaltung sein besonderes Gepräge gibt, tritt uns in Stefan Frenkel eine der markantesten Gestalten entgegen. Seit Wolfsthal, der immer noch Unvergessene, allzufrüh den Bogen aus der Hand legte, gilt Frenkel als der Führende unter den jungen jüdischen Geigern in Deutschland. Seine künstlerische Geltung ist heute unbestrittener als je, obwohl die äußeren Verhältnisse zunächst eine Unterbrechung seiner Karriere mit sich brachten. In Warschau geboren, kam Frenkel frühzeitig nach Deutschland, wo er seine Studien unter hervorragenden Meistern wie Adolf Busch und Carl Flesch fortsetzte. Die Konzertreisen, die er seit etwa zehn Jahren unternimmt, führten ihn durch ganz Europa und erwarben ihm nicht nur den Ruf eines virtuosen Technikers, sondern auch eines Künstlers, dessen musikalische Auffassungsgabe und Gestaltungskraft immer wieder neu bewundert wird. So war es natürlich, daß ihn bald anerkannte deutsche Dirigenten in ihre Orchester beriefen; den Dresdner Philharmonikern wie dem Königsberger Orchester (unter Scherchen) gehörte er Jahre hindurch als 1. Konzertmeister an. Zuletzt (1932) wurde er als Lehrer an die Staatliche Hochschule für Musik in Berlin berufen. Auch als Komponist ist Frenkel hervorgetreten. Seine Soloviolinsonate op. 1, mit 17 Jahren komponiert und anläßlich des Modernen Musikfestes in Saarbrücken uraufgeführt, wird er bei dem bevorstehenden Münchner Konzert selbst spielen. Sein Quartett für 4 Violinen gelangte auf dem Tonkünstlerfest in Darmstadt zur ersten Aufführung; sein Violinkonzert op. 9 wurde erstmals in Dresden, später u. a. auch auf dem Deutschen Tonkünstlerfest in Königsberg gespielt; die Suite für Violine und Streichorchester op. 12 erlebte ihre erste Aufführung auf der Musikpädagogischen Tagung in Pyrmont. Wie groß das Interesse ist, das dem Künstler entgegengebracht wird, mag daraus hervorgehen, daß von den im Bayerischen Kulturbund zusammengeschlossenen Gemeinden außer München auch Augsburg, Regensburg, Nürnberg, Bamberg und Würzburg ihn zu Konzerten eingeladen haben, die sämtlich innerhalb einer Woche stattfinden. — Bei seinem Münchner Konzert wird Stefan Frenkel neben der erwähnten eigenen Sonate noch Werke von Paganini, Schubert und Reger, sowie der jüdischen Komponisten Ernest Bloch und Dobrowen zum Vortrag bringen. Die Kulturbundleitung hat die Klavierbegleitung für das Konzert sowie für die bayerische Tournee der Münchner Pianistin Alma Weiß übertragen. Der Leiter des Landschul hei ms Herrlingen Hugo Rosenfhal spricht am Donnerstag, den 1. November, abends 8V2 Uhr, im Museum über „Die Psychologie des jüdischen Kindes" Ein erfahrener Erzieher und ein geschulter Pädagoge wird im Kulturbund vor der Münchener Gemeinde sprechen. Nach fünfjähriger Tätigkeit an der Samson-Schule in Wolfenbüttel war Rosenthal von 1924—1929 Lehrer an der Realschule in Haifa und die nächsten fünf Jahre an einer Berliner jüdischen Volksschule. Seit Oktober 1933 ist ihm die Leitung des Landschulheims in Herrlingen (bei Ulm) übertragen. Aus der Feder Hugo Rosenthals stammt eine Reihe grundlegender Abhandlungen über jüdische pädagogische Gegenwartsfragen; davon seien hier genannt: „Der Sabbat" („Der Jude" Jg. 1923) — „Der körperliche Zustand des jüdischen Kindes" (Ose-Rundschau 1931) — „Die Musikalität der Juden" (Internat. Ztschr. f. Individualpsychologie 1931) — „Versuche mit neuer Erziehung in Palästina (Pädagog. Zentralbl. 1932) — „Begabung und Frühreife des Kindes" (Jüd. Schulzeitung 1932) — „Der Beginn der Pubertät bei jüd. Kindern" (Ztschr. f. pädag. Psychologie 1932) — „Die schauspielerische Begabung d. Juden" — „Die Verzärtelung des jüd. Kindes" usw. _ In dem kürzlich erschienenen Sammelband „Wirklichkeit der Seele" von C. G. Jung (Verlag Rascher &. Co.. Zürich) ist neben Aufsätzen von Jung, die höchst bedeutsame Arbeiten des berühmten Psychologen enthalten, auch ein Aufsatz von Hugo Rosenthal aufgenommen mit dem Thema: „Der Typengegensatz in der jüdischen Religionsgeschichte." Wir entnehmen einem jüngst erschienenen Aufsatz von Dr. Erich Naumann (Tel Aviv) die Hauptzüge des wichtigen Rosental'schen Beitrags: Die beiden Haupttypen der Jung'schen Psychologie, von der Rosenthal ausgeht^ sind der Extravertierte und der Introvertierte. Beide unterscheiden sich voneinander grundsätzlich tuyett Sie die pUe Batk-Hieidm^ tiiütuka* SetuUm^et Stta$$

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