Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 9 (1.5.1934)
- Date
- 1934-05-01
- Page
- Seite 188 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 LUDWIG G RUBER Odeonsplätz 17 Das Geschäft des Qualität sr auch er s! Befindlichen ist in Berlin verhältnismäßig viel kleiner als im Gesamtreich, wo sie fast 50 Prozent aller Umschichtenden ausmacht, sie beträgt 257. Ihrem früheren Berufe nach stehen unter den Männern die Kaufleute mit 461 zahlenmäßig an der Spitze, 45 waren Studenten, 53 Akademiker. Es zeigt sich somit, daß das in geistiger und moralischer Beziehung so überaus bedeutungsvolle Akademikerproblem in der Umschichtungsarbeit keine überragende Rolle spielt. Von den umschichtenden Frauen waren die meisten, nämlich 331, früher Kontoristinnen. 119 Verkäuferinnen, 66 Ehefrauen, die früher nicht erwerbstätig waren, erhalten durch die Wirtschaftshilfe berufliche Schulung. Außerordentlich umfangreich sind die der Berufsumschichtungsarbeit in nächster Zeit bevorstehenden Aufgaben. Im April werden etwa 9O00 Menschen einzuordnen sein. Von ihnen werden etwa 3000 kaufmännischen Berufen zugeführt werden. Von den übrigen 6000 sollen 3500 in Einzellehrstellen, 1500 in Kollektivausbildungsstätten und 1000 in Haushaltungen untergebracht werden. Es wird erwartet, daß von den 9000 Jugendlichen, die neu in die Berufsausbildung eintreten, 4000 für die Kosten ihrer Ausbildung selbst aufkommen werden, während die Kosten: für die Ausbildung der restlichen 5000 aus den Mitteln des Hilfswerks werden gedeckt werden müssen. Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Umschichtungs¬ bzw. Berufsausbildungsarbeit muß auch mit einer wesentlichen Erhöhung des Aufwands für diese Arbeit gerechnet werden. In den letzten vier Monaten des Jahres 1933 hat die Berufsumschichtungsarbeit des Zentralausschusses einen Betrag von 370 000 Mark erfordert. Schon heute ist der monatliche Bedarf auf über 100 000 Mark gestiegen und wird sich selbstverständlich nach der Einreihung der neu in die Umschichtung Eintretenden noch weiter erhöhen. Für das erste Halbjahr 1934 wurde deshalb ein Betrag von 900 000 Mark für die Umschichtungsarbeit veranschlagt. Ausstellung jüdischer Künstler in Breslau. Der Verein Jüdisches Museum E.V. zu Breslau hat sich in den letzten Jahren um die Entwickelung jüdischen Kulturlebens besondere Verdienste erworben. Nachdem er vor einigen Monaten eigene Räume bezogen hat, beabsichtigt er, diese auch in den Dienst der Pflege neuerer jüdischer Kunst zu stellen. Er veranstaltet deswegen in ihnen (Gräbschenerstraße 61/65) vom 13. M a i b i s 24. J u n i -d. J. d i e e r s t e A u s s t e 11 u n g von Werken jüdischer Künstler in Deutschland aus Vergangenheit und Gegenwart. Es kommen im besonderen Werke von Malern, Graphikern und Bildhauern zu Schau. Es ist Vorsorge getroffen worden, daß lediglich der künstlerische Wert für die Aufnahme in die Ausstellung den Ausschlag gibt. Zum ersten Male wird hier ein geschlossenes Bild jüdischen Kunstschaffens im Laufe der letzten hundert Jahre vor Augen geführt. Persönlichkeiten wie Israels, Liebermann, Chagall und viele andere, die bisher nur im Rahmen des allgemeinen Kunstlebens gekannt und beurteilt wurden, sollen nun im Zusammenhange ihrer Volkszugehörigkeit erscheinen. Zugleich aber wird sich hier ein reiches Entwicklungsbild der verschiedenen zeitlich oder persönlich bestimmten Stilarten entfalten. Nähere Anfragen, die sich auf die Ausstellung beziehen, wird die Geschäftsstelle des Vereins Jüdisches Museum, Breslau 6, Striegauerstraße 2 (Felix Perle) beantworten. Studienaufenthalt im Ausland. In einem Runderlaß Nr. 30 vom 17. April der Reichsdevisenstelle wird zur Einschränkung der Freigrenze, bis zu der Geld- Qualitäts-Zigarren! Alfred KIODffer Maximilianr Strasse 10 Fernruf 27 0 39 Sendungen ins Ausland zulässig sind, u.a. ausgeführt: Soweit ein gerechtfertigtes Interesse an der Leistung von Zahlungen besteht, die bisher auf Grund der RM. 200.—Grenze ausgeführt werden konnten, für die aber die herabgesetzte Grenze von RM. 50.— nicht mehr ausreicht, können die Devisenstellen die erforderlichen Genehmigungen erteilen. Dies gilt insbesondere für Studienaufenthalt im Ausland und zwar auch für nichtarische Studenten und Schüler, bei denen der Schulbesuch oder das Studium üm Ausland in der Regel eine erwünschte Vorbereitung einer künftigen Abwanderung sein werde. Auch für Unterstützungsziahlungen an im Ausland befindliche Inländer oder an ausgewanderte Personen können bescheidene Beträge, die zum Unterhalt erforderlich sind, genehmigt werden, gegebenenfalls auch als Sammelgenehmigung für mehrere Monate. Bücherschau Reformbestrebungen im Katholizismus. Es ist beachtenswert, daß auch im Katholizismus, dessen Grundhaltung durchaus konservativ ist, Reformbestrebungen festgestellt werden können, daß z. B. eine Umgestaltung des Meßformulars und des Breviers deutlich ausgesprochen wird. Ein Aufsatz „Objektive und subjektive Frömmigkeit", den soeben der Jesuitenpater Emerich Raitz von Frenz in der katholischen Monatsschrift „Stimmen der Zeit" (Märzheft dieses Jahres) veröffentlicht hat, stellt diese Reformbemühungen deutlich ins Licht. Nach v. Frenz ist die objektive Frömmigkeit zum großen Teil nichts anderes als Liturgie. „Diese ist lange verkannt worden, und es ist an der Zeit, daß sie wieder zu Ehren kommt. Nur darf man im Lob nicht so weit gehen, daß man ihre Fehler Rufen Sie 73 664-65 wenn Sie Druckarbeiten brauchen. B. Heller, München Plinganserstraße 64. Wichtige Neuerscheinung für Religionsunterricht und Lehrkurse! israelitische beligio:ns£.mhjre von DR. ERNST JACOB Bezirksrabbiner in Augsburg Verlag B. Heller . München 2f . 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