Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 5 (1.3.1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- Seite 94 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 Grundsätze und Interessen auch nur so viel zu gewinnen, wie eine Zerspaltung des deutschen Judentums der Gesamtheit, aber auch ihr selbst, schadet. Alle Kräfte müssen dem . einen Ziel dienen, daß jeder deutsche Jude im Vaterlande:Siicht nur seinen Lebensraum findet, sondern seine jüdische Uberzeugiih'g auch offen und frei bekennen und betätigen kann. 7.- . Die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen weltanschaulichen Strömungen, die nicht unterbunden werden sollen, dürfen die durch die notwendige Solidarität gezogenen Grenzen nicht überschreiten. Der Beirat fordert deshalb die Reichsvertretung der deutschen Juden auf, eine Einrichtung zur Schlichtung von Streitfällen zwischen jüdischen Verbänden, Gruppen, Institutionen und Zeitungen zu schaffen. Die Reichsvertretung darf aber auch äußersten Falles nicht zögern, der jüdischen Öffentlichkeit den bekannt zu geben, der gleichwohl fernerhin den Frieden und die Freiheit der deutschen Judenheit gefährdet. Einer würdigen Zukunft des ganzen deutschen Judentum«: soll unsere Arbeit gewidmet sein! Rabbinische Lehranstalt „Jeschiwa" zu Frankfurt a. M. Das Sommersemester an der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am Montag, den 16. April. Anmeldungen für alle drei Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum. Mischna, Talmud mit Kommentaren, Decisoren, Hebr. Grammatik, Neuhebräisch( Lektüre und Konversation), Jüdische Geschichte und Palästinakunde. Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse können schulentlassene Knaben und Jünglinge aufgenommen werden, die schon einige Vorkenntnisse in Chumisch mit Raschi und Mischna besitzen. Arimeldungsgesuche, denen beigefügt sein müssen: kurzer Lebenslauf, genaue Altersdaten, Zeugnisse über jüdische Vorbildung und religiöse Lebensführung sowie Angaben, welcher Betrag für die Kosten des Lebensunterhaltes monatlich zur Verfügung steht, sind bis zum 25. März an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Frankfurt am Main, Theobaldstraße 6, zu richten, welches zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Jüdischer Sport. In der größten Sporthalle Frankfurts, dem Hippodrom, führte der Bar-Kochba, Frankfurt a. M.. im Auftrage des Deutschen Makkabi-Kreises, am 18. Februar sein erstes Hallensportfest durch, das als Auftakt der Vorbereitungen zur zweiten Makkabiah gedacht war und sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den jüdischen Sport gestaltete. 4000 Zuschauer folgten von 2 Uhr nachmittags bis nach 10 Uhr abends den Veranstaltungen. Über 600 aktive Sportler beteiligten sich ah den Kämpfen; mit Rücksicht auf die zahlreichen Nennungen aus dem Makkabi selbst, hatten die Veranstalter ihre ursprüngliche Absicht, auch Nichtmitglieder zu den Wettkämpfen einzuladen, fallen gelassen. Besonders imposant gestaltete sich der Aufmarsch der Makkabim mit ihren Fahnen. In einer Ansprache würdigte der Präsident die Bedeutung dieses „Tages des jüdischen Sports" und begrüßte die zahlreichen Vertreter anderer Organisationen, die Rabbiner nud Vorstandsmitglieder der Israelitischen Gemeinde, die übrigens für die Sieger auch wertvolle Buchpreise gestiftet hatte. Sportlich bemerkenswert war besonders, daß die „Provinz"- Vereine, so vor allem Köln, Frankfurt a. M. und Mannheim, auf sehr vielen Gebieten der Reichshauptstadt Berlin den Rang abliefen. Die Makkabi-Hoffnung Orgler vom Hakoah-Köln, der bekanntlich am Olympia-Kurs unter Brechenmacher und Weitzer teilgenommen hat und möglicherweise 1936 in der deutschen Olympia-Mannschaft starten soll, konnte sich infolge der zahlreichen von ihm bestrittenen Konkurrenzen nicht immer durchsetzen. Immerhin erreichte er als Zweiter im 1000-m-Läuf, den Werthen (Berlin) gewann, die für die Halle hervorragende Zeit von 2,39,2 Minuten. Das Handball-Tournier sah nach Spielen von Berlin, Stuttgart, Nürnberg. Düsseldorf, Mannheim .imd^Frankfurt die beiden letzten als Finalisten, die sich schließlich unentschieden 3:3 trennten. Das Programm umfaßte eine Reihe leichtathletische Wettbewerbe, Boxkämpfe, Tischtennis-Konkurrenten und Ringkämpfe. Der IPD Frankfurt und Offenbach boten ein buntes Bild aus dem Leben der Makkabi-Jugend. Bemerkenswert waren die von Frl. Stern geleiteten Freiübungen. Bücherschau Friedrich Baumgärtel. ord. Prof. für Altes Testament an der Universität Greifswald, Der Hiobdialo«. Aufriß und Deutung. Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament. Begr. von R. Kittel; herausgegeben von A. Alt und E. Kittel. 4. Folge, Heft 9. Stuttgart, Kohlhammer. 1933. VIII, 201 S. Preis: RM. 7.20. Das Buch Hiob ist von christlichen Exegeten und jüdischen Homiletikern fast zu Tode behandelt worden. Daß sich dieses biblische Stück mit dem menschlichen Leiden, besonders mit dem Problem beschäftigt, welches „das Leiden des Gerechten" der Theologie stellt, ist ziemlich allgemein anerkannt. Ferner steht unbestritten fest, daß in dem Buch auch die Auffassung bekämpft wird, Leiden sei Vergeltung für Sünden. Im übrigen ist alles in „Hiob" höchst unsicher. Das Buch ist größtenteils in Dialogform angelegt; Rede und Gegenrede vertreten gewisse widerspruchsvolle Positionen. Aber es wird keine bestimmte Lösung durch irgendeinen Wortführer der Diskussion geboten. So ist das Buch Hiob zum Steinbruch für schmückende und unverbindliche Zitate der Kanzelredner aller Konfessionen geworden. — Der Dialog wogt hin und her, und wenn in der einen Rede etwas Rechtes und Schönes gesagt wird, so ist doch auch das, was von einem anderen Standpunkt aus dagegen vorgebracht ist, nicht ohne Bedeutung und Wirkung. Die neue literarische und theologische Erklärung von Prof. Baumgärtel beschränkt sich auf den heiß umstrittenen Dialog cap. 3—31, gibt aber im ganzen eine so beziehungsreiche und umfassende Darstellung aller mit „Hiob" zusammenhängenden Probleme, daß man die neue vorzügliche Arbeit als einen richtigen Schlüssel zu dem großartigen biblischen Werk benützen kann. Dies setzt Eben das Haus der schönen Möbel I Infolge großer Lagerbestände, Vorteile ganz besonderer Art SctiwaniufllerslrflDe 9 i ^■^näon«^8omiejMt^«86 HOHLSAUM IStoffknöpfe, Plissees, Knopflöcher, Endeln, Monogramme E.Vollweiler Löwengrube 25 Laden gegenfiberHeinrichCohen Qual.-Zigarren Zigarretten und Tabake in grosser Auswahl Inserieren Sie in der „BayeriscößB Jsraeiiliscßen Gemeiiidezeilong" 1 Handschuhe OHR am Oattlertergl $flrflenfelt>crfrryl2 Sra&jemäfje öant>tt>trMarbd< (fein p f u f aj!). Sfoferligung, IRepara» kturen, $&xbm unb^ Reinigungen S. OPPENHEIMER Treuhänder zugel. als Rechtsvertreter b. Amtsgericht München. Peiienkoferstra&e 39, Fernsprecher 59529 Sanierungen — Liquidationen Geschäftsführer der^RCVIStA Revisionsu. Verwaltungs-Ges. Spezialabteilung fQr Forderungseinireibung