Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 3 (1.2.1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 53 VI. Einzelne versäumte Stunden können in den Kursen für Neuhebräisch und Englisch für Fortgeschrittene in einem der Parallelkurse nachgeholt werden. VII. Der Unterzeichnete ist jeder Zeit nach vorhergehender telefonischen Anmeldung (1075) in Angelegenheiten der Sprachkurse zu sprechen. Er nimmt auch noch weiterhin Neuanmeldungen entgegen. Ausschuß ifür Hilfe u. Ausbau, i. A. gez. Dr. Jacob, Bezirksrabb. Der Israelitische Frauenverein, Augsburg, bietet seinen. Mitgliedern Gelegenheit sich Kenntnisse zu verschaffen: 1. In Damenschneidern (Anfertigung einfacher Garderobe). Leitung: Fräulein Siddy Kapp. 2. In Putzmachen, Umändern älterer Hüte, Anfertigung von Mufftaschen, Lampenschirmen, Kissen usw. Leitung: Frau Maly David. 3. Im Ausbessern von Wäsche in jeder Art. Leitung: Fräulein Paula Thormann. 4. In kunstgewerblichen Arbeiten: Stricken, Häkeln. Sticken usw. Leitung: Frau Erna Grünbaum. Die Stunden finden jeweils nachmittags von 2.30—5.30 Uhr und abends von 7.30—10.30 Uhr statt. Drei zusammenhängende Nachmittags- oder Abendstunden kosten RM. —.80. Nähere Auskunft bei der I. Vorsitzenden, Frau Clemy Heymann, Völkstraße 24, Fernruf 656. Bücherschau Professor Dr. Johannes Friedrich (Leipzig), Ras Schamra. Ein Uberblick über Funde und Forschungen. 38 Seiten mit 13 Abbildungen auf 8 Tafein. 1933 (Leipzig, Hinrichs). Bd. 33, Heft 1/2 der Sammlung: Der Alte Orient. Preis RM. 2.70. Mit dieser Sohrift erhalten wir den ersten zuverlässigen Überblick in deutscher Sprache über die neuen Funde an der syrischen Küste gegenüber von Cypern. Ihre Bedeutung für die vorgriechische und altorientalische Archäologie soll hier nicht näher besprochen werden. Für die semitische Sprachwissenschaft, ferner für die alttestamentliche Forschung und Religionsgeschichte sind vor allem die in Ras Schamra entdeckten Reste einer keilschriftlichen Tempelbibliothek von größter Bedeutung. Es sind Briefe und grammatische Listen, deren Keilschriftzeichen aber nicht wie im Babylonischen eine Silbenschrift, sondern eine Buchstabenschrift nach Art des Westsemitisohen und der daraus abgeleiteten Alphabete darstellen. Die Entzifferung ist nach vielen Jahren scharfsinnigster Pionierarbeit der hervorragendsten französischen und deutschen Semitisten gelungen; über die Lesung eines einzigen Zeichens herrscht noch Unklarheit, die übrigen 28 Schriitzeichen sind eindeutig entziffert. Die Keilschrift von Ras Schamra ist eine reine Buchstabenschrift wie die nordwestsemitische, sie enthält also weder Silbenzeiohan noch Determinative oder Ideogramme wie die babylonische Keilschrift oder die hethitische Hieroglyphenschrift. Die 29 Zeichen sind mit Ausnahme von drei vokalhaltigen Alefzeichen rein konsonantisch. Lautgesetze und Vokalismus, Flexion und sonstige grammatische Einzelheiten, Wortschatz, und Verwandtschaftszüge der neuen semitischen Sprache harren noch der streng philologischen Erforschung. Die auch in den übrigen archäologischen Funden von Ras Schamra deutlich gewordene Mischkultur dieser vorderasiatischen Völkerecke macht es verständlich, daß dortselbst neben der semitischen noch eine fremde, nicht-semitische Sprache auftritt. Thureau-Dangin, heute der bedeutendste Keilsohriftforscher der Welt, hat bei eingehender Beschäftigung mit dem Vokabular Anklänge an das Subaräische, d. h. an eine weder indogermanische noch semitische Sprache festgestellt, die bisher in zwei Arten der keilschriftlichen Überlieferung vorliegt, als „Mitanni-Spräche" (in den Amarnabriefen) und als „Churrisch" (in einigen Texten des bekannten hethitischen Archivs von Boghazkoi). Über das Sprachwissenschaftliche hinaus bieten die architektonischen und figürlichen Funde, vor allem die Texte selbst (etwa um 1400 vor Chr. geschrieben) außerordentlich Interessantes und für die altorientalische Um- LUDWIG GRUBER Odeonaplat* 17 JT^g Geschäft des Qualität sr auch er s! weit der Bibel Erhellendes. Die Schrift von Professor Friedrich gehört wie die meisten in diesen Blättern ausführlich besprochenen Beiträge der über 30 Jahre bestehenden Sammlung „Der Alte Orient" zu den wichtigsten Aufklärungsmitteln über die wirkliche Welt der Bibel jenseits ihres religiösen Wertes und jenseits der konventionellen Erklärung. F. Illustrierte Jüdische Geschichte. Vom Joachim Prinz. Zweite Auflage. 6.—12. Tausend. Mit 23 Tafeln in Kupfertiefdruck, 8 Abbildungen im Text und 1 Karte. Brandus'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1934. Preis gebd. RM. 5.80. Kurze Zeit nach der 1. Auflage erscheint das 6.—12. Tausend dieser populären Jüdischen Geschichte des beliebten Berliner Rabbiners. Die neue Auflage hat durch ein reiches gut ausgewähltes Bildermaterial gewonnen. Ein Schlußkapitel „Die Stellung des Juden im Staat" ist angefügt, ihm liegt die These zugrunde: „Die Emanzipation der Juden um 1800 war kein Akt der Wirklichkeit, sondern nur ein Akt der Logik." Dieses Kapitel paßt sohlecht zu der vorangehenden gewollt primitiven und sehr vereinfacht pragmatischen Geschichtsdarstellung, der ein frischer Zug und eine glückliche Gabe die Grundzüge bildhaft zu machen nicht abzusprechen ist. Die Deutung des Jahres 1933 für die jüdische Geschichte („endgültige Liquidierung des liberalen Staates" etc) ist wegen der allzu großen zeitlichen Nähe der Ereignisse verfrüht. F. Der deutsche Vortrupp. Soeben erscheint das zweite Heft der von Dr. phil. Hans Joachim Schoeps für den Bund gleichen Namens herausgegebenen Blätter „Der Deutsche Vortrupp". Das vorliegende Heft bringt unter dem Titel „Die deutsche Aufgabe in dieser Weltstunde" tiefgreifende Analysen des politischen Befundes aus geschichtlichem Bewußtsein, indem es versucht, das Widerspiel der großen Mächte zu beleuchten und die Verantwortung zu erklären, die Israel für Edom hat. Ein weiterer Aufsatz befaßt sich mit der innerjüdischen Situation und spricht von dem Ort, den der „Deutsche Vortrupp" heute einnehmen zu müssen glaubt. Das Heft samt einer dem jüdischen Theologen S. L. Steinheim gewidmeten Beilage ist innerhalb des Halbjahresabonnements (drei Hefte) gegen Einzahlung von RM. 1.50 auf das Postscheckkonto des Deutschen Vortrupp, Frankfurt a. M. 72 3 30 von der Vortrupp- Kanzlei, Frankfurt a. M., Reuterweg 59, zu beziehen. Alijah. 5. Auilage. Anfang Januar erschien die 5. Auflage der amtlichen Informationsbroschüre „Alij ah" des Palästinaamtes Berlin. Die 5. Auilage enthält gegenüber den früheren Auflagen eine Anzahl neuer Beiträge: die früheren Angaben sind sämtlich umgearbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Die „Alijah" hat sich dadurch von einem Merkblatt zu einer 48 Seiten starken Broschüre entwickelt, die zum Preise von RM. 0.75 durch die Literatur-Versand-Abteilung des Palästinaamtes, Berlin W 15, Meimekestraße 10, sowie durch die jüdischen Buchhandlungen zu beziehen ist. DER ILLUSTRIERTE KOCHKALENDER Was koche % —rm ,a° ich heute ■ Erbringt für j eden Mittag und Abend Speisenfolgen und R ezepte, nachWahl billig oder üppig, dazu gute Bilder welche appetitliche Garnierung der Speisen zeigen. Zu beziehen durch denVerlag B.Heller,München,Plinganserstr.64