Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 24 (15.12.1932)
- Date
- 1932-12-15
- Page
- Seite 380 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 1159 Paalzow, Christ Ludwig, Über den Judenstaat 1183 Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Gedenkbuch der jüdischen Gefallenen 1914—18 1162 Reuss, Bücher der Bibel 1170 Roth, Joseph, Radetzky marsch 1156 Segall, Jacob, Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in München 1875—1905 1164 Straus, Raphael, Die Judengemeinde Regensburg im ausgehenden Mittelalter 1175 Tretjakow, Ein Chinese erzählt sein Leben 1155 Toller-Roth-Goldschmddt, Das Moskauer jüdische akademische Theater 1179 Tschechow, Sachalin — Rußlands Schreckensinsel Aus bayerischen Gemeinden Königshofen/Gr. Zum Besten der Winterhilfe veranstaltete Lehrer und Kantor Heinz Heller-Adler am Sonntag, dem 27. November 1932, im hiesigen großen Saale des Turnerheims ein Wohltätigkeitskonzert. Das Protektorat dieser Veranstaltung hatte der Stadtrat sowie die Geistlichkeit und das „Rote Kreuz“ übernommen. Heinz Heller-Adler stellte ein Orchester, bestehend aus der „Grabfeldkapelle“ mit einer Verstärkung mehrerer Musikschüler des staatlichen Konservatoriums in Würzburg zu sammen. Der Abend wurde dem Leiter zu einem großen Erfolg. Das Programm brachte neben der Ouvertüre zur Oper „Der fliegende Holländer“ Teile für gemischten Chor und Soli aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Haydn, sowie weitere Werke von Mozart und Beethoven. Den Chor bildete Damen und Herren aus allen Schichten der Bevölkerung Königshofen. All diesen Werken bereitete der Dirigent Heinz Heller-Adler eine besonders gelungene Wiedergabe. Ein voll besetztes Haus brachte ihm einen herzlichen Beifall. Ein erheblicher Erlös konnte den einzelnen Wohltätigkeitsvereinen von Königshofen übergeben werden. Bechhofen. Am 25. Marcheschwan 5493 (1732), also vor 200 Jahren hat der jüdische Künstler und Schriftgelehrte Elieser Sußmann die Ausmalung und Ausstattung unserer weltberühmten Scheunensynagoge vollendet und damit ein einzigartiges Denkmal jüdischer Kunst den späteren Generationen hinterlassen. Weil in Anbetracht der schweren Zeit von einer größeren Feier abgesehen wurde, gedachte Herr Lehrer Goldberg am darauffolgenden Sabbath in einer kurzen Ansprache dieses großen Künstlers mit dem Wunsche, der Allgütige möge unserer Gemeinde dieses „kleine Heiligtum“ auch weiterhin beschützen und erhalten für alle Zeiten. Neuhauserstr.29 Münchens größte Pelz-Werkstatte Vereine Tagung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Landesverbandes Bayern Am Sonntag, 27. November. 1932, fand die diesjährige Tagung der Delegierten des Landesverbandes Bayern in Aschaffenburg statt. Am Vorabend versammelte sich die Gemeinde Aschaffenburg und viele aus der Umgebung in den Räumen der Philo-Log^ zu einem Begrüßungsabend. Die jüdischen Verbände, an der Spitze Herr Kommerzienrat Hirsch (Schweinfurt) als Vertreter des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden entboten der Tagung Grüße und Wünsche, für die Kam. Krämer (München) als 1. Vorsitzender dankte. Den Mittelpunkt des Abends bildete ein Vortrag des Kam. Dr. Landenberger (Nürnberg). In übersichtlichen, wirkungsvoll gesteigerten Darlegungen zeigte der Redner die Entwicklung der Verhältnisse, wie sie sich seit Kriegsende für die Juden in Deutschland ergaben, indem er die Arbeiten und Erfolge des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten schilderte. Am Sonntag Vormittag begrüßte Kam. Krämer als 1. Vorsitzender die in großer Zahl erschienenen Delegierten und die Mitglieder der Ortsgruppe Aschaffenburg. Er feierte das Andenken der gefallenen Kameraden durch das Gelöbnis für ihre Ehre und die ihrer Angehörigen weiterzuarbeiten. Sodann wurde in die Tagesordnung eingetreten. Den Hauptteil bildete der Tätigkeitsbericht der Verbandsleitung, dem sich die Vertreter der O. G. in lebhafter Aussprache anschlossen. In den meisten Ortsgruppen konnten ein gesteigertes Interesse der Mitglieder und vermehrte Tätigkeit der Ortsgruppenleitung festgestellt werden. Besonders die Vortragsreise, welche Kamerad Dr. Freund auf Veranlassung der L. V.-Leitung im September durch 5 größere bayerische Orte brachte, hatte überall große Erfolge gezeigt. Einhellig wurde Kamerad Freund der Dank ausgesprochen. Dem Bundesvorsitzenden Kam. Df. Löwenstein entsandte die Tagung Gruß und Dank für die erfolgreiche Führung des Bundes. Im Anschluß an die Aussprache wurde über die eingelaufenen Anträge abgestimmt. Darauf Wurde der Vöfstandschaft Entlastung erteilt und das Vertrauen der Tagung durch ihre Wiederwahl bestätigt. Dazu wurde noch Kam. Wolf (Würzburg) in die Vorstandschäft des L.V.; gewählt. Dann würde über den Punkt „Jugendertüchtigung“ diskutiert. Zürn Schluß.dankte Kamerad Krämer allen Anwesenden, insbesondere dem Vertreter des Verbandes Bayer. Isr. Gemeniden für ihr Interesse an den Verhandlungen, und der Ortsgruppe Aschaffenburg für ihre Mühewaltung und ihre kameradschaftliche - Gastlichkeit-.. Um 2 Uhr vereinigte noch ein Mittagsmahl die Kameraden, bevor sie wieder zu frisch angeregter Tätigkeit in ihre Ortsgruppen zurückkehrten. . Die Generalversammlung der Vereine Linath Hazedek und Agudas Achim ,_t am Sonntag, 27. November, war zugleich eine Sympathiekundgebung für den ersten Vorstand, Herrn S. Knoblauch, der sich durch seine liebenswürdige Hilfsbereitschaft und entschlossene Art des Handelns viele Freunde'und Verehrer erworben hat. Herr Knoblauch eröffnete die Versammlung mit dem Geschäftsbericht, in welchem er hinwies: auf den Neubau der Synagoge, der im. verflossenen, wirtschaftlich schweren Geschäftsjahr unter großen Opfern doch noch durchgeführt werden konnte, auf die in der Jetztzeit schwierige Verwaltung des Hauses und auf den neugeschaffenen Chor, der die Andacht des Gottesdienstes vertieft und die Zahl der Besucher 'gefördert hat. Es war der Vorstandschaft bisher möglich, den Verein unter Einsatz aller Kräfte glücklich durch die Nöte der. Zeit zu führen; um aber den Haushalt auch in den kommenden schweren Zeiten zu bestehen, wird man nicht umhin können, die Kultusgemeinde um eine größere Subventionserhöhung -zu ersuchen. Dem Referat des Vorsitzenden folgte der Kassenbericht und eine längere Diskussion. Bei der anschließenden Wahl wurde die gesamte bisherige Vorstandschaft wiedergewählt: Ihre Zusammensetzung bleibt demnach wie folgt: 1. Vorstand: S. Fortsetzung Seite 384.