Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 22 (15.11.1931)
- Article
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
- Date
- 1931-11-15
- Page
- Seite 352 (sequence 1)
- Language
- German
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352 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 22 Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Beiträge zur bayerischen Geschichte der Juden. (Philo-Vcrlag, Berlin W 15.) Jahrgang 3, Heft 2/5. Auf die noch wenig bekannten mittelalterlichen Handelsbeziehungen zwischen Regensburg und Kiew bzw. dem Orient werfen Studien ein Licht, die Dr. Julius Brutzkus (Berlin) in dem soeben erschienenen Doppelheft (Juli/Oktober) veröffentlicht. Die interessanten Ausführungen, in denen u. a. die verschiedenen Handelswcge und Handelsbräuche näher beschrieben werden, geben auch Hinweise auf die Entstehung der jüdischen Gemeinden längs der großen Handelsstraße durch Süddeutschland (Augsburg, Regcnsburg, Prag). Ein Bild aus bayerisch-österreichischem Kulturkreis im späteren Mittelalter gibt der Aufsatz von Rabbiner Dr. Viktor Kurrein (Linz a. d. D.) über „Die Mesnerin von Enns", einer der von der Verfolgungswelle zu Anfang des 15. Jahrhunderts betroffenen Iudengemeinden Oberösterrcichs. In ein ganz anderes Gebiet gehört — sachlich und zeitlich — die umfangreiche Arbeit über „Die hebräische Sprachwissenschaft in Deutschland im Zeitalter des Humanismus" von Dr. Otto Kluge (Berlin). Die auf langjährigem gründlichem Qrellenstudium beruhende Abhandlung stellt einen werwollen Beitrag zur allgemeinen Sprach- und Bildungsgeschichte des 16. Jahrhunderts und ein wichtiges Kapitel der Beeinflussung deutscher Kultur durch Juden dar. Der nächste Aufsatz betrifft die Frage der Einrichtung einer „Oberbchördc für Religionsangelegenhciten der Israeliten" von Rabbiner Dr. A. Eckstein (Bamberg). Der Verfasser veröffentlicht darin aus den Jahren 1861/62. stammende „unbekannte Gutachten von Dr. Meyer Feuchtwang und Samson Raphael Hirsch", die damals auf Verlangen der bayerischen Regierung erstattet wurden. Aus Aktenstücken „Zur ostjüdischen Einwanderung in Preußen" berichtet Professor Dr. Salo Baron von der Columbia Universität in New Pork. Aus der Fülle des noch unveröffentlichten Materials werden zwei Vorgänge (aus der Zeit von 1815—17) herausgegriffen, die in interessanter Weise die feindselige Stimmung der Kaufmannschaft einzelner Grenzstädte wie Memel und Königsberg sowie die Haltung der preußischen Regierung widerspicgeln. In einer Miszelle macht A. Menes (Berlin) auf Grund von Listen im Preußischen Statistischen Landesamt bemerkenswerte statistische Mitteilungen über das jüdische Schulwesen in Preußen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Neben den ausgezeichneten und wegen ihrer Reichhaltigkeit so geschätzten „Bibliographischen Notizen" von Professor Dr. Heinrich Loewe (Berlin), die diesmal weit über 400 Angaben aus allen Gebieten nicht nur der engeren Geschichte der Juden in Deutschland umfassen, enthält das Heft eine Übersicht über die „Dissertationcnliteratur zur Geschichte der Juden aus den Jahren 1922 bis 1928" von Professor Dr. Guido Kisch (Halle). Ihr Wert besteht vor allem darin, daß sie auf viel ungedrucktes Material hinweist; sic ist außerdem als Beitrag zu dem künftig zu schaffenden großen judaistisch-bibliographischen Gebäude gedacht. An den beiden umfassenden Literaturteilen haben auch diesmal wieder zahlreiche namhafte jüdische und nichtjüdische Gelehrte als Rezensenten mitgearbeitet. Die Leitung des Literaturteils, der in jedem zweiten Heft erscheinen soll, hat jetzt Professor Dr. Kisch (Halle) übernommen. Mit diesem stattlichen, inhaltsreichen Doppelheft hat die „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" wiederum die Notwendigkeit ihrer Existenz bewiesen. Seschättsnachrlchten Deutsche kaust deutsche Sportausrüstungen! Warum ausländische Erzeugnisse? Das große und führende Fachgeschäft für jeden Sport, das Welt-Sporthaus Schuster, München 2 6 7, Rosenstraße 6, hat innerhalb vier Jahren 55 große Arktis- und Auslands-Expeditionen teils vom Kopf bis zum Fuß bekleidet und ausgerüstet. 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