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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-11-15 · 22 (15.11.1931) · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
22 (15.11.1931)
Article
Central-Verein, Ortsgruppe München
Date
1931-11-15
Page
Seite 349 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Nr. 22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 349 BiOXULTBA °- Zahnpasta BiOX-ULTRA ist die schaumende Sauerstoff-Zahnpaste, deren biologische Wirkung wissenschaftlich anerkannt ist Vereine Central-Verein, Ortsgruppe München Die diesjährige Generalversammlung am 5. November'im „Museum" war sehr stark besucht. Der Tätigkeitsbericht des Syndikus Dr. Werner Cahnmann verbreitete sich in fesselnder Weise über die Rechtsschutztätigkeit der Ortsgruppe und des Landesverbandes, die Aufklärungsarbeit, die Zustände an den Volks-, Mittel- und Hochschulen, die Presse-Beziehungen, die Jugendarbeit, über die Finanzen und die innere Organisation des von München aus betreuten Teils des Central-Vereins. Den politischen Aufgaben des Central-Vereins und seiner Rolle im deutschen Judentum widmete Dr. Cahnmann den zweiten Teil seines Vortrags. Daran schloß sich ein großzügiges und in allen Einzelheiten wohlabgewogcnes Referat des l. Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Alfred Werner. Die Veränderungen der letzten Zeit im deutschen Parteiwesen (Umwandltlng der Nationalsozialisten von einer Bewegung zu einer Partei) und die innerjüdischcn Fragen fanden hier eine Behandlung, die der Zustimmung weitaus der meisten deutschen Juden ohne Rücksicht aus die religiöse und politische Richtung sicher ist. Der ausführliche Bericht, auch über den geschäftlichen Teil der Generalversammlung, ist in der letzten Central-Vcreins-Zeitung enthalten. Aus dem Jüdischen Jugendheim. Am Samstag, den 21. Noveurber, abends 8Uhr, findet im Steinickcsaal zum ersten Male ein Theaterabend der I u n g b ü h n e im Jüdischen Jugendheim statt. Zur Aufführung gelangt: Iaakobs Traum von Bcer-Hofmann unter der Regie von Reg. Heinz Brenner. Da viel Interesse für diese Veranstaltung besteht, empfiehlt cs sich, Karten (zu RM. —.50, —.80 und RM. 1.20) in der Ewer-Buchhandlung oder im Jugendheim im Vorverkauf zu besorgen; Abendkasse ab %8 Uhr. Montag, den 23. November, 8^4 Uhr, findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße l Rgb. der bereits angesagte Zwiesprache-Abend zwischen den Herren Kaufmann Dr. Hernrann Baer und Rechtsanwalt Dr. Fritz Kahn II über das Thema: „Kapitalismus oder Kommunismus" statt. Im übrigen verweisen wir auf das bereits in letzter Nuntmcr veröffentlichte Novcnrber-Prograinln des Jugendheims. Zionistische Ortsgruppe München Ain Mittwoch, den 18. November abends 8.30 Uhr pünktlich, spricht im Kunstgewerbehaus, Pfandhausstraße 7/I, Herr Dr. Elias Auerbach über: „Das Judentum am Scheidewege". Der Redner hat jahrelang als Arzt in Palästina gelebt und ist einer der besten Kenner des inodcrnen Palästina, sowie der politischen und wirtschaftlichen Probleme des Palästinaaufbaues. Berichtigung Die dein Israelitischen Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern (E. V.) zugedachten Spenden sind auf das Konto Jakob Hirschinger, Nr. 5163, Postscheckamt München nicht Ella Hirschinger, einzubezahlcn. 2sr. Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern C. V. Jüdischer Gesangverein e. V., München Das Wohltätigkcitskonzcrt der Israelitischen Kultusgemcinde München findet bereits am 6. Dezember statt. In Anbetracht der kurzen Spanne Zeit werden die aktiven Mitglieder nochmals höflichst gebeten, keine Probe zu versäumen. vücberschau Die Entwicklung der sittlichen Persönlichkeit. Von Johannes N e u - in a n n, Gießen. Religionspsychologische Reihe. Studien über Aufbau und Führung des Charakters und des religiösen Lebens. Bd. II bis VIII, 455 Seiten. 1931. Verlag von C. Bertelsmann in Gütersloh. Preis geb. RM. 17.—. Diese Buchreihe will in erster Linie dem Seelsorger durch gründliche, vertiefende, systematische Arbeit dienen. Unser ganz besonderes Interesse gewinnt der vorliegende Band durch den Beitrag von Rabbiner Dr. Leo B a e ck über die Entwicklung der sittlichen Persönlichkeit im Iudentunr. In den monotheistischen Religionen, lehrt Baeck, ist jeder Mensch in seinem Eigentlichsten und Wesentlichsten der Mensch Gottes, des einen Gottes aller Menschen, und nicht nur und vorerst der Mensch eines abgcgrenztcn Bodens, aus dem sein Dasein aufwächst. Dazu kommt beim ethischen Monotheismus, besonders bei der Versöhnungsreligion des Judentums, der sittliche Wert als entscheidender Ausdruck der Frömmigkeit. Die Offenbarung des Göttlichen ist im Judentum das Gebot in seiner Unbedingtheit, die Gnade ist die Fähigkeit zum Guten und zu seinem Gebot. Das Ziel der Menschenentwicklung ist danach die Gottescbenbildlichkeit, d. h. das sittlich Vollkommene. Baeck schildert das Bewußtwerden der Wcrtbeziehung beim Kind (im Spiel und in der Phantasie) und die Wege, auf denen alle Dispositionen sittlicher, religiöser Richtung, vor allem die Fähigkeit des Cmporblickens und der Ehrfurcht, beim Kinde gestärkt werden; die Vorbereitung ist beim Kinde vor allem ein Tun, kein Leisten. „Dieses Tun erstreckt sich auf die sinnhaftcn und sinnbildlichen Formen religiöser Poesie, auf alles das, was bedeutsam zu Auge, Ohr und Hand hintrcten kann, auf die mannigfachen religiösen Bräuche und Übungen, die durch ihr Symbolhaftes für den erwachenden Geist, wie der biblische Ausdruck besagt, zu Zeichen" werden." Aus dem Tun entsteht so die Gesinnung, nicht Umgekehrt. Die Reifung vollzieht sich dann in einer Krisis des Lrelbst- Bewußtseins; wie die eigentlich jüdischen Inhalte an diesem Ausbildung der sittlichen Persönlichkeit beteiligt sind, wird in sublimer Weise auseinandergescßt. Besondere Bedeutung gewinnt der Baecksche Beitrag im Rahmen des Gesamtwerkcs, das alle übersehbaren religiösen, philosophischen und psychologischen Systeme nach ihrer Bedeutung und ihrer Stellung zu dem Hauptthema abfrägt. Nicht weniger als zwanzig Abhandlungen hervorragender Sachverständiger vereinigen sich auf diese Weise zu einer ausnehmend geglückten Gesamtleistung. Ein Wort noch zum ersten Band der religionspsychologischen Reihe: Einführung in die Psychotherapie für Pfarrer. Zu diesem Teil hat sich jüngst der Münchener Psychiater Professor Max Jsserlin AM« Musikhaus Unsere Spezial-Abteilung ist bedeutend erweitert. Besuchen Sie uns unverbindlich. — Wir führen alle bewährten Fabrikate und führen Ihnen jeden Apparat unverbindlich im eigenen Heim vor. Neuhauser Straße 50 neben Oberpollinger

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