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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-11-01 · 21 (1.11.1931) · p. Seite 333

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
21 (1.11.1931)
Article
Aub bei Würzburg
Date
1931-11-01
Page
Seite 333 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 21 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 333 ger Krankenhaus, Dr. M. Mandelbaum. Herr Lehrer A. Kannenrnachcr in Aub schreibt uns dazu: Ernst Mandelbamn besaß einen empfänglichen Geist für alles Gute und Hohe. Als bewußter Jude empfand er Ehrfurcht vor den Leistungen seiner jüdischen Ahnen und Zeitgenossen; mit dein allgeurcincn jüdischen Wissen verband er unbegrenzte Hochschätzung für deutsches Kulturgut. Auf seinem ausgedehnten ländlichen Besitzturn verrichtete er unermüdlich angestrengte körperliche Arbeit; als Geschäftsmann erfreute er sich wegen seiner unbeugsamen Lauterkeit eines in allen Kreisen hoch angesehenen Namens. Man erinnert sich hier in Aub kaum einer so allgemeinen Trauerkundgebung wie am Grabe des Entschlafenen und schätzt die Beteiligung auf 1200 Personen. Am Grab sprach zunächst Herr Bezirksrabbiner Dr. Wohlgemuth, Kitzingen, Worte des Schmerzes und Trostes. Herr Lehrer Kannenmacher schilderte den Verstorbenen als Freund und zuverlässigen Berater. Der Vorsitzende des Unterfränkischen Vichhändlervercins, Herr Wcikersheimer in Gaukönigs: Hofen, schilderte des Verblichenen Verdienste um die ideelle und materielle Hebung des Standes. Herr Professor Freudcnbcrger, Würzburg, sprach im Namen der Frankcnlogc, Würzburg; narnens des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten widmete Herr Rechtsanwalt Dr. Schloß, Würzburg, dem Kameraden ehrende Worte des Gedenkens. Als sein früherer Lehrer hob sodann Herr Lehrer Simon Blumcnthal, Neustadt a. d. Aisch, die besonderen geistig-seelischen Eigenschaften Ernst Mandelbaums hervor. Zuletzt folgte noch ein tief ernpfundener Nachruf von Herrn Max Pfeuffcr, Giebelstadt, für den Berufsgenossen. Goldene Hochzeit Er m er sh aus en (Unterfranken). Am ZI. Oktober begehen Kaufmann Karl A e i l l b e r g e r und Frau Veronika, geb. Steinhardt, hier das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Aus der Ehe des Jubelpaares gingen dreizehn Kinder hervor; davon leben noch zwölf: Sieben Söhne und fünf Töchter. Alle zwölf Kinder sind verheiratet. Fünf Söhne waren 1914—18 im Feld. Herr Lehrer Max Zeillberger (Landau, Pfalz) schreibt uns, daß am ZI. Oktober sich zur Jubelfeier neun Kinder mit ihren Ehegatten und Kindern in Crmershausen zusammenfinden werden, während die drei in Amerika verheirateten Kinder wohl nicht kommen werden. Auch die Eltern des Jubilars konnten vor dreißig Jahren anr gleichen Ort die goldene Hochzeit feiern. — Unsere herzlichen Glückwünsche gelten der Familie'Zeillberger, an der Spitze dem Jubelpaar! Fischach. Herr Samuel L e m l e und Frau Martha, geborene Mendlc, konnten anr ZI. vor. Mts. in seltener körperlicher und geistiger Frische ihr goldenes Hochzcitsfest feiern. Der Jubilar steht im 77., die Jubilarin im 69. Lebensjahre. Sie haben der Gemeinde in ihrer langen und glücklichen Ehe ein Vorbild jüdischen Familienlebens geboten. Getreu den streng religiösen Überlieferungen in ihrem Clternhause, haben sie nicht nur ihrer Gemeinde namhafte Stiftungen zugeführt, sondern auch im Stillen viel Gutes getan und ihren Nebenmenschen ohne Unterschied der Religionszugehörigkeit nach ihren Kräften geholfen. Frau Lernle gehört seit vierzig Jahren dem hiesigen Jüdischen Frauenverein an, davon zwanzig Jahre als 1. Vorsitzende. Mit unseren herzlichsten Wünschen zu dem seltenen Feste verbinden wir die Hoffnung, daß dem Jubelpaar noch ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein möchte. Ludwigshafen a.Rh. In der festlich geschmückten Synagoge verabschiedetete sich Samstag, den 17. Oktober 1931, im Rahmen des Morgengottesdicnstes Herr Studienrat W e tz l c r von seiner Gemeinde, der er drei Jahrzehnte lang als I. Kantor, Lehrer und Prediger wertvollste Dienste geleistet hat. Herr Bezirksrabbincr Dr. Stecke! in a ch e r aus Bad-Dürkheim feierte in einer weihevollen Ansprache, ergriffen und ergreifend, den hervorragenden Lehrer, Kantor und Prediger und verlieh dem Jubilar die seltene Auszeichnung des Chovcr-Titels. Im Namen des Synagogcnrats gab hieraus dessen Vorsitzender Herr Professor Koburger dem aufrichtigen Dank der ganzen Gerneinde in warnr crnpfundcnen Worten beredten Ausdruck. Alsdann ergriff Herr Studienrat Wetzlcr das Wort, dankte Herrn Bezirksrabbincr Dr. Steckelmacher für die ihm seitens des Rabbinats zuteil gewordene überraschende Ehrung. In einern Rückblick auf sein Wirken gedachte er in erster Linie seiner Zusammenarbeit mit dein langjährigen Vorsitzenden Kornmerzienrat Moritz Wolfs, den Synagogenräten Abr. Herz und Rudolf Rubel, sowie dem Synagogenwart Emanuel Hirsch, alle leider schon lange dahingeschicden, sowie des Zusammenwirkens mit den Amtsnachfolgern der Genannten, vor allem dem jetzigen Synagogenrat. ÜHFH DIE 80% HAUSHALTSEIFE M. 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