Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 17 (1.9.1931)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 261 (sequence 1)
- Language
- German
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Homerische Nachrichtenblatt öer IfraeMschen kultusgemeinöen ln München, Augsburg/Hamberg unü öes Äerbanöes Hagerischer Israelitischer Gemeinüen Erscheint am i. und 15. jeüen Monats. — Verlag: H. heller, München, Bezugspreis für nicht eingewiesene Seziekjer: Reichsmark 4.80 für Sas plknganserstrasse 64, Kernruf 75 <S^4 unö 75665/ Postscheck München 5587, Jahr. Anzeigenpreis: Oie 4 gespaltene Millimeter-Feile 40 Reichspfennig Hchristleitung: Or. Luöwig Keuchtwanger, München, Grillparzerstraste )S Kamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 15 Reichspfennig VH. Jahrgang München, f. September i?p Sk.1T Inhalt: Der Propheten-Abschnitt von Jom-Kippur — Emanuel Kirschner — Jüdische Geschichte und Gott — „Der Papst aus dem Ghetto" -— Aus zeitfernen Lebensräumen —. Aus der Gemeinde München — Aus der Gemeinde Augsburg — Aus bayerischen Gemeinden — Aus dein Reiche — Vereine — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger — Bekanntmachungen der Israelitischen Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über Glückwunschablösung 1931 — Bekanntmachung über den Filialgottesdienst an den hohen Feiertagen und die Vermietung von Lrynagogenbetstühlen — Bekanntmachung über Geflügelschächtstunden — Personalien Der Propheten-Abschnitt von Jom-Rippur Jesaja 57, 14 und 58 (in der Übergehung von Buber-Rosenzweig) Cs spricht: Dämmet aus, dämmet aus, bahnet einen Weg! hebt fortwas straucheln macht, vom Wege meines Volks!' Ja, so hat er gesprochen, der Erhabne Änd Ragende, Ewig- und Heiligwohnender ist sein Name: In der Erhabenheit und Heiligkeit wohne ich — und bei den Zermalmten und den Geisterniederten: zu beleben den Geist der Crniederten, zu beleben den Geist der Gemalmten. Ja denn, nicht auf Weltzeit will ich streiten, nicht aus Dauer will ich grollen, denn der Geist, von meinen: Antlitz aus leibt er sich ein, die Hauchseelen, ich selber habe sie gemacht. Für die Schuld seiner Sucht ergrollte ich, und ich schlug ihn, mich verbergend, da ich grollte. Er ging abgekehrt auf dem Weg seines Herzens — seine Wege, ich sah sie. Aber ich will ihn heilen, aber ich will ihn leiten, mit Tröstungen ihn befrieden seine Trauernden, als Schöpfer der Frucht der Lippen Frieden, Frieden dem Fernen und dem Nahen! — spricht Cr —, ich heile ihn. Doch die Frevler sind wie das aufgewühlte Meer, denn es mag sich nicht stillen, seine Master wühlen Schlamm und Kot^auf: Kein Friede, spricht mein Gott, für die Frevler! Ruse aus der Kehle, dämpfe nimmer, posauncngleich erhebe deine Stimme, vermelde meinem Volk ihre Abtrünnigkeit, Jaakobs Haus ihre Sünden! Zwar mich beforschen sie tagtäglich, gelüsten meine Wege zu wissen, als wären sie gleich einem Stamm, der Bewährung machte zur Tat, seines Gottes Recht nicht verließ, heischen von mir Gerichte der Wahrheit, gelüsten nach Gottesnähe: Wozu haben wir uns kasteit — du hast es nicht angesehn, unsre Seelen wir gebeugt — und willst es nicht wissen! — Wohl: an: Tag eurer Kasteiung findet ihr doch ein Gelüst aus und treibt all euren Erwerb bei! zu Streit und Geraus kasteit ihr euch, n:it frevler Faust dreinzuschlagen, — nicht kasteit ihr euch, wie's heuttags ist, daß in der Erhabenheit man eure Stimme hören müßte. Soll dergleichen die Kasteiung sein, die ich erwähle, an dem der Mensch seine Seele beugt?! Daß er seinen Kopf binsengleich hangen läßt, Sackleinen und Asche sich unterbettet, willst du dazu ausgerufen haben: Kasteiung! Gnadentag Ihm!? Ist nicht erst dies die Kasteiung, die ich erwähle: die Klammern des Frevels zu öffnen, des Joches Bande zu sprengen und Geknickte auszuschicken ledig, — alljedes Joch solltet ihr zertrümmern!