Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 15 (1.8.1931)
- Article
- Einweihung des Erholungsheims der Hausmannstiftung in Arendsee
- Date
- 1931-08-01
- Page
- Seite 238 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2727810-2727925-2727940-2740815--07943-2740870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
238 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 seiner bekannten geistvollen Art. 2m Aufträge der Mecklenburgischen 2udcnhcit, die von Stolz darüber erfüllt ist, daß dieses Heim auf Mecklenburgischem Boden steht, dankte Herr Landcsrabbincr Dr. Silbcrstcin für die Einladung. Cr verglich das Heim mit dem Mirjamsbrunncn. Hier mögen die im Kampfe des Lebens angespannten und verzehrten körperlichen und geistigen Kräfte Entspannung und Verjüngung finden, seelische Überwindung des Alltagslebens, Erhebung und ideale Förderung im geistig interestiertcr Menschen. — Nun folgte eine Besichtigung der für den Tagcsaufenthalt bestimmten wundervollen Räume in der 1912 aus kostbarem Material erbauten Villa, die in einem 16 Morgen großen Park unmittelbar an der Strandpromcnadc liegt und von der großen Terrasse im ersten Stockwerk einen herrlichen Ausblick auf das Meer gewährt. An den Park schließt sich das neucrworbcne Haus Horn mit den neuzeitlich eingerichteten Gäste-Wohnzimmern. Ein Frühstück für die Teilnehmer der Einwcihungsfcicr beschloß die stimmungsvolle Feier. •— Die Hochschule hat zur Erfüllung der ihr im Testament für dieses Erbe gemachten Auflage eine akademische Gesellschaft nach Art eines Klubs errichtet, deren Mitglieder der Besuch des Heims unter gcwisten Bedingungen zusicht. Die Meldung zur Mitgliedschaft erfolgt an das Sekretariat der Akademischen Gesellschaft, Hausmannstiftung, Berlin N 24, Artillcriestraße 14. vülberschau Franz M. Th. Böhl, ord. Prof, für semitische Sprachen an der Universität Leiden, Das Zeitalter Abrahams (Der Alte Orient, Bd. 29, Heft I) Leipzig (2. C. Hinrichs 1930). Wer von dieser Art im besten Sinn des Wortes populärer, außerordentlich hochstehender Literatur nichts weiß, beraubt sich eines besonderen Genusses und eines ungewöhnlichen Belehrungsmittels. „Der Alte Orient" ist eine Sammlung, die seit 1903 besteht und in der mustergültige Darstellungen aus dem Gebiete des allorientalischen Kulturkreises streng wistcnschaftlicher Art von den besten Kennern geboten werden. Die vorliegende Arbeit des angesehenen Leidener Gelehrten weist den Erzvater Abraham einer ganz bestimmten Epoche der ja heute immer mehr aus dem Halbdunkel hcraustretenden altoricntalischen Geschichte zu. Die Ausgrabungen und Funde der letzten 2ahrzehnte haben allerdings die Erzählungen der Genesis bis jetzt noch nicht ergänzt. Die Gründe der modernen Wiffenschaft für die reale Existenz der drei Patriarchen Abraham, 2saak und 2akob können hier nicht erörtert werden, über den Stand der Patriarchcnforschung gibt heute weitaus am besten die grundlegende Kritik Auskunft, die Professor 2ulius Lcwy, der Gießener Ordinarius für semitische und altoricntalischc Philosophie jüngst in der deutschen Literaturzeitung, Heft 28 des 2ahrg. 1931, über die Böhlschc Arbeit veröffentlicht hat. Cs handelt sich vor allem um die Hineinstcllung von Kap. 14 der Genesis, das einen Sieg Abrahams über einen König Kcdorlaomcr von Clain und dessen Bundesgenossen Amraphel verherrlicht, in die uns. jetzt durch 2nschristcn aus Ausgrabungsfunden bekannt gewordenen Vorgänge. Böhl bedient sich für seine chronologische Zuweisung einer Rechnung nach Generationen, für welche ihm vor allem die alte edomitischc Königslisic Genesis 36, 31 ft, kombiniert mit Numeri 20, 14 und der Stammbaum Davids Ruth 4, 18—22 die nötigen Unterlagen liefern. Diese Rechnung verringert das 2ntervall zwischen der Wüstenwanderung Israels und Saul auf acht Generationen bzw. das 2ntervall zwischen Abraham und David auf 14 Generationen, so daß zwischen diesen beiden wahrscheinlich weniger und keinesfalls mehr als sechs 2ahrhunderte liegen (Levy, S. 1321). Über die chronologischen Einzelheiten unterrichtet man sich am besten aus dem Artikel Prof. Lewys „Amoritcr" in der Enzyklopädia 2udaica. Alles das ist hier nicht näher auszumachen. Es soll hier nicht mehr als ein eindringlicher Hinweis , auf diese Forschungsarbeiten, namentlich auf Böhls „Zeitalter Abrahams" gegeben werden. Nur die fachmännische Beherrschung des alttcstamcntlichcn, kciltschristlichcn und ägyptischen Quellenmatcrials kann hier zu einem selbständigen Urteil führen. Aber Böhls ungewöhnlich inhaltsreiche, durchaus gemeinverständlich gehaltene Schrift ist die denkbar beste Einführung in diesen Wissensstoff, der uns die Bibel neu lesen läßt und längst als ein spezifisch jüdisches Forschungsrcich von allen Seiten gewertet wird. F. Peter Thomson, Professor, Obcrstudicndirektor in Dresden, Palästina und seine Kultur in fünf 2ahrtausenden. Nach den neuesten Ausgrabungen und Forschungen dargestellt. 2., völlig neubearb. Auflage (Der Alte Orient, Bd. 30). Leipzig, 120 Seiten mit 8 Abbild., im Text und 34 auf 16 Tafeln (2. C. Hinrichs), 1931. Thomscn bringt hier seine jedem Kenner unentbehrlichen Arbeiten über die Ergebnisse der Grabungen und Forschungen in Palästina auf den neuesten Stand der besonders ergiebigen Nachkriegsforschung. Die Arbeit hat bereits in zwei Auflagen (I.—9. Tausend) Verbreitung gesunden. 2üdischen Lesern sind diese sieben Kapitel mit den. reichen Abbildungen aufs angelegentlichste zu empfehlen. Nichts kann das Eindringen in das Werden und wahre Wesen der palästinensischen Kultur von der Steinzeit bis zum Einbruch der Araber in der Mitte des 7.2ahrhundcrts so fördern, wie dieses reiche und zuverlässige Buch, einer der besten Bände der schönen Sammlung „Der Alte Orient". F. Friedrich Wilhelm Maier, o. ö. Pros, der ncutastemcntl. Exegese a. d. Universität Breslau, 2srael in der Heilsgeschichte nach Röm. 9—11 (Biblische Zeitfragen Heft 11/12). Münster (Aschcndorff) 1929. Die erschütternden drei Kapitel 9—11 des Römerbriefes gehören in dem Problem der Lossösung des Christentums von'seinem Muttcrboden zu den zentralen Texten; jedes Wort muß hier nach strengen exegetischen Methoden gewogen werden. Die ganz enge Verbundenheit des Apostels Paulus mit seinem Volk nach Lcbcnsgcfühl und Denkform geht aus jeder Zeile dieser Briefteile hervor. Man kann die spätere christliche Lehre Bayerische Handelsbank gegründet -1869 gegründet 4869 Dodenkreditanstalt München. Gold-Hypothekenbestand Ende 4930: rund GM. 272'60o,ooo.— Golb-Pfandbriefumlauf Ende 1930: rund GM. 269^200,000.— 7°/olge££& Gold-Hypoihekenpfandbriefe, mündelsicher * stiftungsmäßig * lombardfähig, in Stucken zu 100, 200, 500,1000, 2000 und 5000 Goldmark, seit 2. Januar 1931 kapitalertragsteuerfrei. An - und Verkauf der Gold-Hypothekenpfandbriefe an unseren Schaltern Nr. 56—58 von morgens 8^/2 ühr bis abends 4 ühr durchgehend, sowie bei allen Äankstellen. E.WESCHLER DAS ATELIER DER ELEG. DAMENMODEN SONNENSTRASSE 12 . TEL. 91481 A S p R E1 MÜNCHNER TUCHHA