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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-08-01 · 15 (1.8.1931) · p. Seite 237

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
15 (1.8.1931)
Article
Frau Karoline Wimpfheimer, geb. Henle
Date
1931-08-01
Page
Seite 237 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 15 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 237 Rus der Gemeinde (Düncben 2lm 12. Juli 1931 verschied nach längerem schweren Leiden Frau Karoline Wimpfheimer, geb. Heule, die volle 25 Jahre als Verwalterin des Israelitischen Pensionats tätig gewesen ist. Die Dahingeschiedene hatte im Jahr 1906 mit der Gründung der Anstalt die wirtschaftliche Leitung des Heimes übernommen und die Anstalt in all den Iahrön mit vorbildlicher Arbeitsfreudigkeit und Pflichterfüllung aber auch mit seltenem Verständnis für die soziale Bedeutung ihrer Aufgabe geleitet. Als sie im. vergangenen Jahre nach einem Vierteljahrhundert verantwortungsvollster und verantwortungsbewußter Arbeit in den Ruhestand trat, haben sie die Insassen des von ihr betreuten Heimes, ebenso ungern scheiden sehen wie die Verwaltung der Anstalt, da sic ebenso besorgt war um das Wohl der ihr anvertrautcn Pensionäre wie um die Wirtschaftlichkeit der Anstaltsführung. Wir werden der Verewigten, die sich leider nur wenige Monate der wohlverdienten Muße erfreuen durfte, stets ein dankbares und ehrliches Gedächtnis bewahren. Die Beauftragten des Israelitischen Pensionats gcz.: Lucie Reinemann. Die Coßmann-Werner-Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde München ist während des Monats August jeweils am Dienstag und Donnerstag in der Zeit von.5—7 Uhr nachmittags geöffnet. Rus der Gemeinde vamberg Am Samstag, dem 12. ds. Mts., fand in Bamberg das Treffen der nordbayerischen jüdischen Iugcndvereine statt. Der Tag, der ausschließlich dein Sport gewidmet war, nahm unter großer Beteiligung der verschiedenen Bünde (Würzburg, Kihingen, des neugegründeten Marktbreiter Vereins, Koburg, Nürnberg und Bamberg) einen glänzenden Verlauf. Die sportlichen Wettkämpfe, im ideal gelegenen Bamberger Stadion ausgctragen, wurden durch kurze Ansprachen des 1. Vorsitzenden des Jüdischen Iugendvcreins Bamberg, Dipl.-Ing. Ernst Heimann, sowie des Vorstands der israelitischen Kultusgemcinde Dr. Morgenroth eingelcitet. In glühender Hitze wickelten sich sodann dank der vorbildlichen Organisation des Bamberger Iugcndvercins die leichtathletischen Wettkämpfe, sowie die Handballturniere reibungslos ab. Nach gemeinsamem Mittagessen in den Wirtschaftsräumen des Stadions sowie einer kurzen Wanderung, erfolgte im Laufe des Nachmittags die Verteilung der Preise durch Herrn Prediger Hermann.Hirsch, Koburg. In einer vorhergehenden Ansprache, hob der Redner insbesondere die Tätigkeit des Bamberger 2. Vorsitzenden, Herrn Luitpold Neumann, hervor, dessen Arbeit man das Gelingen der Veranstaltung ganz besonders verdankte. Auch der ideelle Erfolg des Tages, stand dem körperlichen keineswegs nach, trotzdem diesmal wenig geistige Probleme erörtert wurden; das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde wieder einmal gründlich aufgcfrischt. Herbert Eschwege, Bamberg. Rus baverifcken Gemeinden Bezirksrabbiner Dr. Magnus Weinberg, Neumarktj als Rabbiner von Regensburg gewählt Die Gemeindevertretung der israelitischen Kultusgemeinde Regensburg wählte unter Zustimmung der Bezirksgemcmden der Rabbinate Neumarkt-Sulzbürg und Negensburg einstimmig Seiner Chrwürden Herrn Bezirksrabbincr Dr. Magnus Weinberg, bisher in Neumarkt (Oberpfalz), zum Rabbiner von Regensburg. Mit Zustimmung des Bayerischen Gcmeindeverbandes werden die R a bbinateRegensburg und Neumarkt-Sulzbürg zu einem Bezirksrabbinat mit dem Sitze in Regensburg vereinigt. Dieses Bezirksrabbinat umfaßt dann die ganzen Regierungsbezirke Oberpfalz und Niederbayern mit den Gemeinden Regensburg, Amberg, Cham, Floß, Neumarkt i. O., Straubing, Sulzbach, Sulzbürg und Weiden. Dr. Weinberg ist in Schenklengsfeld, einer noch heute blühenden jüdischen Gemeinde bei Fulda, geboren, besuchte das Gymnasium in Fulda und wuchs dort als erster Schüler des Provinzialrabbiners Dr. Michael Cahn s. A. auf. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Fulda genoß Dr. Weinberg seine talmudische Fortbildung in H a l b e r st a d t bei den Rabbinern Dr. Auerbach, Nobel und Sal. Cohn s. A. Alsdann besuchte er das Hildesheimersche Rabbinerseminar in Berlin. Nach dessen Absolvierung wurde er im Jahre 1895 von den Gemeinden des Distriktsrabbinates Sulzbürg als Nachfolger des dort im gleichen Jahre verstorbenen Distriktsrabbiners Dr. Löwenmayer s. A. gewählt. Der Sitz dieses Rabbinates wurde im Jahre 1910 nach Neumarkt verlegt. Dr. Weinberg hat sich insbesondere als jüdischer Schriftsteller auf historischem und religionsphilosophischem Gebiete einen angesehenen Namen erworben. Von seinen Werken seien hier die folgenden erwähnt: „Geschichte der Juden in der Oberpfalz" (5 Bände, ein auf gründlichsten Aktenstudien aufgebautes Werk), „Die hebräische Druckerei in Sulzbach" (2 Bände), „Das Memorbuch von Hagenbach", „Die unterfränkischen Memorbücher", „Spruchpoesie des Talmuds und der rabbinischen Literatur", „Die Partikel >3 nach der Auslegung des Talmuds", sowie Beiträge zu den Jahrbüchern der „Jüdisch-literarischen Gesellschaft" in Frankfurt a. M. Königshofen. Am Samstag, dem 4. Juli, feierte der 1. Kultusvorstand der hiesigen Geminde, Herr Karl Cinstädter, seinen 60. Geburtstag und gleichzeitig sein 25jähriges Amtsjubiläum. Während der 25 Jahre hat der Jubilar durch seine unermüdliche Tätigkeit der Kultusgemeinde große Dienste geleistet. Seine Sachlichkeit, seine Wohltätigkeit Und vornehme Denkungsweise verhalf ihm zu Ansehen und allgemeiner Beliebtheit. Lehrer und Kantor Heller-Adler veranstaltete zu Ehren des Jubilars eine würdige Feier in der Synagoge. Möge dem Führer der hiesigen Kultusgemeinde eine noch lange und gesegnete Tätigkeit beschieden sein. Cham. Freitag, den 17. Juli, entschlief hier Herr Mo ritz Stern, Ehrenmitglied und Ehrenvorstand der hiesigen Kultusgemeinde, der er inehr als fünfzig Jahre als Mohel, Bal-Koreh, Bal-Tokeah und Bal- Tefillah seine Dienste geliehen hat. Moritz Stern hat das 80. Lebensjahr weit überschritten, nahm aber noch am Leben der Gemeinde bis zu seinem Tode den aufmerksamsten Anteil. Der Entschlafene entstammt einer frommen Familie aus Crmershausen in Unterfranken und begründete vor mehr als fünfzig Jahren hier in Cham ein Manufakturwarengcschäst. An seinem Grab rief ihm Lehrer Godlewsky warme Worte der Treue und Liebe nach. Die Behörden, Freunde und Bekannte des allgemein geachteten und beliebten Mannes waren vollzählig zu seiner letzten Ehrung erschienen. Rus dem Reiche Einweihung des Erholungsheims der Hausmannstiftung in Arendsee Am 28. Juni d. I. wurde das von der am 12. Juli 1929 im Ostseebad Arendsee verstorbenen Frau Justizrat Margarethe Hausmann, geb. Frank, in ihrem Testament der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums (Berlin) gestiftete Erholungsheim für Akademiker eingeweiht. Mitglieder des Kuratoriums und Dozentenkollegiums der Hochschule, der Behörden der Berliner jüdischen Gemeinde und des Seebades, Vertreter von Heimen, des Oberrats der Mecklenburgischen israelitischen Landesgemeinde und des Vorstandes der israelitischen Gemeinde Rostock nahmen an der Feier teil. Herr Dr. Veit Simon (Berlin) begrüßte die eingeladenen Gäste. Rabbiner Dr. Baeck (Berlin) hielt die Weiherede in Verkaufsstellen J Hiltensbergerstraße 8 Fernsprecher 370646 Glückstraße 10 Fernsprecher 2 96944 Thierschstraße 19 Fernsprecher 22082 Franz-Josef-Straße 29 Fernsprecher 30452 SchleißheimerStraßelOO Fernsprecher 370 326 Winzererstraße 92 Belgradstraße 28 Für Säuglinge und Kinder nur Boschhof*Yorzugsmilch Hauslieferung durch Boschhof-Verkaufszentrale Schleißheimer Straße 100 / Tel. 370326

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