Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-07-15 · 14 (15.7.1931) · p. Seite 224

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
14 (15.7.1931)
Article
Jüdischer Jugendverein München
Date
1931-07-15
Page
Seite 224 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2727810-2727925-2727939-2740724--07885-2740775
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

224 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 beitragen ihren Beitritt zu dem Verein, der alsbald in das Vereinsregister eingetragen werden soll. Die erste Vorstandschaft, die von der Gründungsversammlung sofort gewählt wurde, wird gebildet durch Herrn Rechtsanwalt Justizrat Dr. Emil Fraenkel, Vorstandsmitglied der Kultusgemeinde, I. Vorstand, Herrn Dr. med. M. I. Gutmann, prakt. Arzt, 2. Vorstand, Herrn Rechtsanwalt Dr. Karl Feust, Mitglied der Gemeindevertretung, Schriftführer, Herm Rechtsanwalt Dr. Fritz Silber, Kassenführer, sowie aus weiteren 8 Beisitzern, darunter einem Lehrer der jüdischen Volksschule. Der Verein, der im engsten Einvernehmen mit der Schulpflegschaft und der Elternschaft der die Schule besuchenden Kinder sowie mit den jüdischen Lehrern arbeiten will, bittet alle Freunde der isr. Volksschule München, sich durch ihren Beittitt in ihm zusammenzuschließen zur materiellen und ideellen Förderung dieser Schule. Diejenigen, die bereits als Mitglieder unserem Verein beigetteten sind, werden gebeten, ihre gezeichneten ersten Jahresbeiträge — bzw., soweit gewünscht, vorläufig den erstenHalb- oder Viertel-Jahresbeitrag — einzubezahlen, und zwar, da vorläufig unser Verein noch kein eigenes Konto besitzt, auf das Postscheckkonto München 290 80 unseres Kassiers, Rechtsanwalt Dr. Fritz Silber, München, Frauenplatz 10/IIL Der Vorstand des Vereins i. A. Dr. Silber Jüdischer Jugendverein München. Daß der J.J.V. in dem jungen Mediziner Hugo D r o l l e r einen besonders guten Redner gewonnen hatte, das bewies nicht nur der von den Mitgliedern des 2. I. V. und Gästen dicht gefüllte Lessingsaal, sondern auch die Spannung und Aufmerksamkeit, mit der die Zuhörer ihm zweieinhalb Smnden folgten. Drollcr ist jüdisch-begeistert, aber unvoreingenommen und vorurtellslos mit offenen Augen und Ohren durch Palästina gewandert; er hat seine Reiseeindrücke ohne parteipolitische Färbung objektiv so wiedergegeben, daß die Zuhörer sich selbst ein Bild machen und die ihnen dargebotencn Tatsachen in ihr eigenes Bild über die Paläsiinaproblcme einordnen konnten. Der Bericht ließ wohl kein Gebiet jüdischer Kolonisations- und Aufbautätigkeit außer Bettacht. Drollcr schloß mit dem Motto des palästinensisch-jüdischen Arbeiterdichters G o r d o n : „Die Erlösung des Volkes kann nur durch die Erlösung der einzelnen kommen, und die Erlösung der einzelnen nur durch Arbeit." Dr. Fr. S. Der Verband Israelitischer Wohltätigkeitsvereine München teilt mit, daß Frau Weil-Eckstein ab I. August Triftstr. 6/1, rechts, wohnt. Arbeitsgemeinschaft im Jugendheim. Die letzte Arbeitsgemeinschaft von Dr. Cahnmann für das Sommerhalbjahr findet Dienstag, den 21. Juli, abends 8.30 Uhr pünktlich, statt. Es wird ein allgemeiner Überblick über die Probleme der Emanzipation und des Sozialismus gegeben. Alle Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft werden gebeten, sich möglichst vollzählig einzufinden. Einführung von Gästen erwünscht. vückerschau Franz Bauer. Wir zeichnen Biblische Geschichten des Alten Testamentes. Leipzig, Verlag Ernst Wunderlich. Endlich ist uns durch Franz Bauer ein Werk gegeben worden, daß wohl bei allen Pädagogen, insbesondere aber in dem Kreise der Religionslehre, die größte Freude auslösen wird. Während alle anderen Fächer der Schule schon früher nach dem Prinzip des Arbeitsunterrichts in reichem Maße Lehrmittel und Literatur aufweisen, bedeutet Franz Bauers sauber ausgeführte Mappe „Wir zeichnen Biblische Geschichten des Alten Testaments" das erste größere Werk für die anschauliche Ausgestaltung des Bibelunterrichts. Der Gebrauch dieses Werkes ist nicht nur für den Lehrer eine große Unterstützung bei der Darstellung der biblischen Geschichten, nein, bei den Schülern, den Kindern erweckt eine so anschauliche Gestaltung des biblischen Stoffes die größte Freude und starken Lerneifer. Das Kind unserer Zeit gibt sich nicht allein mit dem Gehörten zufrieden, es verlangt mehr von seinem Lehrer, cs will den Stoff auch zeichnen, oder gar malen. Wie begeistert sind doch die Schüler, wenn der Unterrichtende an der Tafel die soeben durchgenommene biblische Geschichte sauber bildlich darstellt und freudig strahlen die Kinderaugen, wenn sie „die Arche Noah" oder, ,,Moses im Binsenkörbchen" schön gezeichnet auf ihrem Block oder in ihrem Zeichenhefte vor sich sehen! Franz Bauers Mappe enthält 24 Blätter verschiedener biblischer Geschichten, wie z. B. „Die Schöpfung", „Die Sündflut", „Joseph und seine Brüder", „Moses Berufung" und dergl. sehr schön ausgeführt mit einer Beilage zur Erläuterung der Zeichnungen. Diese beruhen auch hier auf der Ausgestaltung des Sttichmannes", der ja allen Kindern, vor allem den kleinen, aus dem allgemeinen Zeichen- oder Anschauungsunterricht kein Unbekannter ist. Manche Bilder in der schönen Mappe sind ganz hervorragend dargestellt, wie z. B. „Die Stiftshütte und die Bundeslade". Das Werk selbst wird sicher sowohl in christlichen als auch in jüdischen Pädagogenkreisen großen Anklang finden, bedeutet Franz Bauers Mappe ,,Wir zeichnen Biblische Geschichten des Alten Testamentes" doch auch wirklich eine besondere Bereicherung für den modernen Bibelunterricht. Glaser. Joachim Wach, Einführung in die Religionssoziologie. (I. . C. B. Mohr,Tübingen 1931.) Der heutige hohe Stand der Religionswissenschaft und der sichtbare Schwund des naiven praktischen religiösen Verhaltens stehen in einem engen Zusammenhang. In einem außerordentlich breiten Schrifttum behandelt die europäische Religionswissenschaft einmal Theorie der Religion, also Mythologie,. Lehre, Dogma, Theologie, und dann religiöse Praxis, nämlich Kult und Riten. Daneben gewinnt neuerdings die soziologische Bettachtungsweise immer mehr Raum. Damit bei dieser Sehweise des Religiösen ein hoffnungsloser Dilettantismus und ein wirres Aneinandervorbeireden vermieden wird, sind zwei Feststellungen hier unentbehrlich: Die religionssoziologische Fragestellung ist nur einer der vielen Wege zur ErkennMis des Religiösen; sie ist keineswegs die wichtigste, aufschlußreichste oder gar die entscheidende Betrachtungsweise. Der in der Religion selbst liegende Anspruch an den Menschen ist die Hauptsache; wer diesen Anspruch (das sagt Wach ausdrücklich) nicht erfüllen und erfassen kann, wem also das Organ für das Religiöse, das der Zweckhandlung entgegengesetzt ist, fehlt, kann auch das Wesen der Religionssoziologie nicht verstehen. Und zweitens: Religionssoztvlogie vereinerleit nicht alle Religionen in dem Sinn, daß sie das Eigentümliche in den Hintergrund drängt und das Gemeinsame voranstellt; nur behandelt sie alle Religionen als gleichwertige Erkenntnis-Objekte. Die Teilung in eine Soziologie der anerkannten (christlichen, jüdischen, mohammedanischen) Bekennmisse und in eine Soziologie der „fremden", in früherer Zeit der Völkerkunde überlassenen Religionen ist also höchstens eine wissenschaftlich-organisatorisch aber keineswegs prinzipiell begründete Einteilung. Die Abgrenzung^ der Religionssoziologie von Theologie, Religions- und Kirchengeschichte ist das Wesentliche der Machschen Schrift. Wirtschaft und Religion, Gesellschaft und Religion ist der Hauptgegenstand der neuen Disziplin der Religionssoziologie in dem scharf umriffenen Sinne dieser Bezeichnung. Nach den grundsätzlichen und methodologischen Auseinandersetzungen gibt Wach in zwei Hauptkapiteln eine Darstellung der Probleme, die einerseits mit dem Einfluß der Religion auf die Gesellschaft und andererseits mit dem Einfluß der Gesellschaft auf die Religion Zusammenhängen. Den Schluß bildet eine außerordentlich aufschlußreiche Skizze über Max Weber als Religionssoziologen. Es kann. hier nicht fachwissenschaftlich auf die Fülle der Gedanken und Hinweise Wachs näher eingcgangen werden. Nur soviel ist hier zu sagn: Vorläufig kann man nur aus dieser „Einführung" lernen, welche Bewandmis es mit „Soziologie der Religion" in dem spezifischen Sinne des Wortes hat. Daß daraus auch eine große Bereicherung der Kenntnisse vom Judentum sich ohne weiteres ergibt, bildet die besondere Bedeutung dieses inhaltsreichen Buches. F. Verkaufsstellen { HHtensbergerstraße 8 Fernsprecher 370646 Glückst aße 10 Fernspreche- 2 96944 Thierschstroße 19 Fernsprecher 22082 Franz-Jo ef-Sfraße 29 Fernsprech r 30452 SchleißheimerStraßelOO Fernsprecher 370 326 Winzererstraße 92 Belgradstraße 28 Für Säuglinge und Kinder nur BoschhofsVorzugsmilch Hauslieferung durch Boschhof-Verkaufszentrale Schleißheimer Straße 100/ Tel. 370326

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.